Heute wird geschlossen

Fünf Apotheken wollen weiter testen

Das Testzentrum Lebenshilfe im Bürgerzentrum schließt mit dem heutigen Tag seine Pforten. Foto: Doro Siewert
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Das Testzentrum Lebenshilfe im Bürgerzentrum schließt mit dem heutigen Tag seine Pforten.

Testzentrum im Bürgerzentrum und Test-Drive-In sind bald dicht.

Von Anja Carolina Siebel

Einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten: So lautete die offiziell kommunizierte Intention der Betreiber des Schnelltest-Drive-Ins an der Albert-Einstein-Straße. Anfang Mai hatte die Firma Preventim das Zentrum auf dem Parkplatz im Industriegebiet eröffnet. Zum 10. Oktober wird es wieder schließen. „Der organisatorische Aufwand wäre einfach zu hoch, wenn die Tests ab 11. Oktober kostenpflichtig werden“, begründet Leiterin Jeanne Altfeld die Entscheidung. Zu Spitzenzeiten hatten sich täglich bis zu 600 Menschen dort testen lassen, inzwischen sind es immerhin noch rund 200. „Trotzdem lohnt es sich dann für uns nicht mehr“, sagt Altfeld.

Ihr sei wohl bewusst, dass die Schließung vieler Testzentren – auch das Testzentrum im Bürgerzentrum schließt mit dem heutigen 30. September seine Pforten – die Konsequenz haben könne, dass sich möglicherweise weniger Menschen testen lassen würden. „Zu uns kamen ja auch Geimpfte, die sichergehen wollten, nicht infektiös zu sein. Immerhin können ja auch die Geimpften sich anstecken und das Virus weitergeben.“

Einige Personengruppen können sich weiter kostenfrei testen lassen

Bei der Bergischen Apotheke an der Carl-Leverkus-Straße wird noch getestet. „Wir müssen aber erstmal prüfen, ob das für uns noch machbar sein wird, wenn die Tests ab Oktober nicht mehr vom Bund bezahlt werden“, äußert sich eine Mitarbeiterin dort eher zurückhaltend.

Dr. Thomas Winterfeld indes will in seinen vier Apotheken in Burscheid, Wermelskirchen und Dabringhausen weiter testen. Auch über den 11. Oktober hinaus, wie der Apotheker auf Nachfrage bestätigt. „Es gibt ja eine Verordnung, die uns vorgibt, wie die Regelung ist“, erklärt der Pharmazeut. Demnach gibt es Ausnahmen, nach denen bestimmte Personengruppen immer noch kostenfrei getestet werden können. Schwangere zum Beispiel, Menschen, die mit einer Chemotherapie behandelt werden, Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren, oder auch Personen, die einen ausländischen Impfstoff, beispielsweise in China oder Russland, erhalten haben. Die Kosten für einen Schnelltest betragen ab dem 11. Oktober 8 Euro plus 3,50 Sachbearbeitergebühren.

„Uns ist wichtig, dass das Angebot weiter besteht“, unterstreicht Dr. Thomas Winterfeld. „Wichtig wäre aber auch, dass wir bis zur Wintersaison die fehlenden zehn Prozent noch geimpft hätten.“ Viele Testpersonen hätten diffuse Ängste dem Impfen gegenüber, die man auch mit fachlichen Argumenten nicht ohne Weiteres aus dem Weg räumen könne.

Standpunkt: Es wird Zeit fürs Impfen

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Immer noch entbrennen unter anderem in den sozialen Netzwerken des Internets heiße Diskussionen darüber, ob Impfen nun sinnvoll ist oder nicht. Längst müsste aber klar sein: Impfen schützt. Zwar sind Geimpfte nicht zu 100 Prozent vor einer Infektion beziehungsweise der Übertragung des Coronavirus geschützt, aber doch zu einem großen Teil. Und: Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs, möglicherweise sogar mit Todesfolge, ist durch die Immunisierung praktisch ausgeschlossen. Leider gibt es immer noch Menschen, die dem Impfen nicht nur skeptisch gegenüberstehen, sondern es kategorisch ablehnen. Mit zum Teil kruden Begründungen. Diese Personengruppe wird wohl auch in Zukunft nicht zu überzeugen sein. Aber, wie Apotheker Dr. Thomas Winterfeld bei Kontakten mit Kunden beobachtet, es gibt auch Menschen, die noch immer unsicher sind und sich deshalb noch nicht zu einer Immunisierung entschlossen haben. Diese gilt es jetzt zu erreichen. Das ist über die Testungen möglich. Denn dort wird man sie antreffen. Und es wird Aufgabe der Apotheker und Mediziner sein, Überzeugungsarbeit zu leisten.

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