Kein Personalengpass

Freibad spart nachhaltig Kosten ein

Dominik Roenneke (l.) und die Fachangestellte für Bäderbetriebe – früher: Bademeisterin – Svenja Hirschhausen. Im Hintergrund die Photovoltaikanlage des Freibades.
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Dominik Roenneke (l.) und die Fachangestellte für Bäderbetriebe – früher: Bademeisterin – Svenja Hirschhausen. Im Hintergrund die Photovoltaikanlage des Freibades.

Mehr als 5000 Gäste waren schon in Dabringhausen schwimmen.

Von Peter Klohs

Donnerstag gegen Mittag im Freibad Dabringhausen: Wegen zahlreicher Wolken und nicht wirklich sommerlichen Temperaturen um die 18 Grad ist der Badebetrieb überschaubar. Seit dem 24. Juni ist das 1935 eröffnete Strandbad im Linnefetal geöffnet. Dominik Roenneke, Gründungsmitglied im Förderverein Freibad Dabringhausen und auch im Betreiberverein tätig, ist dennoch mit dem bisherigen Verlauf der Saison zufrieden.

„Wir hatten bisher knapp über 5000 Besucher“, erzählt der seit 1997 im Dorf wohnende Roenneke, „und das ist absolut in Ordnung, wenn man bedenkt, dass wir noch kein Vollgas-Wochenende mit Sonne satt hatten. Als das richtig tolle Wetter war, hatte das Bad noch nicht geöffnet.“

Roenneke ist in der glücklichen Lage, nicht über einen Personalengpass nachdenken zu müssen. „Da haben wir vorzeitig vorgesorgt“, berichtet der selbsttätige Kaufmann. „Wir arbeiten seit Jahren mit einer Zeitarbeitsfirma, die sich auf Schwimmbäder-Mitarbeiter spezialisiert hat, zusammen. Was immer wir an Personal brauchen, wird von denen geliefert. An Rettungsschwimmern haben wir einige neue Gesichter dabei, die aber alle bereits die erforderlichen Scheine vorweisen konnten, so dass umfangreiche Schulungen entfallen konnten.“

Dazu hat Roennekes Kollegin Katja Salz-Bannier mit der Stadt Wermelskirchen gesprochen, damit einige Kräfte aus dem Hallenbad das Freibad-Team unterstützen. Das Quellenbad hat in den Sommerferien wegen nötiger Arbeiten sowieso geschlossen. „Nein, über Personalknappheit klagen wir nicht. Obwohl die Bereitschaft Jugendlicher, in den Ferien arbeiten zu gehen, nachgelassen hat. Aber wir haben das Tagespersonal, die Rettungsschwimmer und halten Bereitschaftsdienste aufrecht“, so Roenneke. Dazu komme, dass die Zusammenarbeit zwischen Frei- und Quellenbad schon immer gut war. „Einige Kolleginnen aus dem Hallenbad bieten hier bei uns Kleinkinderschwimmkurse an.“

Badesaison soll langfristigausgeweitet werden

An Plänen für das Dabringhauser Freibad mangelt es Dominik Roenneke und seinen Kolleginnen und Kollegen nicht: Langfristig soll die Badesaison ausgeweitet werden und von Mai bis September andauern. „Um das zu erreichen, müssen wir jedoch unsere mittelfristigen Ziele umsetzen können.“ Und die sind nicht ohne.“ Das große Thema ist: langfristige Kosteneinsparung. „Damit begonnen haben wir 2018 mit der Errichtung eines Biomassenheizwerks, das mit Holzhackschnitzeln arbeitet und ein regenerativer Brennstoff ist“, erklärt Roenneke. Das ist Holz, was keinen anderen Verwendungszweck hat. Das Heizwerk erwärmt die Schwimmbecken und das Duschwasser. „Dadurch sparen wir schon mal eine Menge an Heizkosten. Und heute Morgen um 9 Uhr ist unsere Photovoltaikanlage ans Netz gegangen, die uns Strom für die Motoren der sieben Pumpen liefert, die die 3000 Kubikmeter Wasser in unserem Bad umwälzen und reinigen.“ Das sei durch das Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ vom Land NRW gefördert worden.

Aber es bleibt noch viel zu tun. Roenneke: „Wir müssen Batterietechnik integrieren, damit wir in der Lage sind, am Tag Energie zu speichern. Dazu müssen wir die Steuerungs- und Pumpentechnik modernisieren, die seit 1972 in Gebrauch ist und auf den Stand der heutigen Technik angepasst werden muss. Die letzten beiden Punkte können aktuell aber noch nicht terminiert werden. Aber es steht auf der Agenda.“

Man arbeite an einer nachhaltigen Energieaufbereitung seit fünf Jahren. „Die aktuelle Entwicklung gibt uns da vollkommen recht. Wenn die Batterietechnik eingeführt wird, dann dürfen wir uns nachhaltig nennen“, berichtet Roenneke. Von der großen Überflutungskatastrophe im vergangenen Jahr ist nur noch das nicht instand gesetzte Beachvolleyballfeld sichtbar. Der Wermelskirchenener Ralf Magney hat ein Konzept zum Schutz des Dabringhauser Freibads erstellt, das eine erneute Katastrophe dieser Größenordnung unwahrscheinlich macht.

„Die Freibäder sind im Unterhalt nicht zu teuer“, schließt Roenneke. „Man muss an den Energiekosten sparen, dann geht das auch.“

Öffnungszeiten

Das Freibad Dabringhausen hat noch bis zum 9. August täglich von 10 bis 19.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 6 Euro, für Kinder 4 Euro. Familien mit bis zu drei Kindern zahlen 15 Euro. Inhaber des Stadtpasses können das Freibad zu ermäßigten Preisen besuchen. Das Badewasser ist im Schwimmerbecken auf angenehme 22 Grad erwärmt.

Standpunkt: Macher am Werk

anja.siebel@rga.de

Klar, manchmal gibt es Kritik. Warum das Freibad denn nicht auch außerhalb der Ferien öffnet, heißt es da öfter. Sechs Wochen im Jahr, das sei doch nichts. Doch, ist was. Vor allem dann, wenn die Akteure das Ganze ehrenamtlich betreiben. Und das machen sie so gut, dass sie zum Beispiel nicht wie andere Bäder in der Region Personalmangel zu beklagen, sondern sich zeitig um qualifiziertes Bad-Personal bemüht haben.

Nach dem Hochwasser voriges Jahr wurde besonders deutlich, wie hoch die Identifikation der Dabringhauser mit ihrem Freibad ist. Zudem haben die Ehrenamtler in der letzten Zeit massiv Kosten einsparen können – etwa durch die Inbetriebnahme des Biomasseheizwerks. Kurz: Es wäre ihnen absolut zuzutrauen, dass sie es in den nächsten Jahren schaffen, die Saison tatsächlich wie geplant von Mai bis September auszudehnen. Angenommen würde das Angebot ganz sicher. Nicht nur von Dabringhausern.

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