Konzert

Gemeinde bietet zwölf Stunden Musik am Stück

Jutta Benedix zeigt, wo es bei der großen Kirchenorgel hakt. Foto: Monika Steinmetzler
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Jutta Benedix zeigt, wo es bei der großen Kirchenorgel hakt.

Das Konzert zugunsten der Sanierung der Orgel in der Stadtkirche war ein Erfolg. Auch viele Kirmesbesucher schauten vorbei.

Von Monika Steinmetzler

Ein roter Teppich mit aufgeklebten Noten führte von der Straße in die evangelische Stadtkirche am Markt. Der Teppich war ein Symbol für das zwölf Stunden dauernde Konzert. In der Kirche sangen und musizierten verschiedene Chöre im Stundentakt zugunsten der Sanierung und Erweiterung der bisherigen Orgel, die inzwischen nicht mehr für Konzerte und Kirchenmusik geeignet ist.

Beim Konzert machten Jutta Benedix, Mitglied des Presbyteriums, und Kantor Andreas Pumpa auf die mögliche Patenschaft aufmerksam: Jeder, der möchte, kann künftig eine persönliche Patenschaft für einzelne der rund 4400 Orgelpfeifen übernehmen. Der Preis beläuft sich je nach Größe von 5 Euro bis 1280 Euro pro Stück. Im Gemeindehaus steht eine Box, in die man die Zustimmung zu einer Patenschaft mit Name und Adresse werfen kann. Auch als Geschenk kann diese Patenschaft weitergegeben werden.

Aber nicht nur die Orgel stand während der zwölf Stunden im Mittelpunkt. Die Besucher schätzten es auch, nach dem Besuch der Kirmes oder des Krammarktes in der angenehmen Kühle der Kirche einen Moment zu verweilen und den Chören zuzuhören. „Es war nicht schwer, die Chöre für diese Aktion zu begeistern,“ berichtete Benedix. „Alle waren sofort bereit hier dabei zu sein“. Insgesamt hatten sich zehn Chöre undzwei Einzel-Ensembles bereiterklärt, an der Aktion teilzunehmen. Auch einzelne Personen, wie beispielsweise der Musiklehrer Reinhard Nitsch, setzten sich für das Gelingen ein. Er war verhindert, bat aber seinen Sohn Roland und dessen Partnerin Yeji Yim, für ihn einzuspringen.

Den Organisatoren ging es nicht allein um die Sanierung der Orgel, sondern auch um die Öffnung der Kirche und das gemeinsame Singen. Christliche und weltliche Lieder standen auf dem Programm. Auch der MGV Niederwermelskirchen war mit dabei. Dirigent Peter Rinne sorgte mit dem Schifferklavier und Vorsitzender Markus Kirstein mit einer Schnarre (kleine, drehbare Holzrassel) für Aufsehen und Begeisterung beim Publikum.

Das Zuhören ging auch bei Kaffee und Kuchen von draußen prima

Bierzeltgarnituren und bunte Wimpel waren rund um die Kirche aufgebaut. Die Gäste konnten so auch bei einer Tasse Kaffee und Kuchen, dem Chorgesang aus der Kirche lauschen. Jannica Johnen fand es toll, dass auch an die Kinder gedacht wurde: mit Hüpfburg, Verkehrs-Parcour, Laufrädern, Tretrollern und Bobbycars. Ihr Sohn Moritz (4 Jahre) traf bei dem Fest obendrein viele seiner Kindergartenfreunde.

Zudem beeindruckte sie, dass man bei dem angebotenen Kaffee und Kuchenbüffet keine festen Beträge zahlen musste, sondern alles auf Spendenbasis lief. So konnte einer mehr, der andere weniger geben, gerade wie es sein Geldbeutel erlaubte. Eine andere Besucherin, Bärbel Geiser, konnte sich von dem Fest nicht trennen, noch nach sieben Stunden lauschte sie gebannt den Chören.

Sie hatte nette Leute getroffen und war besonders von den vielen Sängern und deren Engagement für die große Kirchenorgel beeindruckt. Ganz begeistert war auch die kleine Annika, die sich an der Schminkstation einen in vielen Farben glitzernden Schmetterling auf die Wange zaubern ließ. Denise Drodhl, Erzieherin im Kindergarten Tente hatte viele Töpfe und Tiegel zum Schminken gegen eine kleine Spende dabei. Auch Malutensilien standen für die Kinder bereit.

HINTERGRUND ZUM KIRCHENWEIHFEST

ANLASS Die Ursprünge der Kirmes stammen aus dem kirchlichen Bereich. Auch das war ein Grund für die Organisatoren, das Konzert ausgerechnet auf den Kirmessamstag zu legen. Es war seinerzeit der Tag der Kirch-Mess oder das Kirchweihfest. Einmal im Jahr wurde die Gemeinde zu einem fröhlichen Gottesdienst zur Kirchweihe geladen. Dankbarkeit für die Kirche und deren Schutzpatron stand im Vordergrund. Danach wurde ein Fest draußen auf dem Kirchplatz gefeiert. Dies ist der Ursprung der Kirmes. Der Schutzpatron der ursprünglichen Holzkirche aus dem Jahre 950 war der Apostel Bartholomäus. Und auch die spätere Vorgängerkirche unserer Stadtkirche wurde dem heiligen Bartholomäus geweiht.

Am späteren Abend fanden sich dann noch genügend Gäste ein, die fleißig den Würstchen und Kaltgetränken zusprachen.

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