Hochbau

Gerätehaus: Jetzt ist der Kran vor Ort

Von der Straße Auf der Hufuhr aus sollen die Wehrleute mit ihren Privat-Pkw auf das Gelände fahren.
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Von der Straße Auf der Hufuhr aus sollen die Wehrleute mit ihren Privat-Pkw auf das Gelände fahren.

Bei der Feuerwehr Dabringhausen steht jetzt der Hochbau an.

Von Anja Carolina Siebel

Der Kran soll ab sofort die Gebäudeteile heben, die sich mit und mit aufeinanderschichten.

Es tut sich sichtbar eine ganze Menge an der Baustelle des Feuerwehrgerätehauses in Dabringhausen. Die Leitungen sind so gut wie verlegt; an der Zufahrtsstraße teeren Arbeiter noch den Asphalt. „Eine anstrengende Aufgabe, denn die Straße ist zugleich die Zufahrt zur Firma Provita“, erklärt Gebäudemanager Hartwig Schüngel. Das heißt: Die Arbeiter müssen ihre Baufahrzeuge immer so platzieren, dass andere vorbeikommen. „Auch große Lkw“, sagt Schüngel.

Lange konnte man im Grunde nicht viel sehen auf der großen Wiese an der Umgehungsstraße, auf der das Gerätehaus gerade entsteht. Am Dienstag ist indes ein Kran angerückt und der Hochbau soll beginnen. Der städtische Architekt Dino Künster, der den Gerätehaus-Bau als Projektleiter begleitet, ist froh, bisher mit dem Bau der so wichtigen Dependance für die Feuerwehr im Zeitplan zu sein. Doch das könnte sich bald ändern. „Wir haben Probleme, Baumaterial zu bekommen“, berichtet Dino Künster. Das liege zum Teil an den Widrigkeiten der Corona-Pandemie, aber nicht ausschließlich. „Eine Firma in den USA, die Granulat für Bauleitungen liefert, ist beispielsweise gerade niedergebrannt“, erklärt der Architekt. „Andere haben einfach viel zu tun, weil eben viel gebaut wird.“

Das, bestätigt Hartwig Schüngel, könne man eben nicht beeinflussen. „So sehr wir uns auch beeilen möchten, denn wir wissen ja, wie wichtig dieser Bau für Wermelskirchen und speziell für Dabringhausen ist.“

Von der Straße Auf der Hufuhr aus sollen die Wehrleute mit ihren Privat-Pkw auf das Gelände fahren.

Aber immerhin sind auch die beiden Zufahrten schon mit den nötigen Versorgungsleitungen versehen und werden bald fertig: jene, über die die Feuerwehrleute mit ihrem Privatauto zum Gerätehaus kommen und jene, über die später die Einsätze gefahren werden. Und: Den Erdaushub hat die Stadt weggeschafft. „Das war eine Riesenmenge“, erinnert sich Hartwig Schüngel an Berge von brauner Erde. „Wir bringen die immer auf andere Baustellen, wo man sie gut gebrauchen kann“, sagt er.

Vier bis fünf Monate wird der Hochbau des Gebäudes, das in den Farben Grau und Rot gehalten werden soll, in etwa dauern. Mit einer Fertigstellung des Gerätehauses rechnen die städtischen Experten im dritten Quartal 2022. „Es ist eben auch kein normales Wohnhaus, was wir hier hochziehen“, sagt Dino Künster mit Blick auf die Baustelle, die zurzeit noch einer Kraterlandschaft gleicht.

„Wir tauschen uns mit der Feuerwehr regelmäßig aus.“

Dino Künster, Architekt der Stadt

„Man denkt ja gar nicht, was bei einem Feuerwehr-Neubau so alles zu beachten ist.“ Das bekommen die städtischen Mitarbeiter aber durch die enge Kooperation mit der Feuerwehr mit. „Wir haben regelmäßig Gesprächsrunden, in denen wir uns mit den Feuerwehrleuten austauschen“, berichtet Künster. Dabei kam beispielsweise heraus. Dass in das hochmoderne Gerätehaus unbedingt auch ein Faxanschluss müsse. Künster: „Da sagte plötzlich jemand: Was ist denn mit dem Fax?“, erzählt der Architekt lachend. „Ich bekam dann erklärt, dass bei einem Einsatz immer noch ein Fax an alle Leitstellen rausgeht. Das kann ja auch nicht plötzlich anders laufen, weil die anderen Gerätehäuser ja noch nicht mit moderner Technik ausgestattet sind.“

Der Faxanschluss wird aber wohl das einzige recht antiquierte technische Detail sein am neuen Gerätehaus. Ansonsten wird es dort hochmodern zugehen. 3600 Quadratmeter groß ist das Grundstück, der Innenraum mit Sanitärräumen, Seminarräumen, Fahrzeughallen und speziellen Räumen zum Wechseln kontaminierter Kleidung wird rund 1300 Quadratmeter umfassen. Die Rolltore öffnen sich per App und Klick.

Zur Umgehungsstraße hin wird es eine Blaulichtausfahrt geben. Die Wehrleute befahren das Gelände ansonsten von der Straße Auf der Hufuhr und finden auf der Rückseite dann ausreichend Parkmöglichkeiten für ihre privaten Fahrzeuge. | Standpunkt

Hintergrund

Rund 50 aktive Mitglieder hat der Löschzug Dabringhausen. Die freuen sich schon jetzt auf ihr neues Gerätehaus: Neben der Fahrzeughalle entstehen auch Aufenthaltsräume mit neuen Umkleiden und sanitäre Anlagen. Vorher hatte es oft Dispute gegeben, weil die Gerätehäuser im gesamten Stadtgebiet völlig veraltet sind und jahrelang von der damaligen Verwaltung nichts zur Modernisierung unternommen worden war.

Standpunkt: So geht Verwaltung

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Der Kran ist da, der Hochbau beginnt. Alles gute Nachrichten vom Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Dabringhausen. Und selbst wenn es wegen überlasteter Baufirmen doch zu kleinen Verzögerungen kommen sollte: Die Stadt hat seit der Neubesetzung der Dezernenten Thomas Marner und Stefan Görnert ordentliche Arbeit geleistet, was die Ausstattung der Feuerwehr angeht. Während Jahre zuvor eher die Vogel-Strauß-Politik betrieben wurde. Denn wie kann es sonst sein, dass seit Jahren ein Brandschutzbedarfsplan vorlag, der ausdrücklich auswies, wie marode die Gerätehäuser allesamt sind und welche Gefahren das für die Feuerwehrleute und schließlich für die gesamte Wermelskirchener Bevölkerung nach sich ziehen könnte. Ähnlich wie vor der Tatsache, dass es bei weitem nicht ausreichend Kindergarten- und Betreuungsplätze gab, haben die seinerzeit Zuständigen davor schlicht die Augen verschlossen. Umso besser, dass jetzt Engagement und Transparenz im Rathaus Einzug gehalten haben. Denn wer Fragen hat zu den aktuellen Projekten, der bekommt auch schlüssige Antworten. So geht Verwaltung.

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