Prozess

Geblitzt, bezahlt – und vor Gericht freigesprochen

Foto bewies, dass ein 29-Jähriger auf der A 1 nicht zu schnell unterwegs war.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. Wenn man geblitzt wird, weil man zu schnell unterwegs ist, bekommt man  in aller Regel einige Wochen nach dem Vorfall ein eher unscharfes Bild per Post nach Hause geschickt. Mit dem Bezahlen des Knöllchens ist die Sache dann vom Tisch – auch hier gilt: in aller Regel. Ein 29-Jähriger aus Wuppertal fand sich nun allerdings vor dem Amtsgericht wieder – obwohl er die Strafe von 35 Euro für die Geschwindigkeitsübertretung bezahlt hatte. Am 19. April des Vorjahres war der Mann auf der A 1 in Richtung Dortmund auf Höhe Wermelskirchen geblitzt worden. Indes nicht wegen der Geschwindigkeitsübertretung an sich – sondern weil er keinen Führerschein hatte. „Kann ich das Bild mal bitte sehen“, wollte der Angeklagte nach Verlesen der Anklageschrift wissen. Nur um dann zu sagen: „Das bin nicht ich, das ist der Bruder meiner Freundin.“

Der Angeklagte gab zu, keinen Führerschein zu haben, würde dementsprechend auch nicht fahren. Der 29-Jährige räumte zudem ebenfalls ein, dass das Auto auf ihn zugelassen sei.

Richter und Staatsanwalt verzichten auf teures Gutachten

„Sie wurden angeschrieben, weil sie zu schnell gefahren sind?“, wollte der Staatsanwalt noch wissen. Ja, sagte der Angeklagte, er habe die Strafe auch bezahlt. „Deswegen wundere ich mich jetzt schon ein bisschen, dass ich nun hier bin“, sagte er weiter. Und ergänzte: „Ich habe hier ein Bild meines Schwagers auf dem Handy.“ Eigentlich habe er den Führerschein machen wollen, das sei aber wegen einer Sperre, die er im Juni 2021 für eine Fahrt ohne Fahrerlaubnis im Oktober 2019 bekommen hatte, nicht möglich.

Was den aktuellen Vorwurf anging, waren sich Richter und Staatsanwalt einig, dass der Angeklagte tatsächlich nicht auf dem Bild zu sehen sei. „Wir könnten natürlich ein Gutachten erstellen lassen, was aber mehrere Tausend Euro kostet“, sagte der Staatsanwalt. Außerdem liege die vorgeworfene Tat vor der bereits abgegoltenen Verurteilung. Daher wurde das Verfahren gegen der 29-Jährigen eingestellt, der sich darüber freute, dass seinem Führerschein nun nichts mehr im Wege stehe. „Machen Sie jetzt den Führerschein, dann ist alles gut“, so der Vorsitzende Richter.

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