Nach Corona

Weihnachtsgeschäft: Gastronomie spürt Zurückhaltung

Xenia Dimou von Restaurant Dimitra ist mit ihrer Familie bereit für das Weihnachtsgeschäft – die Gasträume erstrahlen bereits im festlichen Glanz.
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Xenia Dimou von Restaurant Dimitra ist mit ihrer Familie bereit für das Weihnachtsgeschäft – die Gasträume erstrahlen bereits im festlichen Glanz.

Weihnachtsgeschäft läuft besser als in den Vorjahren. Unsicherheit bereitet der Jahresanfang 2023.

Von Arnd Janssen

Wermelskirchen. Man kann nicht klagen – so antwortet der Großteil der Gastwirte in Wermelskirchen auf eine Nachfrage unserer Redaktion zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft. Es gibt eine Vielzahl von Reservierungen für Weihnachtsfeiern. Doch noch ist längst nicht die Normalität der Vor-Krisenjahre zurückgekehrt.

Hotel-Restaurant Zum Schwanen: „Die Lage ist so gut wie erwartet. Es ist deutlich weniger als in den Vor-Coronajahren, aber das war mir klar“, sagt Christian Warnke, Küchenchef des Hotel-Restaurants Zum Schwanen. Natürlich stünden die Buchungsnachfragen in keinem Verhältnis zu den vergangenen beiden Jahren. Es gebe Tage die bereits voll seien und andere, an denen noch viel frei sei. In der Pandemie habe man gelernt, optimistisch zu bleiben und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. „Ich glaube, dass das erste Quartal 2023 schlimmer sein wird, denn dann kommen die höheren Energie-Abschläge. Im Moment wissen die Leute das Angebot noch zu schätzen“, mutmaßt Warnke.     Im „Schwanen“ finden eher kleinere Familienfeiern statt, auch ein paar Goldhochzeiten sind dabei. Wer noch Bedarf für eine Weihnachtsfeier hat, kann noch anrufen, auch an Weihnachten selbst sowie Silvester seien noch Tische frei, sagt Warnke. Spezielle Festtagsmenüs warten an den Feiertagen auf die Gäste. „Personell sind wir fast perfekt besetzt, Stand heute. Da will ich mich nicht beklagen“, sagt Warnke. Auf Beleuchtung am Haus wird dieses Jahr verzichtet, dafür gibt es wieder zwei Weihnachtsbäume am Eingang.

Eventhaus Giebel: Das Eventhaus Giebel, welches kein Tagesgeschäft hat, sondern ausschließlich Bewirtung für größere Feiern anbietet, verzeichnet eher verhaltene Nachfrage. „Richtig groß scheint nichts gesucht zu sein bisher“, sagt Geschäftsführer Topias Opitz. Normalerweise plant man bei „Giebel“ erst Feiern ab 30 Personen, es gebe aber mehr Anfragen für kleinere Gruppen. „Die Leute wissen nicht, was kommt, haben Angst vor der Nebenkostenabrechnung“, sagt Opitz. Die Gastronomie selbst hätten zuletzt immer neue Krisen belastet, auch die Erhöhung des Mindestlohns in diesem Jahr habe die Kosten zusätzlich erhöht. Im Eventhaus sei das Hauptgeschäft aber ohnehin in den Frühlings- und Sommermonate, man setze also weniger auf die Weihnachtszeit, betont Opitz. Deshalb geht der Betrieb bis zum 11. Dezember. Dann wird vorerst für einen Tag der offenen Tür am 18. Dezember geschlossen, anschließend geht der Betriebsurlaub bis zum 6. Januar. „Man kann noch anrufen für einen Termin. Wir können noch jemanden einschieben, wenn man etwas flexibel ist“, sagt Opitz. Zwecks Energieeinsparung habe man von Weihnachtsdeko dieses Jahr abgesehen, mit Personal sei man gut bestückt.

Ventrale: Insgesamt zufrieden zeigt sich Sylvia Müller vom Inhaber-Team der „Centrale“. „Wir kriegen viele Anfragen, aber aus Personalgründen kann man nicht alles annehmen“, sagt Müller. Deswegen musste man auch schon Gruppen absagen. „In der Küche könnte die Personalsituation besser sein, aber wir sind guter Dinge“, sagt Müller. Die Adventswochenenden seien gut gebucht, unter der Woche sei noch vereinzelt etwas frei. „Das müssen wir absprechen, kleinere Gruppen nehmen wir gerne noch an. Größere auch, wenn sie Verständnis dafür haben, aufgesplittet zu werden“, sagt Müller. Am heutigen Samstag wird am Adventshüttchen vorm Eingang roter und weißer Glühwein ausgeschenkt, Eintopf soll für das leibliche Wohl sorgen. Drinnen gibt es ein entsprechendes Adventsmenü. An Heiligabend wird der traditionelle Frühschoppen angeboten, an den Weihnachtstagen und Silvester ist geschlossen.

Restaurant Dimitra: Das griechische Lokal freut sich über eine gestiegene Anzahl von Reservierungen. „Es ist aber noch nicht so viel wie 2019. Es kommt immer drauf an: Am Wochenende sind wir mehr gebucht, unter der Woche sind noch Termine zu haben“, sagt Xenia Dimou, Tochter der Inhaberin Eleni Manafa. Im „Dimitra“ finden vor allem Familienfeiern und kleinere Firmenabteilungsfeiern statt, Gruppen von bis zu 15 Personen haben sich angekündigt. Insgesamt sind „wir positiv eingestellt“, sagt Dimou. An Heiligabend ist das Restaurant geschlossen, an Weihnachten und Silvester geöffnet.

Bergischer Löwe: „Es ist so lala, aber momentan besser als gedacht“, beschreibt Lars Röntgen, Inhaber und Koch des „Bergischen Löwe“. Manche Tage seien voll, andere nicht, auch mal Gruppen von bis zu 16 Personen seien dabei. Wer jetzt schnell anrufe, könne sicher noch einen Termin für eine Feier bekommen. Der Fachkräftemangel bereitet Röntgen Probleme. Deshalb bitte er die Gäste, Speisen im Vorfeld auszuwählen, für eine bessere Planung. Bis Jahresende gibt es noch die Weihnachtskarte mit Gänsegerichten. „Die Deko kommt jetzt auch peu à peu“, verrät Röntgen. An den Feiertagen ist geöffnet.

Katt-Bistro: Wirt Jens Koriandt kann sich vor Gästen kaum retten in den Adventswochen. „Wir sind jeden Tag voll bis Weihnachten, ich kann nichts mehr annehmen“, berichtet er. Er müsse jetzt zusätzlich noch montags aufmachen. Nur kleinere Gruppen könnten mit Voranmeldung noch untergebracht werden. Koriandt und seine Frau Anette bewirten dieses Jahr Gruppen von bis zu 40 Personen.
    „Geschäftlich ist dieses Jahr zu 100 Prozent besser als 2021“, sagt Koriandt. Auch im Januar würden Firmen bei ihm noch Weihnachtsfeiern ausrichten. Absagen gibt es nicht, höchstens würden Einzelpersonen mal absagen. An Silvester habe er kein Personal, deswegen könne Koriandt nicht öffnen. Dekoriert wird bei ihm auch: „Ich mach’s ein bisschen weihnachtlich, wir haben schicke neue Außenlampen. Aber es wird nicht das große Bling-Bling“, sagt Koriandt.

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