350.000 Euro

Fördergeld soll Innenstadt beleben

Regierungspräsidentin Gisela Walsken (l.) übergibt Bürgermeisterin Marion Lück den Förderbescheid. Foto:
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Regierungspräsidentin Gisela Walsken (l.) übergibt Bürgermeisterin Marion Lück den Förderbescheid.
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Rund 350 000 Euro bekommt Wermelskirchen für die Neugestaltung von Leerständen

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Große Freude bei Marion Lück. Regierungspräsidentin Gisela Walsken übergab der Bürgermeisterin am Donnerstag die bereits erwartete Prämie für Städtebauförderung. „Es ist mein erster Förderbescheid als Bürgermeisterin. Und ich habe vor, in den nächsten Jahren noch mehr davon zu bekommen“, sagt Marion Lück.

383 000 Euro hatte die Fördermittelmanagerin Lisa Engstfeld beantragt. „90 Prozent haben wir bewilligt bekommen; das ist sehr erfreulich“, sagt Engstfeld auf Nachfrage. „Einkaufsstadt mit Herz“ heißt das Projekt, mit dem die Stadt Wermelskirchen zusammen mit dem Stadtmarketingverein WiW so viele Leerstände wie möglich reduzieren möchte, um die Innenstadt lebendig und attraktiv zu erhalten und zu gestalten.

Ein vielfältiges Angebot und hohe Aufenthaltsqualität sollen Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher aus benachbarten Städten anlocken, in Wermelskirchen einzukaufen. „Wir wollen mit den Eigentümern in Verhandlung treten, ob sie leerstehende Ladenlokale vergünstigt anbieten, damit es für potenzielle Betreiber einfach attraktiver wird, einzusteigen und etwas zu eröffnen“, erklärt Lisa Engstfeld. Ob Einzelhandel, Gastronomie, Kultur oder Dienstleistung – was in den Ladenlokalen entstehen wird, ist variabel. Engstfeld: „Das kann eine christliche Teestube sein, ein Jugendtreff oder auch etwas völlig anderes. Wichtig ist nur, dass es die Wermelskirchener Innenstadt belebt und attraktiver macht.“

„Wir planen, ein Leerstandsmanagement zu installieren.“

Lisa Engstfeld, Fördermittelmanagerin

Auch André Frowein, Vorsitzender von WiW, hat die gute Nachricht bereits erreicht. Der Stadtmarketingverein hatte zusammen mit Lisa Engstfeld und Marion Lück den Fördergeldantrag formuliert. „Wir haben schon eine Erhebung der in Frage kommenden Leerstände in der Innenstadt durchgeführt“, berichtet Frowein. In den Fokus gerieten dabei besonders der Kreisverkehr Eich sowie der gesamte Bereich Eich, die Kölner Straße und die Telegrafenstraße. „Insgesamt gibt es derzeit zwölf Leerstände, von denen die Hälfte für das Projekt in Frage kommen würde“, sagt André Frowein. Anfang September solle es nochmal eine Abstimmung unter den Verantwortlichen geben. „Wir planen mit einigen Mitarbeitern, ein Leerstandsmanagement zu installieren. Von dort aus sollen dann die Fäden für die Belegung der Ladenlokale zusammenlaufen.“ Im Gespräch seien unter anderem so genannte Pop-up-Stores. Pop-up-Stores sind temporäre Ladeneinheiten, die auf kostengünstige Weise Produkte inszenieren, um die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich zu ziehen.

Im Jubiläumsjahr – 50 Jahre Städtebauförderung – hat Regierungspräsidentin Gisela Walsken am Donnerstagvormittag 65 Zuwendungsbescheide in Höhe von insgesamt rund 73 Millionen Euro an 48 Städte und Gemeinden des Regierungsbezirks übergeben.

„Die Städtebauförderung hat in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, welch bedeutenden Beitrag für die Daseinsvorsorge, den Zusammenhalt und die Lebensqualität sie vor Ort leistet“, betonte die Regierungspräsidentin.

Das Modell der Bund-Länder-Städtebauförderung gibt es seit 1971. Dieses Jahr wurden im Regierungsbezirk Köln insgesamt mit 106 Zuwendungsbescheiden Fördergelder für den Städtebau mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro bewilligt. Neben den Regelprogrammen der Städtebauförderung kamen dabei der Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten und das Sofortprogramm für die Innenstädte und Zentren in Nordrhein Westfalen zum Tragen.

Fördermittelmanagerin Lisa Engstfeld hat derweil noch einige andere Förderanträge zur Bearbeitung auf dem Schreibtisch liegen. „Da ist zum einen der Antrag für die Gestaltung der Dörfer, aber auch einer für Lüftungsgeräte in den Klassenzimmern sowie der für uns wichtige Digitalpakt Schule“, zählt sie auf.

Hintergrund

Die Bund-Länder-Städtebauförderung existiert seit 1971. Ziel der mit der Städtebauprämie in ganz Nordrhein Westfalen geförderten Projekte sind unter anderem die Sanierung von Begegnungsstätten, Spielplätzen, Kulturzentren, Sportstätten und die Neugestaltung von innerstädtischen Straßen, Plätzen und Grünflächen, auch in Hinblick auf den Klimawandel. Mit dem Sofortprogramm wurden die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Innenstädte und Zentren in den Blick genommen.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Das ist eine gute Nachricht: Rund 350 000 Euro können Stadt und Stadtmarketingverein WiW für die Belebung der Innenstadt beanspruchen. Zwar hat es in der Corona-Zeit in Wermelskirchen gottlob nicht viele Händler gegeben, die aufgrund fehlender Einnahmen schließen mussten, aber einige Leerstände gibt es eben doch in der Stadt. Wenn die nun mit Aktionen und neuen Konzepten zum Leben erweckt werden können – umso besser. Dank der Prämie können Mieten vergünstigt und so das Angebot attraktiver gestaltet werden. Ideen gibt es schon einige, unter anderem die der Pop-up-Stores, also kurzfristig entstehende, und dann wieder verschwindende Ladenkonzepte. Das hat den Vorteil, dass das Angebot in der Stadt wechseln kann und so für die Kunden attraktiv und spannend bleibt. Möglichkeiten bieten sich aber auch für Vereine und Initiativen, die sich kurz- oder langfristig für eine Dependance oder einen Anlaufpunkt in der Innenstadt entscheiden. In jedem Fall wird das geplante Leerstandsmanagement eine große Bereicherung für Wermelskirchen sein. Auch und insbesondere für die Kunden in der Stadt.

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