Frommenkord blickt in die Zukunft

Marco Frommenkord mit Hund Oscar auf den Eipringhauser Feldern. Foto: Jürgen Moll
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Marco Frommenkord mit Hund Oscar auf den Eipringhauser Feldern. Foto: Jürgen Moll

Bürgermeisterkandidat will Wermelskirchen „bekannter machen als die Stadt Monheim“

Von Anja Carolina Siebel

Herr Frommenkord, Sie wurden einige Monate lang heiß als Nachfolger von Hans-Jürgen Manderla für den Fraktionsvorsitz der FDP gehandelt. Wie kam es dazu, dass Sie jetzt als Bürgermeister kandidieren?

Frommenkord: Im Grunde hat mich meine sechsjährige Tochter Cara darauf gebracht, dass ich gerade für die jüngere Generation in unserer Stadt noch mehr machen möchte. Ich habe durch sie einen gezielteren Blick auf die Zukunft. Natürlich habe ich das mit meinen Familienmitgliedern, Freunden und auch den Parteikollegen abgesprochen. Alle haben mich bestärkt und ich bin hochmotiviert.

Welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Frommenkord: Ich denke, auf eine Stichwahl könnte es hinauslaufen. . .

Was wäre Ihnen besonders wichtig, wenn Sie tatsächlich den Platz im Rathaus bekommen?

Frommenkord: Ein Bürgermeister ist ja nicht nur der Chef der Verwaltung. Er sollte sich vor allem als Bürger-Meister sehen, das heißt für mich, gemeinsam mit den Wermelskirchener Bürgern etwas zu entwickeln, Hand in Hand gestalten. Das kommt meiner Ansicht nach bisher etwas zu kurz.

Was meinen Sie genau damit?

Frommenkord: Ich finde, dass eine Verwaltung und auch die Politik einer Stadt nicht nur im stillen Kämmerchen agieren sollte, sondern auch ein Mitmachen der Bürger zulassen sollte.

Welche Ideen gibt es von Ihrer Seite, um das umsetzen zu können?

Frommenkord: Ich werde als Bürgermeister ein Innovationsgremium ins Leben zu rufen, in dem sich Menschen regelmäßig, die nicht politisch aktiv sind, möglicherweise monatlich, über Wünsche, Ideen und Ziele, die sie ganz persönlich für Wermelskirchen haben, austauschen.

Konkreter?

Frommenkord: Die Telegrafenstraße stelle ich mir für meine Zeit beispielsweise weitestgehend autofrei vor. Gelingen könnte das dank innovativer Mobilität, mit autonom fahrenden Bussen. Die Innenstadt und der Ortskern von Wermelskirchen sollte meiner Ansicht nach wieder mehr Treffpunkt für Menschen werden. Und: Es muss ein intelligentes Park-Leitsystem mit mehr Parkraum geben. Das würde auch die Attraktivität unserer Innenstadt wieder erhöhen, das gesellschaftliche Miteinander fördern. Außerdem würden Handel und Gastronomie gestärkt, was wir meiner Ansicht nach gerade jetzt dringend brauchen.

Sie spielen auf die Corona-Pandemie an, die ja gerade die kleinen Händler und die Gastronomen auch in unserer Stadt arg gebeutelt hat. Zusammen mit einer Gruppe von Wermelskirchenern, unter anderem Gastronomen, haben Sie zu Anfang des Lockdowns ein kleines Hilfsprogramm entwickelt...

Frommenkord: Ja, wir haben gemeinsam zum Beispiel erreicht, dass man sich in einigen Restaurants kontaktlos mit Hilfe eines QR-Codes als Gast registrieren kann. Aus den gesammelten Ideen entstand in der Corona-Zeit auch die „Perspektive 42929“, weil für viele einfach erstmal die Perspektive fehlte. Perspektiven sind aber wichtig, um weiterzukommen und lebenswert zusammen in einer Stadt zu leben. Dazu gehört die Esskultur genauso wie die gesamte Kultur einer Stadt. Wir haben meines Erachtens viele Kultur- und Freizeitangebote, die es unbedingt zu erhalten gilt. Zu nennen sind da beispielsweise das Haus Eifgen, das Juca oder auch das Freibad Dabringhausen, die bisher allesamt die Krise vor allem mit viel Kreativität bravourös gemeistert haben.

Nun befindet sich Wermelskirchen ja im Haushaltssicherungskonzept. Das heißt, die Entwicklungsmöglichkeiten sind finanziell stark eingeschränkt. Wie könnte in Ihren Augen trotzdem eine stete Entwicklung funktionieren?

Frommenkord: Man muss alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen. Dass es seit kurzem bei der Stadt eine Fördermittelmanagerin gibt, ist ein erster Schritt. Es gilt aber auch, den Haushalt auf stabile Füße zu stellen. Ich in ein Freund von Gewerbesteuersenkungen. Wir müssen erreichen, dass sich wieder Firmen bei uns ansiedeln. Nicht nur große, sondern auch Mittelständler. Ich könnte mir auch eine Kooperation zu anderen Städten vorstellen, zum Beispiel in Form einer Fachkräfteentwicklung. Es gibt viele Möglichkeiten, die Wirtschaft wieder ein Stück zu stärken. Denn das gehört auch zur gesunden Entwicklung einer Stadt wie Wermelskirchen.

Und wie stellen Sie sich Wermelskirchen vor, wenn Sie fünf Jahre im Amt als Bürgermeister gewesen sein würden?

Frommenkord: Ich stelle mir vor, dass Wermelskirchen bekannter sein wird als zum Beispiel Monheim, das vor allem durch seinen engagierten Bürgermeister ja bekannt ist für Innovationen. Die Kinderbetreuung wäre auf sicheren Füßen und der Öffentliche Nahverkehr hätte buchstäblich an Fahrt aufgenommen. Wie gesagt: Die Innenstadt wäre autofrei. Außerdem möchte ich die Verbindung zu den Partnerstädten stärken. Ich bin gerade in der Corona-Zeit viel durchs Bergische geradelt. Deshalb habe ich mir vorgenommen, wenn ich denn die Wahl gewinne, mit dem Fahrrad in Wermelskirchens Partnerstadt Forst zu radeln; dann mit E-Antrieb, versteht sich.

Zur Person

Geboren: 12. April 1981 in Würselen, aufgewachsen in Remscheid

Beruf: selbstständiger Unternehmer in der Digitalbranche

Familienstand: verheiratet, eine siebenjährige Tochter

Hobbys: Spaziergänge mit Familie und Hund Oscar, Radfahren

Politischer Werdegang: 2005 Eintritt in die FDP, seit 2016 stellvertretender Ortsvorsitzender und Fraktionsgeschäftsführer der FDP in Wermelskirchen, seit März 2020 stellvertretender Kreisvorsitzender

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