Ehrungen bei der Feuerwehr

Früher haben sich die Gruppen ums Feuer gestritten

Erinnern sich an gemeinsame Zeiten im Einsatz: Willi Miss, Harald Porray, Abteilungsleiter Udo Zdrenka und Sven Katerndahl.
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Erinnern sich an gemeinsame Zeiten im Einsatz: Willi Miss, Harald Porray, Abteilungsleiter Udo Zdrenka und Sven Katerndahl.

Alters- und Ehrenabteilung der Wermelskirchener Feuerwehr feiert 25-Jähriges.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Udo Zdrenka und Willi Miss erinnern sich, als sei es gestern gewesen. „Es war eiskalt und glatt“, sagt Udo Zdrenke. Um das Feuer an der Wäscherei überhaupt löschen zu können, band er sich mit einem Kameraden am Dach fest, um nicht auszurutschen. „Unsere Kleidung war so nass, dass die Hosen am Körper gefroren“, ergänzt Willi Miss. Der Einsatz an der Wäscherei Waschbär, Grüne Straße, ging in die Geschichte ein. „Das Löschwasser fror noch auf der Straße“, erzählt Zdrenka. Wenn die Feuerwehrleute der Alters- und Ehrenabteilung zusammensitzen, dann werden viele Anekdoten lebendig.

Gestern feierte die Alters- und Ehrenabteilung im Jägerhof in Neuenhaus ihr silbernes Jubiläum: Seit 25 Jahren treffen sich Feuerwehrleute, die nicht mehr im aktiven Einsatz sind, drei Mal im Jahr, um im Gespräch zu bleiben. Warum es die Abteilung nicht schon vorher gegeben habe? „Früher haben sich die Löschgruppen immer mal wieder ums Feuer gestritten“, erzählen die Männer.

Dann rückten die Dhünner und die Eipringhausener Feuerwehrleute zum Brand in Habenichts an – und rangelten um den Einsatzort. Mein Feuer? Dein Feuer? „Dabei kam es auch vor, dass die Schläuche der anderen aus dem Weg geräumt wurden“, sagt Zdrenka. Eine Alters- und Ehrenabteilung für die ganze Feuerwehr schien also eher unerwünscht. „Wer ausgedient hatte, saß trotzdem noch in seiner Löschgruppe mit am Tisch“, erzählt Harald Porray.

Aber dann brachten der damalige Stadtbrandmeister Peter Thiel mit Erwin Engels, Hans Peter Wolf und Karl-Friedrich Jörgens die gemeinsame Abteilung ins Spiel. Und sie kürten Willi Miss zum neuen Gruppenleiter. „Ich bekam einfach diese Urkunde zugeschickt, die mich zum Präsidenten machte“, erzählt der heute 90-Jährige. Mehr als 15 Jahre leitete er die Alters- und Ehrenabteilung – und die Kabbeleien der Vergangenheit waren Geschichte. Stattdessen erinnern sich die Kameraden an gemeinsame Einsätze und lassen sich über Neuheiten informieren. Sogar bei der Planung des neuen Feuerwehrhauses in Dabringhausen wurde an die Alters- und Ehrenabteilung gedacht.

Die Männer fühlen sich verbunden. „Aber natürlich hat sich viel verändert“, sagt Harald Porray und erzählt von jenem Tag, als er 1970 an der Wache in Dhünn stand und sich zum ehrenamtlichen Dienst meldete. „Damals konnte man sich den Wehrdienst ersparen, wenn man sich zehn Jahre für den Dienst in der Feuerwehr verpflichtete“, erzählt der heute 69-Jährige. „Aber die wenigsten haben zehn Jahre später daran gedacht, dass die Zeit um ist“, sagt Sven Katerndahl, „viele sind bis zum Ende geblieben.“

Schließlich fanden die Feuerwehrleute in ihren Löschgruppen auch ein blühendes Vereinsleben. Und bei vielen steckte das Feuerwehrwesen tief in der Familiengeschichte. „Mein Opa, mein Vater, seine Brüder: Alle waren bei der Feuerwehr. Das liegt uns im Blut“, sagt Miss. Sven Katerndahl klopfte damals Mitte der 1980er Jahre bei der Jugendfeuerwehr bei Fritz Molitor an – und blieb.

„Unsere Fahrzeuge reparierten wir noch mit Hammer und Schraubenzieher“, erzählt Katerndahl, „heute steckt da ganze andere Technik hinter.“ Und für die Wasserpumpe gab es eine Kurbel. „Das erste, was man dabei lernte, war der Griff“, sagt Zdrenka, „man konnte sich sonst schnell den Daumen brechen.“ Ohnehin sei der Einsatz damals gefährlicher gewesen. „Meine erste Uniform war ein Blauleinen“, sagt Miss. Viele Bauern kamen in Gummistiefeln direkt vom Stall. Alarmiert wurde per Sirene: „Und Ilse Katerndahl blies unten am Laden das Horn“, erzählt Zdrenka aus Eipringhausen, „während ihr Mann schon auf dem Weg zum Einsatz war.“ Und jeden ersten Samstag im Monat musste um Punkt zehn Uhr einer der Feuermänner im Einsatzwagen sitzen. Wenn die Sirenen zur Probe heulten, gaben sie Meldung: „Florian Berga, 5, 23, 2. Probealarm ordnungsgemäß abgelaufen.“

Die Geschichten bleiben lebendig. „Und wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass diese Männer Gerätehäuser gebaut und die Grundlage dafür gelegt haben, dass wir heute so eine gut funktionierende Feuerwehr haben“, sagt Sven Katerndahl.

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