Im Freien

Gastronomie: Unverwüstlich im Garten

Die Gäste kamen trotz ungemütlichen Wetters: Hier bei Dimitra an der Telegrafenstraße war die Stimmung bestens. Foto: Doro Siewert
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Die Gäste kamen trotz ungemütlichen Wetters: Hier bei Dimitra an der Telegrafenstraße war die Stimmung bestens.

Der Regen schreckte die abgehärteten Gäste nicht ab – sie ließen es sich im Freien schmecken.

Von Anja Carolina Siebel

Das Wetter: ungemütlich, kalt und vor allem nass. Es war kein Pfingstwochenende, wie man das aus den meisten Vorjahren kennt. Von Sonne und wohliger Mai-Wärme kaum eine Spur.

Und doch gab es zumindest im Rheinisch-Bergischen Kreis gute Nachrichten: Die Sieben-Tages-Inzidenz der Corona-Infektionszahlen war bereits Ende voriger Woche so weit gesunken, dass die Gastronomen zumindest ihre Außengastronomie wieder eröffnen konnten. „Wir versuchen das mal“, hatte beispielsweise Giorgio Barazoul vom Eiscafé Cordella am Freitag angesichts des schon angekündigt. Schließlich kehrten dann aber doch einige Gäste an seinen Tischen im Außenbereich ein, um einen Kaffee zu trinken oder sich ein Eis schmecken zu lassen.

Und so sah es eigentlich in der gesamten Innenstadt aus. Wo es schon möglich war, nutzten auch Gäste das Angebot, endlich wieder auswärts ein Bierchen zu trinken oder etwas zu essen. „Das Wetter spielt nun leider nicht so mit, wie wir uns das wünschen würden“, sagte Rafail Dimou von Dimitra an der telegrafenstraße. „Aber eigentlich war bei uns täglich zumindest ein bisschen Betrieb; unsere Tische sind ja überdacht.“

Nachweis war für Dimitra-Gäste kein Problem

Dass sie für den Aufenthalt auf der Außenterrasse entweder einen negativen Antigen-Schnelltest, den Impfausweis als Bescheinigung der Zweifach-Impfung oder einen Genesenen-Nachweis vorzeigen mussten, damit hätten die Gäste am Wochenenden kein Problem gehabt, berichtet Dimou.

Anders offenbar in den Bäckerei-Filialen von Evertzberg. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es für manche Leute recht schwer verständlich ist, dass sie einen Nachweis erbringen und sich dann natürlich auch noch mit Personalausweis ausweisen müssen“, sagt Oliver Platt, Geschäftsführer bei Evertzberg. Das häufige Argument: „Ich möchte doch nicht verreisen, sondern nur einen Kaffee trinken.“ Platt hofft indes, dass die Leute sich an die neuen Regeln noch gewöhnen. „Und auf besseres Wetter, darauf hoffen wir natürlich auch“, betont er. Zurzeit hat Evertzberg ausschließlich die Außengastronomie in den Filialen im Rheinisch-Bergischen Kreis, also in Leichlingen, Witzhelden, Wermelskirchen-Tente und Im Belten geöffnet. Der Oberbergische Kreis und Remscheid könnten aber schon bald folgen, denn auch dort nähern sich die Sieben-Tages-Inzidenzen der Unter-hundert-Marke.

Ein wenig unabhängiger vom schmuddeligen Wetter des Pfingstwochenendes waren Team und Gäste der Gaststätte Centrale an der Eich. Das Betreiber-Ehepaar Mona und Dirk Götz brachte seine Gäste unter einer riesigen Zeltplane unter. Und es herrschte Best-Stimmung. „Es tut uns allen so gut“, brachte es Mona Götz gut gelaunt auf den Punkt. „Die Leute sind gut drauf und freuen sich, wieder ihr Bier trinken und ein Gericht außerhalb der eigenen vier Wände verzehren zu können.“ Kein Wunder, dass es im Reservierungskalender der Götzens an jedem Tag dieses Wochenende hieß: ausgebucht.

Einige Gastronomen stehen derzeit noch in den Startlöchern

Noch in den Startlöchern befindet sich indes Christian Warnke. Der Betreiber des Hotel Zum Schwanen hat aus gutem Grund seine erst neu gestaltete Außenterrasse zu Pfingsten noch nicht für den Publikumsverkehr freigegeben. „Wir hätten unseren Gästen bei dem Wetter ja keine Alternative anbieten können. Wenn sie gerade ein tolles Gericht auf dem Teller haben und es dann einen Regenguss gibt, dürfen wir sie derzeit ja noch nicht hineinbitten“, erklärt der Gastronom und Hotelier. „Das ist für alle Beteiligten ungünstig.“ So plant er, das Restaurant zum Ende der Woche so langsam aus dem Lockdown-Schlaf zu erwecken und „alles wieder hochzufahren. Das braucht ja auch seine Zeit“. Dann, so Warnke, könnte die Inzidenz ja auch schon so weit gesunken sein, dass eine Öffnung der Innenräume möglich wäre. Ähnlich wollen Anna Fanelli (ToscaAnna), Angela Borchert (Café Tilley) und Jens Koriandt (Katt-Bistro) verfahren.

Lockerungen

Nur noch acht von insgesamt 53 Städten und Kreisen lagen vorige Woche über dem Wert von 100. Setzt sich die Entwicklung fort, dürften weitere Lockerungen der Corona-Einschränkungen möglich werden. Liegt der Inzidenzwert seit fünf Tagen unter 100, dann dürfen zum Beispiel die Außengastronomie, Hotels und der Einzelhandel ohne Termin öffnen – unter Bedingungen. Liegt sie an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 50, dürfen Innengastronomie und Sportstudios öffnen.

Standpunkt: Gastronomie unterstützen

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Warum sollte ich mich denn nur für einen Kaffee auf das Coronavirus schnelltesten lassen?“ Dieses Argument hört man derzeit häufiger. Ob nun in den sozialen Netzwerken im Internet oder „live“ auf der Straße – oder eben vor dem betreffenden Restaurant oder Café. Ganz einfach: Weil die seit Monaten von der Krise tief getroffenen Gastronomen es verdient haben, dass ihr Geschäft jetzt so langsam wieder anläuft. Und weil es die meisten vermutlich auch bitter nötig haben. Denn vielfach haben sie betont, dass sie mit dem Liefergeschäft zwar die Kundenbindung etwas aufrechterhalten konnten. Aber nicht im geringsten an den Umsatz herankamen, den sie ansonsten, zu normalen Zeiten, eingefahren hätten. Das Weihnachts- und das Ostergeschäft 2020/21 sind schon mal weggefallen. Und auch voriges Jahr während der Sommermonate, als sie öffnen durften, waren die Einnahmen eingeschränkt, weil die Gäste wegen der strengen Corona-Verordnungen nur an einer begrenzten Anzahl von Tischen Platz nehmen durften. Also wird es höchste Zeit, jetzt, wo es wieder geht, die Gastronomie zu unterstützen. Ran an die Tische.

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