Katt-Bistro

Poetry Slam: Michael Heide darf zum Finale

Er kam beim Poetry Slam im Katt-Bistro nicht so gut an: Björn Rosenbaum aus Dortmund. 

Mit Flüstern gewann er die Wortschlacht.

Von Domenica Holtkamp

Brechend voll war das Katt-Bistro am Sonntagsabend. Grund: der Poetry Slam „Zeilensprung“. Bei der letzten Wort-Schlacht handelte es sich um eine besondere Ausgabe des Dichter-Wettbewerbs. Es galt, den Besten unter den Besten zu bestimmen, verkündeten die Moderatoren Oscar Malinowski und Elina Raddy.

Preis des Abends war das begehrte Ticket zum NRW-Poetry-Slam-Finale. Nur die Gewinner der vergangenen Sessionen durften antreten. Sechs erfahrene Slammer bekamen die Gelegenheit, ihre Gedichte vor 100 Zuschauern vorzutragen: Markim Pause, Michael Heide, Christoph Koitka, Eric Jansen, Michael Goehre und Björn Rosenbaum.

Der lustige Heavy-Metal-Fan schafft es ins Halbfinale

Es waren diesmal eher die unspektakulären Dinge des Lebens, die die Poeten zu ihren Gedichten inspirierten. So dichtete Michael Goehre über das lustige Dasein eines Heavy-Metal-Fans, der gerne mal mit der Bohrmaschine musiziert und bei Mensch-Ärgere-Dich-Nicht alle Figuren schwarz malt. Er schaffte es mit seinem Humor bis ins Halbfinale.

Nicht besonders gut an kam das Gedicht „Babyboom“ des Dortmunders Björn Rosenbaum. Schonungslos machte er sich über frisch gewordene Eltern lustig. Mit nur 27 Stimmen fand er wenig Zuspruch und musste in der 1. Runde ausscheiden.

Tiefgründige oder politisch orientierte Gedichte blieben aus. Viel mehr versuchten die Dichter, mit ausgefallenen Texten für Lacher zu sorgen. Das gelang Michael Heide und Eric Jansen. Schon bei der letzten Session mussten diese zwei Slammer in der Finalrunde gegeneinander antreten. Damals entschied das Publikum, dass beide gewinnen sollten. „Diesmal geht das nicht! Wir müssen heute einen Gewinner ausmachen“ erklärte Malinowski.

Am Ende machte Heide das Rennen. Sein unheimliches Gedicht „Unsichtbar“ bekam den lautesten Applaus. Mit einem schaurigen Flüstern erzählte er von einem unsichtbaren Freund aus Kindesalter, der nicht mehr beachtet wird und aus Rache unschuldige Kinder erschreckt. „Seine Texte haben immer einen makaberen Hauch, aber auf eine sehr lustige Art und Weise“, kommentierte Besucher Michael Lange.

Mit dem Sieg hatte der 35-Jährige nicht gerechnet: „Ich musste am Ende improvisieren und bin erleichtert, dass es gut angekommen ist.“

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