Dabringhausen

Freibadverein zieht durchwachsene Bilanz

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Laut Freibad-Team befolgen die Gäste im Linnefetal die Regeln vorbildlich. Der Betrieb lässt aber zu Wünschen übrig.
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Sorge bereiten die Kosten und die niedrigen Einnahmen durch die Corona-Beschränkungen.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die gute Nachricht kommt bekanntlich immer zuerst. Für das Freibad Dabringhausen lautet sie dieses Jahr: Auch an schlechten Tagen kommen Badegäste. „Das ist in regulären Sommern oft nicht so“, sagt Dominik Roenneke, Vorsitzender des Betreibervereins des Dabringhauser Freibads.

In diesem „Corona-Sommer“ ist nun eben alles ein bisschen anders. Dass während der vergangenen Ferienwochen auch an durchwachsenen Tagen Schwimmer ihre Bahnen zogen, führt Roenneke darauf zurück, dass sie ihre Karten vorher online bestellen mussten: „Wer ohnehin für einen Tag eine Karte hat, lässt die wohl ungern verfallen.“

Rund 4000 Besucher passen eigentlich in das idyllisch gelegene Waldbad im Linnefetal. In den vergangenen Jahren war an heißen Sommertagen das Platzkontingent auch voll ausgeschöpft. Davon kann im Sommer 2020 keine Rede sein. Wegen der strengen Corona bedingten Hygiene- und Abstandsregeln dürfen maximal 800 Besucher ins Bad. Diese Gästezahl hat das Team des Betreibervereins bisher nur einmal im Freibad begrüßen dürfen: Am vergangenen Freitag war das Bad komplett ausgebucht.

„Die Beschränkung der Besucherzahl verhindert natürlich, dass wir kostendeckend arbeiten können,“ sagt Dominik Roenneke. Weder einmal. Denn auch in den vergangenen Jahren hatte der Verein wegen zu vieler Schlechtwetter-Tage und hoher laufender Kosten kräftige Verluste eingefahren. „Und wir wissen ja auch noch nicht, wie es beispielsweise im kommenden Sommer aussehen wird“, räumt Dominik Roenneke ein. „Ob die Pandemie dann so weit im Griff ist, dass wir wieder auf Normalbetrieb umschwenken können, steht ja völlig in den Sternen.“

Zwar habe das Freibad mehr Dauerkarten in dieser Saison verkaufen können als sonst – ganze 700 Saisonkarten gingen im Kaufzentrum Hübing an der Altenberger Straße über die Ladentheke. Zufrieden zurücklehnen können sich Roenneke und seine ehrenamtlichen Kollegen deshalb aber keinesfalls. „Zum einen können wir nicht so viele Gäste begrüßen wie sonst, zum anderen hat das Wetter auch in diesem Sommer selten richtig mitgespielt.“

In „normalen Jahren“ würden die heißen Sommertage, wie der am Freitag, die schlechten Tage quasi mitfinanzieren. Das würde aufgrund der verringerten Besucherzahl jetzt aber nicht funktionieren.

Besucher beachten in der Mehrzahl alle Regeln

Mit den Hygieneregeln würden die Besucher in der Mehrzahl gut klarkommen, haben Roenneke und sein Team beobachtet. „Sie hatten ja schon einen gewissen Vorlauf; wir haben ja erst Ende Juni geöffnet.“, sagt er. Wie mehrfach berichtet, ist das Dabringhauser Freibad seit einigen Jahren nur während der Sommerferien geöffnet.

Der vor der Badesaison dem Kreisgesundheitsamt vorgelegte Hygieneplan des Freibadteams ist ausgefeilt und durchdacht. So sieht er beispielsweise neben der ohnehin regelmäßigen Reinigung der Bäcken und umliegenden Flächen Wischdesinfektionen vor. Desinfektionsmittelspender an exponierten Stellen sollen verhindern, dass Keime eingetragen werden. Dominik Roenneke: „Auch das ist für uns mit enormen Mehrkosten durch Personal und Material verbunden.“ An Kasse und im Kiosk gilt das Mund-Nase-Schutz-Gebot, außerdem wird Kioskbetreiber Thomas Heckel die Terrasse nicht öffnen, es gibt also nur „Pommes to go“.

Das Planschbecken und auch der Spielplatz durften geöffnet werden. „Dort sind aber auch die Eltern in der Verantwortung, darauf zu achten, dass Abstände eingehalten werden“, appelliert Roenneke weiter an die Badegäste.

Im Schwimmerbecken wurde eine Wettkampfbahn eingezogen, um das Querschwimmen zu verhindern. Sollten die Gäste auf der Anlage und im Becken die Abstandsregeln trotz der Hinweise nicht einhalten, kann das Personal von seinem Hausrecht Gebrauch machen. Bisher war das aber nicht notwendig. „Unsere Gäste haben großes Verständnis für die besonderen Bedingungen“, freut sich Dominik Roenneke über Akzeptanz und Rücksichtnahme. | Standpunkt

Tickets kaufen

Das Freibad ist täglich von 10 bis 19.30 Uhr geöffnet. Kassenschluss ist um 19 Uhr. Der letzte Öffnungstag ist der 9. August.

Tagestickets sind über das Internet bei Bergisch Live als Online-Ticket erhältlich. Erwachsene zahlen 6 Euro, Jugendlich (bis 18), Schüler, Studenten 4 Euro.

www.bergisch-live.de

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Darüber sind sich wohl nicht nur die Dabringhauser einig: Das Freibad im Linnefetal muss erhalten bleiben. Damit die Ehrenamtler das weiter gewährleisten können, ist voraussichtlich in der nächsten Zeit noch mehr Unterstützung nötig als bisher. Denn nicht nur die Einbußen der vergangenen Sommer sind gewaltig, die Corona-Pandemie hat ihr Übriges beigetragen. Wegen der strengen Regeln im Bad war mehr Personal nötig, was logischerweise auch mehr Kosten verursacht hat. Zudem konnte es aufgrund der Besucher-Beschränkungen auch keine Tage mit vollen Kassen geben. Das heißt wohl: Unterstützung muss her. Und das nicht nur in Form von Manpower, wenn es wieder heißt, das Freibad winter- oder frühjahrsfit zu machen. Sondern auch in Form von Spenden. Schon einmal haben die Wermelskirchener bewiesen, dass ihnen „ihr“ Freibad wichtig ist. 

Vor einigen Jahren, als die Zukunft des Bades auf der Kippe stand, hatten auch größere Unternehmen sich finanziell an dessen Erhalt beteiligt. Das könnte auch jetzt eine Lösung sein, damit dem Badespaß auch in den kommenden Jahren keine Grenzen gesetzt sind.

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