Aktion

Freizeitpark: 20 Helfer packen an

Volker Niemz und seine Helfer waren am Samstag wieder in Zenshäuschen aktiv. Foto: Anja Carolina Siebel
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Volker Niemz und seine Helfer waren am Samstag wieder in Zenshäuschen aktiv.
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Zur zweiten Rodungsaktion in Zenshäuschen kamen auch Ehrenamtler des Freibadvereins.

Von Anja Carolina Siebel

Es ist knackig kalt an diesem Samstagvormittag. Und doch herrscht wieder reges Treiben auf dem Gelände in Zenshäuschen. Mitarbeiter des Betriebshofes sind da, aber auch rund 20 Helfer des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa), der Vereine „Rollrausch“ und „Flipoff“, des ADFC und diesmal auch des Fördervereins Freibad Dabringhausen. Das aus gutem Grund: „Die Jungs bekommen von uns Hackschnitzel für ihre neue Heizanlage“, erzählt Betriebshof-Leiter Volker Niemz

Sehr günstig konnte der Verein wie berichtet im Spätsommer die Anlage erwerben. Eine Anschubfinanzierung von 15 000 Euro kam dazu auch von der Stadt. Der Betreiberverein ist dadurch später dann auch Begünstigter einer Leader-Förderung geworden. Rund 30 000 Euro netto erhält der Verein für den Betrieb der Biomasse-Heizungsanlage, die die Dabringhauser erwarben.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel

Das Prinzip der Anlage: Holz aus Abfällen aus dem Garten- und Landschaftsbau wird zu Hackschnitzeln verarbeitet und in einem Bunker gelagert. Per Förderband gelangen die Hackschnitzel später in die Heizanlage. „Da können wir unseren Beitrag leisten, dass wir auch den Dabringhausern helfen“, sagt Volker Niemz. Ein Geben und Nehmen also.

Am Samstag sind aber erst einmal die Vorbereitungen angesagt; die Helfer des Freibadvereins wollen ihr für die Anlage bereitetes Holz erst am kommenden Wochenende abholen. Niemz: „Wir mussten einen Schotterweg legen, damit die Leute nächste Woche mit schwerem Gerät hier aufs Gelände können.“

Diesmal sind erst einmal die restlichen Bäume dran. Das Bild, das sich den Vorbeilaufenden am späten Vormittag in Zenshäuschen bietet, ist schon beachtlich. Die meisten der zu fällenden Bäume und Sträucher liegen schon. „Es sind noch vereinzelte abzuholzen, das schaffen wir aber heute“, ist Niemz gegen Ende der Aktion zuversichtlich.

„Wir hoffen jetzt, dass möglichst viele Spenden zusammenkommen.“
Volker Niemz, Leiter des städtischen Betriebshofs

Das Interesse für den Freizeitpark war seit Jahren groß. Seit der Verein „Rollrausch“ im Jahr 2011 aufgrund des Aldi-Neubaus die Rollsporthalle am Bahnhof verloren hat, ist die Mitgliederzahl drastisch gesunken. Seit dem Abriss der Rollsporthalle setzte sich Marco Lerch, Vorsitzender von „Rollrausch“, für eine neue Halle oder eine andere Möglichkeit für die Skater ein. 2016 dann schien der Verein die optimale Lösung gefunden zu haben: Von einem Freizeitpark auf dem Gelände zwischen Zenshäuschen und Am Wasserturm war damals erstmals die Rede. Weitere Schritte waren allerdings nötig, um die Idee tatsächlich umzusetzen. Unter anderem wollten sowohl die beiden Autohäuser sowie der Discounter, deren Grundstücke angrenzen, mehr Fläche. Das ist nun berücksichtigt – und im Prinzip steht dem Bau des Freizeitparks nichts mehr im Wege.

HINTERGRUND FREIZEITPARK

HISTORIE Der Wunsch nach einem Gelände für Skater entstand in Wermelskirchen schon vor Jahren. Aus einer Skate AG in der Kattwinkelschen Fabrik entwickelte sich 1999 der Verein Rollrausch, der mit Jugendlichen eine brachliegende Halle am Bahnhof umbaute und dort jahrelang Skatesport anbot. Seit die Halle abgerissen wurde, ist der Verein auf der Suche nach Fläche. Die Stadt prüfte insgesamt 13 Standorte für ein Skatergelände. Das Gelände hinter Zenshäuschen erschien besonders geeignet. Erst als die anliegenden Autohäuser sich mit Grundstücktauschen einverstanden erklärten, gab es eine politische Mehrheit im Rat für den Freizeit- und Skaterpark. Während es aber für die Erweiterung der Radtrasse durch Zenshäuschen Fördergelder gibt, gibt es die für den Park nicht.

„Wir hoffen jetzt, dass möglichst viele Spenden zusammenkommen und das Ganze nahtlos weitergehen kann“, sagt Niemz. Geplant ist, zunächst den Radweg der Balkantrasse durch Zenshäuschen laufen zu lassen. Dafür stehen der Stadt auch schon Fördermittel zur Verfügung. Im Spätsommer, schätzt Bürgermeister Rainer Bleek, werde es mit dem Teilstück der Radtrasse klappen. Für die Abholzung wurde es höchste Zeit.

Denn bedingt durch das Baumschutzgesetz dürfen Bäume ab März nicht mehr ohne weiteres entfernt werden. Es erlaubt Rodungen nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar. » Standpunkt

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