680.000 Euro pro Jahr

Für diese Projekte flossen Fördermittel

In die Umgestaltung des Dorfparks in Dabringhausen flossen 102 000 Euro an Fördermitteln, womit unter anderem Sportgerät angeschafft werden konnten.
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In die Umgestaltung des Dorfparks in Dabringhausen flossen 102.000 Euro an Fördermitteln, womit unter anderem Sportgeräte angeschafft werden konnten.

Technischer Beigeordneter Thomas Marner zog im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr Bilanz.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Auch wenn er am Ende des Jahres die Stadt Wermelskirchen in Richtung Kerpen verlässt und Fördermittel-Managerin Lisa Engstfeld erst Mitte Januar aus der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt, wollte sich der Technische Beigeordnete Thomas Marner diese Bilanz nicht nehmen lassen: Die Fördermittel-Managerin holte das 8,2-fache ihrer Kosten inklusive Lohnnebenkosten für die Stadt Wermelskirchen wieder herein. Das betonte Thomas Marner auf der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr. Demnach akquirierte Lisa Engstfeld in den 18 Monaten ihres Wirkens vor dem Eintritt in die Elternzeit über eine Million Euro an Fördermitteln.

„Bereinigt auf die Dauer von zwölf Monaten handelt es sich um rechnerisch rund 680.000 Euro pro Jahr“, sagte Thomas Marner. Lisa Engstfeld hatte im Jahr 2020 bei der Stadtverwaltung Wermelskirchen als Fördermittel-Managerin ihren Job angetreten. Das Einrichten dieser Stelle stand auf der Prioritätenliste von Thomas Marner ganz oben. „Beim Werben für diesen Posten hatte ich mich aus dem Fenster gelehnt und behauptet, ein nach Schulnoten nur ausreichend arbeitendes Fördermittel-Management holt das zwei- bis dreifache seiner Kosten wieder herein“, erinnerte der Technische Beigeordnete gegenüber den Kommunalpolitikern und erläuterte, dass sich die genannten Zahlen auf Akquisebeginn und Mittelzusage in der Arbeitszeit von Lisa Engstfeld beziehen – nicht etwa auf bereits vor ihrem Antritt bei der Verwaltung beantragte Fördermittel.

In Summe akquirierte Lisa Engstfeld durch ihre Arbeit 1.020.248,76 Euro. Die „dicksten Batzen“ machten dabei die Mittel zur Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Dhünn mit 250.000 Euro und die Fördermittel für das Programm zur „Stärkung der Innenstadt“ mit knapp 384.000 Euro aus. Die Marke von 100.000 Euro übertreffen die Fördermittel für die Umgestaltung des Dorfparks in Dabringhausen (102.000 Euro), für den Ausbau der Offenen Ganztagsschule in Tente (108.000 Euro) und für die Informations-Technik (IT)-Administration bei der Stadtverwaltung (123.000 Euro). Das stellte Thomas Marner auf Nachfrage unserer Redaktion dar.

Laut dem Technischen Beigeordneten sei die Wermelskirchener Stadtverwaltung froh, wenn Lisa Engstfeld Mitte Januar wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehre, denn: „Derzeit muss sich jedes Amt und jedes Dezernat selbst und dezentral um Fördermittel kümmern. Denn vier Ausschreibungen mit dem Ansinnen, die Stelle der Fördermittel-Managerin interimsweise zu besetzen, haben leider nicht zum Erfolg geführt.“ Thomas Marner skizziert: „Derzeit werden Fördergelder und Fördertöpfe für unfassbar viele Themen aufgelegt. Manchmal mit gut zu bearbeitenden Antragsverfahren, manchmal mit aufwendig zu bearbeitenden Antragsverfahren und manchmal aber auch mit sehr aufwendigen und nur schwer zu leistenden Antragsverfahren.“

Immer wieder seien Fördertöpfe um ein zigfaches überzeichnet, häufig gebe es Anträge für das 20- oder 30-fache der zur Verfügung stehenden Fördermittel. „Das bedeutet, dass mit vielen Töpfen bei weitem nicht alles gefördert werden kann, was beantragt wird und dass die Töpfe also nicht selten zu gering ausgestattet sind“, stellt Thomas Marner fest.

Der Technische Beigeordnete gesteht ein: „Generell ist das Förderwesen ein sehr mannigfaltiges und in seiner Gänze nur schwer durchschaubares. Daher benötigt man eine Fachkraft zur Bearbeitung, um effektiv zur Verfügung stehende Fördergelder nutzen zu können.“ Allerdings: „Die Fördertöpfe, die von der Bezirksregierung Köln verwaltet werden, stehen dabei besser im Licht, weil es in der Bezirksregierung für die einzelnen Themen Fachleute gibt, die die Kommunen konstruktiv beraten.“ Aber längst nicht alle Fördergelder würden seitens der Bezirksregierung Köln verwaltet, weshalb eine passende Beratung manchmal schwierig zu bekommen und der Aufwand schon allein dadurch höher sei.

Projekte

Weitere Projekte, für die Lisa Engstfeld Fördermittel aquirieren konnte, waren unter anderem:

Heimat-Preis: 2020 und 2021: je 5000 Euro

Heimatscheck: 2000 Euro

Dach- und Fassadenbegrünung-Förderprogramm: 30.000 Euro

Wallbox E-Auto: 1450 Euro

Luftfilter für Schulen: 8880,84 Euro

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