Hochwasser

Freibad versinkt in den braunen Fluten

Komplett unter braunen Wassermassen versunken war gestern Morgen das Freibad Dabringhausen. Foto:
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Komplett unter braunen Wassermassen versunken war am Donnerstagmorgen das Freibad Dabringhausen.
  • Markus Schumacher
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Am Freitag beginnt in Dabringhausen das Großreinemachen – Stadt will mit 20 000 Euro helfen

Wermelskirchen. Vom Freibad Dabringhausen war am Donnerstagmorgen nicht mehr viel zu sehen: „Es ist alles überflutet“, schilderte Dominik Roenneke. Der Vorsitzende des Betreibervereins war schon am verregneten Mittwoch ständig vor Ort, kämpfte mit einer Handvoll Mitstreiter gegen die braunen Fluten der Linnefe an. Sie versuchten, den Technikraum mit einem Damm zu sichern. Vergebens: Die Pumpen gaben kurz Alarm, schalteten sich aus und versanken dann im Wasser.

„Wir konnten dann sehen, wie sich erst das Wasser im kleinen und dann auch im großen Becken von blau über grau zu braun färbte“, berichtete er. Das Freibad ist nun bis auf weiteres geschlossen.

„Wir können dabei jede Hilfe gebrauchen.“

Dominik Roenneke

Doch schon am Freitagmorgen um 10 Uhr beginnen die Reinigungsarbeiten. „Wir können dabei jede Hilfe gebrauchen“, sagte Roenneke. Helfer sollten – wenn vorhanden – Schubkarren, Schippen und Eimer mitbringen. „Der Schlamm muss schnell weg, bevor er trocknet“, wusste Roenneke.

Man habe ja Erfahrung mit winterlichem Hochwasser aus der Linnefe. „Aber solche Wassermassen, die das ganze Tal fluten, haben wir hier noch nie erlebt“, erklärte Roenneke.

Größtes Sorgenkind sind die vier Pumpen: Die standen nämlich komplett unter Wasser. „Wir hoffen, dass man sie noch reparieren kann“, sagte Roenneke. Dann könnte das Freibad vielleicht auch noch in dieser Saison wieder öffnen. Sollte die Technik komplett kaputt sein, dauere es sicher länger, bis Ersatz beschafft werden könne.

Um sie überhaupt untersuchen und dann reparieren zu können, müssten die Pumpen erst aus dem Wasser geholt werden. Das braune Wasser muss auch aus den Becken wieder raus. „Das Wiederbefüllen wäre dann kein Problem“, erklärte Roenneke, „die rund 2800 Kubikmeter haben wir in knapp 48 Stunden wieder drin.“

Nach langer Recherche haben die Rathaus-Mitarbeiter am Donnerstag noch rausgefunden, dass es tatsächlich eine Versicherung für die Technik im Freibad gebe. „Mit 10 000 Euro Eigenbeteiligung“, wie Bürgermeisterin Marion Lück bestätigte. Sie hatte ihren Urlaub unterbrochen und sich schon am frühen Morgen mit den Ratsfraktionen kurzgeschlossen. „Es gibt das klare Signal: Wir werden dem Freibad helfen. Auch finanziell“, versprach Lück. Zunächst 20 000 Euro sollen dafür bereitgestellt werden.

Während der großen Flut fiel auch bald der Strom im Freibad aus. „Stand heute funktioniert hier nur ein Stromkreis“, erklärte Roenneke, „auch die Webcams sind außer Betrieb.“ Als Erstes sollte am Donnerstag noch der Pumpenraum wieder leergepumpt werden. Roenneke machte sich keine großen Hoffnungen: „Ich tippe auf Totalschaden.“ Er betonte aber auch: „Es ist ein großer Schaden, aber er betrifft nur einen Teilbereich. Spätestens im kommenden Jahr wollen wir wieder öffnen.“ Zum Weitermachen motivierten ihn auch die unzähligen Hilfsangebote und Aufmunterungen über die sozialen Medien. Während Roenneke noch versuchte, dem Technikraum vom Wasser abzugrenzen, liefen mehr als 200 Nachrichten auf seinem Handy auf.

Standpunkt: Unterstützung ist gefragt

Von Markus Schumacher

markus.schumacher@rga.de

Solche Bilder kennt man eigentlich nur aus der Tagesschau, wenn es dort um irgendwelche Überschwemmungsgebiete in Asien oder Südamerika geht. Doch Dominik Roenneke musste nicht so weit reisen für seine Schnappschüsse auf dem Handy: Der Vorsitzende des Betreibervereins des Freibades fotografierte einfach im Linnefetal. Dort war nämlich das kleine Bächlein Linnefe während des Starkregens aus seinem Rohr getreten und hatte dann das ganze Tal mitsamt Freibad überschwemmt. Die Schäden an der Anlage sind noch schwer abzuschätzen. Roenneke selbst rechnet mit einem Totalschaden bei der Technik. Die Stadt hat aber sofort ihre Hilfe signalisiert. Und auch Roenneke betont, dass es im Freibad weitergehen werde. Man könne nur noch nicht sagen, wann. Viele Wermelskirchener haben dem Betreiberverein auch schon ihre Unterstützung zugesagt. Schon heute ab 10 Uhr kann tatkräftig mitangepackt werden, wenn dort die Aufräumarbeiten beginnen. Und auch in den kommenden Wochen bleibt genug zu tun. Hoffentlich hält die Hilfsbereitschaft auch länger an.

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