Diskussion um Baustele an Gewölbebrücke

Für eine Baustellenampel stehen alle Signale auf Rot

Fußgängerampeln gibt es im Baustellenbereich zwar, die sind momentan aber abgeschaltet. Vielmehr läge den Anwohnern indes daran, dass eine Baustellenampel den fließenden Verkehr regeln und beidseitig ermöglichen würde.
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Fußgängerampeln gibt es im Baustellenbereich zwar, die sind momentan aber abgeschaltet. Vielmehr läge den Anwohnern indes daran, dass eine Baustellenampel den fließenden Verkehr regeln und beidseitig ermöglichen würde.

Bauherr erteilt zweispuriger Verkehrsführung an der A-1-Brücke eine Absage.

Von Lena Steffens und Stephan Singer

Wermelskirchen. Die Baustelle in Hünger an der Gewölbebrücke über die Autobahn 1 sorgte in den vergangenen Wochen immer wieder für Diskussionen – und der Ärger hält an. Der Stadtrat befasste sich nun abermals mit dem Thema. Die Forderung: Die Einbahnstraßenregelung Richtung Innenstadt müsse aufgehoben werden, stattdessen solle eine Baustellenampel den Verkehr in beide Richtungen ermöglichen.

Doch die jüngsten Aussagen des Bauherrn sprechen eine eindeutige Sprache. Denn die Autobahn GmbH des Bundes sieht ein Problem darin, für die Dauer der Baustelle eine Ampelanlage an der L 157 einzurichten. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Lauren Guiomar Dohnalek von der Stabsstelle Kommunikation, dass die derzeitige Verkehrsführung alternativlos sei. „Die Ampelführung, die gewünscht ist, bringt Probleme, weil der Verkehr dadurch aufgehalten wird“, sagt sie. Dies hänge allerdings auch damit zusammen, wie viele Sekunden die Ampel jeweils auf Grün oder Rot geschaltet sei.

Im Gegensatz zur Ampelschaltung kann die einspurige Verkehrsführung an der Gewölbebrücke nicht diskutiert werden, schreibt die Autobahn GmbH in einer Mail an unsere Redaktion. „Es ist unter anderem aus Gründen der Arbeitssicherheit erforderlich, den Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeizuführen. Verkehrsführungen müssen grundsätzlich sehr strikte Anforderungen erfüllen, um rechtlich anordnungsfähig zu sein. Im Vorfeld hat die Autobahn GmbH Rheinland deshalb gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW und der Stadt Wermelskirchen eine Vielzahl an möglichen Verkehrsführungen auf eine Machbarkeit hin untersucht mit dem Ergebnis der vorliegenden Verkehrsführung.“

Zum Hintergrund: Aufgrund der seit Beginn an geltenden Einbahnstraßen-Regelung – Anfang März – müssen Autofahrer, die von der A 1 aus Richtung  Wuppertal kommen und nach Wermelskirchen fahren möchten ebenso wie die Autofahrer, die aus Hünger oder Pohlhausen in die Stadt fahren wollen, einen großen Umweg in Kauf nehmen. Für die Bewohner unter anderem der Ortsteile Pohlhausen, Hünger, Neuenflügel, Büschhausen, Sellscheid und Preyersmühle ist das belastend. Die Umleitung bedeutet für Autofahrer erhebliche zeitliche und finanzielle Herausforderungen.

Darauf hob jetzt ein Antrag der SPD ab, der im Rat einstimmige Unterstützung erfuhr. Das Papier fordert, eine „Lenkung des gegenläufigen Verkehrs mittels einer Ampelanlage praktisch zu prüfen und diese gegebenenfalls einzurichten“. Das habe schon am Ortseingang von Hilgen bei der Teilsperrung der L 101 in Dabringhausen funktioniert.

Der Technische Beigeordnete Thomas Marner versperrte sich dem Anliegen des SPD-Antrags in der Sitzung nicht: „Gerne nehmen wir das noch einmal mit. Wir werden das erneut diskutieren.“ Aber: Hoffnung auf eine Veränderung konnte er kaum machen: „Eine Ampel muss anordnungsfähig sein. Es wird immer wieder auf nicht vorhandene Rückstau-Längen verwiesen“, sagte er.

Bürgermeisterin Marion Lück berichtete von „unendlich vielen Beschwerden“, die die Stadtverwaltung erreichten: „Aber da kann nur der Bauherr selber etwas zu sagen – und der ist bekanntlich nicht die Stadt. Die Autobahn GmbH sollte eine andere Kommunikation mit den Bürgern führen. Das ist alles sehr mühselig.“ Henning Rehse, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, unterstützte das Ansinnen des SPD-Antrags: „Mit der Autobahn GmbH erscheint alles schwierig bis aussichtslos. Aber natürlich müsste an dieser Stelle eine Ampellösung gehen, wenn man das will.“

Aber: Es wird sich nichts ändern, allem Ärger zum Trotz. Man habe inzwischen untersucht, „ob eine Anpassung der Verkehrsführung im Rahmen der rechtlichen Aspekte möglich wäre“, so Sprecherin Guiomar Dohnalek weiter. Die Autobahn GmbH bleibt dabei: Die Einbahnstraßen-Regelung ist alternativlos.

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