Müll

„Für eine saubere Stadt trägt jeder Verantwortung“

Ein regelmäßiger Anblick in der Telegrafenstraße. Die Mülleimer werden so „gefüttert“, dass sie überquellen.
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Ein regelmäßiger Anblick in der Telegrafenstraße. Die Mülleimer werden so „gefüttert“, dass sie überquellen.

Herry Scherkenbach ist wegen der Verschmutzung sauer

Von Wolfgang Weitzdörfer und Stephan Singer

Wermelskirchen. Herry Scherkenbach ist sauer. Der Wermelskirchener ist viel in der Innenstadt unterwegs, oft etwa auf der Telegrafenstraße. Dort regt ihn, nicht erst in jüngster Zeit, der wilde Müll auf, der dort seiner Wahrnehmung nach nur sehr selektiv entfernt wird. „Ich bekomme echt die Wut, wenn ich mir die offensichtliche Gleichgültigkeit ansehe, mit der hingenommen wird, dass es etwa vor dem ‚Stadt-Karrée‘ wie in einem Drecksstall aussieht“, sagt er.

Auch auf der restlichen Telegrafenstraße, vor allem an der Bushaltestelle vor dem Rathaus und auf den Baumscheiben liege der Müll teilweise tagelang, von unzähligen Zigarettenkippen über Kaffeebecher bis zu Plastiktüten und anderem Verpackungsmüll. „Wenn man dagegen auf den Platz vor dem Rathaus geht, sieht man schnell, dass es dort wesentlich sauberer ist“, findet Scherkenbach. Für ihn sei es ein tägliches Ärgernis, wenn er sehe, wie vermüllt gerade die Telegrafenstraße ist. „Andere Gemeinden schaffen das locker“, sagt er.

Harald Drescher, der Leiter des städtischen Tiefbauamts, kommentiert auf Anfrage der Redaktion: „Für die Reinigung der Telegrafenstraße ist das Tiefbauamt zuständig. Mit der neuen Straßenreinigungsmaschine werden die Straßen regelmäßig abgefahren. Allerdings kann eine Maschine nicht überall gleichzeitig reinigen – dies erfolgt nach und nach.“ Was nun die Gehwege angehe, müsse er indes auf die Grundstückseigentümer, Anlieger und Geschäftsinhaber verweisen. „Eine Reinigung auf Gehwegen wird durch die Stadt nicht durchgeführt. Gemäß der Ortssatzung obliegt die Gehwegreinigung den Anliegern“, erklärt Drescher.

Müll auf den Baumscheiben liegt teilweise viele Tage

Das wisse er, sagt Scherkenbach, er würde sich aber eine konsequentere Ahndung durch die Stadtverwaltung wünschen – „stattdessen bekommt man sofort ein Knöllchen, wenn man nur fünf Minuten zu lange irgendwo parkt“, meint er. Das Ordnungsamt kontrolliere stichpunktartig im gesamten Stadtgebiet, wobei auch darauf hingewiesen werde, dass der Gehweg zu reinigen sei, sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann. „Ich finde, dass auch nach großen Veranstaltungen, wie etwa dem Stadtlauf, nicht schnell genug gereinigt wird“, sagt Herry Scherkenbach. Dem widerspricht Tiefbauamtsleiter Harald Drescher: „Die Straßen werden direkt nach den großen Veranstaltungen gereinigt – etwa beim aktuellen Beispiel Frühjahrskirmes: Sobald alle Fahrgeschäfte vom Schwanenplatz weg sind, wird der Platz mit der Straßenreinigungsmaschine gereinigt.“

Ebenfalls übel aufgestoßen sind Scherkenbach die Baumscheiben an der Telegrafenstraße: „Hier liegt Müll teilweise viele Tage – ich habe extra darauf geachtet, ob hier etwas passiert.“ Dazu sagt Drescher, dass diese Flächen „gerade gereinigt worden“ seien. Das sei richtig, bestätigt Scherkenbach, er habe unlängst gesehen, dass „eine Reinigungsfirma emsig dabei“ sei, die Gehwege nebst den Baumscheiben zu säubern. „Ich bin mal gespannt, wie oft und in welchen Abständen das Reinigungskommando tätig wird – ob es etwa nach zeitlichen Takteinheiten gehen wird oder – was logischer wäre – nach dem Grad der Verunreinigung“, kommentiert Scherkenbach. Nicht zuletzt sei es die Zahl der Mülleimer, die dem Wermelskirchener zu gering scheint. „Da kann man sie noch so schön mit aufgeklebten Fußspuren versehen – wenn es zu wenige sind und sie ständig überquellen, dann hilft das auch nichts.“

Die Leerung der Straßenpapierkörbe im Innenstadtbereich finde „größtenteils zweimal pro Woche“ statt, sagt Drescher: „Bei der Leerung werden die oftmals mit Aschenbechern ausgestatteten Behälter komplett geleert sowie die im Umkreis von etwa drei Metern abgelagerten Abfälle eingesammelt und entsorgt.“ Die Leerung und Reinigung der Standorte und deren Leerungsrhythmus würden dabei bedarfsbedingt festgelegt – und gegebenenfalls würden zusätzliche Sonderreinigungen beauftragt. Harald Drescher sieht aber auch die Bürger in der Pflicht: „Jeder kann durch umsichtiges Verhalten dazu beitragen, unsere Stadt sauber zu halten.“

Susanne Jakstait von der städtischen Abfallberatung betont ebenfalls die Eigenverantwortung der Menschen. „Allerdings versuchen wir durch verstärkte Kontrollen, der Verantwortungslosigkeit und Bequemlichkeit der verursachenden Personen Einhalt zu gebieten“, sagt sie.

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