Infoabend

Gesamtschule: Eltern haben viele Fragen

Andreas Voß, Torsten vom Stein und Uwe Spindler (vorne v.l.) informierten die Eltern der Waldschüler.
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Andreas Voß, Torsten vom Stein und Uwe Spindler (vorne v.l.) informierten die Eltern der Waldschüler.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Der Infoabend am Mittwoch in der Waldschule war gut besucht.

Wermelskirchen. Uwe Spindler hatte sich ein besonderes Ass im Ärmel aufgehoben: „An der Gesamtschule gibt es keine Hausaufgaben“, stand am Mittwochabend in großen Lettern in der Präsentation zur neuen Gesamtschule. Der langjährige Leiter einer 2015 umgewandelten Gesamtschule in Lohmar ist Mitglied der Konzeptgruppe, die sich regelmäßig zur Entwicklung der Wermelskirchener Gesamtschule trifft. So wie der Pädagoge Torsten vom Stein, der den Entwicklungsprozess federführend begleitet und ein bisschen bereits das „Gesicht“ der neuen Gesamtschule darstellt und Andreas Voß, Leiter der Schulverwaltung.

Zusammen mit Hartwig Schüngel, dem Leiter des städtischen Hochbauamtes, informierte das genannte Team am Mittwoch die Eltern der Waldschule über die neue weiterführende Schule. Zuvor hatte es bereits Elternveranstaltungen an der Katholischen Grundschule, der Schwanenschule und der Dhünntalschule gegeben.

„Wir wollen zum einen die Schulform erklären, zum anderen darüber aufklären, warum wir in Wermelskirchen eine Gesamtschule brauchen“, sagt Torsten vom Stein.

Die Fragen der Eltern werden an den Info-Abenden auf Karten gesammelt und später auf der Internetseite der Schule veröffentlicht. „Wir denken, dass viele Eltern sich dieselben Fragen stellen“, vermutet Vom Stein. Und es gab auch an diesem Abend viele Fragen. Zum Beispiel die nach dem Gebäude. Immer wieder hatte es in der jüngeren Vergangenheit Kritik gegeben, weil die neue Schule auf bestehendem Schulgelände an der Wirtsmühler Straße/ am Weyersbusch entstehen soll. Wie berichtet, soll die jetzige Sekundarschule auslaufen, die Gesamtschule neu gegründet werden.

Uwe Spindler räumte Bedenken aus: „Sicher wollen alle am liebesten an einer schicken, völlig neuen Schule lernen und unterrichten. Erfahrungen haben aber gezeigt, dass Inhalte zählen.“

Das Besondere: auf der Gesamtschule sei das gemeinsame Lernen und das Mitnehmen aller Schülerinnen und Schüler. Und: „Alles steht und fällt mit den Lehrern, die an der Schule unterrichten“, erklärte Uwe Spindler. „Mit ihnen entwickeln sich die Fächerauswahl und das Lernangebot der Schule.“

Und wie Torsten vom Stein berichtete, gibt es offenbar schon einige Interessenten, die gern an der neuen Gesamtschule unterrichten möchten. „Wir würden spontan sicher 15 Kollegen zusammen bekommen“, so vom Stein, „davon einige Lehrer der jetzigen Sekundarschule; es gab aber auch schon Anfragen von Pädagogen aus anderen Städten.“

Keine Schule, sagte Uwe Spindler, biete ein so großes Spektrum an Möglichkeiten, auch für Pädagogen. „Vom Sonderpädagogen bis zum Grundschul- und Gymnasiallehrer können dort ja alle unterrichten.“

Neben dem regulären Fächer-Angebot, wie Mathe, Deutsch, Englisch sowie Nebenfächern gibt es an der Gesamtschule sogenannte Wahlpflichtfächer. Das kann zum Beispiel eine zweite oder dritte Fremdsprache, aber auch Theater, Musik oder Hauswirtschaft sein – je nach Neigung des Schülers oder der Schülerin.

Was zudem den Gesamtschülern vermittelt werde, sei die Vorbereitung auf das Berufsleben und den selbstständigen Alltag. So sollen die Schüler lernen, wie man Bewerbungen schreibt, aber auch wie man sich um ein Praktikum kümmert, seine Finanzen managt oder welche Versicherungen wichtig sind. „Die Schüler einer Gesamtschule können sich bis zum Abitur oder einem anderen Abschluss nach ihren Neigungen und Talenten entwickeln“, sagte Uwe Spindler. „Sie müssen sich nicht dem System anpassen, sondern das System passt sich ihnen an.“ Dazu gehöre auch, dass Schüler mitgenommen werden, die vielleicht am Anfang ihrer Schullaufbahn leistungsstark waren, dann aber in der 8. oder 9. Klasse abfielen. „Das kommt ja häufiger vor und auch darauf sind wir vorbereitet.“

Termine

Ein nächster Informationsabend findet am 15. November (18 Uhr) in der Grundschule Am Haiderbach (Standort Tente) statt. Am 222. November gibt es dann wie angekündigt den großen Eltern-Informationsabend m Bürgerzentrum. Ab 19 Uhr wird dort noch einmal das Konzept der Gesamtschule vorgestellt.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Gute Perspektive

anja.siebel@rga.de

Das klingt schon ganz schön gut, was Uwe Spindler, Torsten vom Stein und Andreas Voß da den Eltern der Grundschüler über die neue Gesamtschule vermittelt haben. Und es wird immer klarer: Eine solche Schule ist in Wermelskirchen goldrichtig. Denn sie ist kein Gymnasium, das gibt es ja bereits, sie vermittelt aber allen Schülern, dass sie etwas ihren Talenten entsprechend erreichen können.

Von Elternseite bestand zumindest in der Waldschule großes Interesse. Sie stellten viele konstruktive Fragen, die auch später auf der Internetseite mit Antworten veröffentlicht werden, damit auch Eltern sich informieren können, die noch nicht bei einer Infoveranstaltung waren.

Der Status quo in Sachen Gesamtschule macht jedenfalls Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wendet. Dass es genug Anmeldungen geben und die Gesamtschule eine Schule mit Zukunft wird, auf die die Wermelskirchener ihre Kinder guten Gewissens schicken.

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