IHK lädt ein

Tag der Ausbildung: Firmen zeigen, was sie drauf haben

So sieht also eine Drehmaschine aus. Marcel Zobel (Ortlinghaus) erklärt die Funktion.
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So sieht also eine Drehmaschine aus. Marcel Zobel (Ortlinghaus) erklärt die Funktion.

Am Tag der Ausbildung schauten Jugendliche bei drei Unternehmen vorbei.

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Viele Jugendliche wissen nach dem Schulabschluss nicht, wie es in ihrem Leben weitergehen soll. Wollen sie studieren oder in eine Lehre einsteigen?

Die Industrie- und Handelskammer zu Köln hatte am Samstag zu einem Tag der Ausbildung eingeladen, den rund 30 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule in Wermelskirchen besuchten. Hauptprogramm der Veranstaltung war der Besuch von drei erfolgreichen Unternehmen in der Stadt, die sich und ihre Arbeit vorstellten, immer wieder jedoch auch darauf hinwiesen, dass eine akademische Qualifikation zwar ganz schön, eine berufliche Qualifikation jedoch viel wichtiger sei.

„Die Unternehmen suchen händeringend Nachwuchskräfte“, wusste Michael Flanhardt vom IHK-Wirtschaftsgremium zu berichten. „50 Prozent aller Berufseinsteiger entscheiden sich für zehn Berufe. Dabei gibt es mehr als 300.“ Die ausgewählten Betriebe, die mit einem Bus angefahren wurden, zeigten in drei Stunden eine Palette an Möglichkeiten.

Erste Station war Ortlinghaus

Zunächst stand der Besuch der Firma Ortlinghaus an der unteren Kenkhauser Straße an. Geschäftsführer Bastian Franzkoch begrüßte die Delegation aus Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrern. „Wir erwarten Hochspannung“, sagte Eva Babatz aus der Geschäftsführung der IHK Köln, die eingeladen hatte. Franzkoch konterte: „Wir können gar nichts anderes.“

Bei einem kleinen Rundgang wurde das seit 125 Jahren in Familienbesitz befindliche Unternehmen, das Kupplungen, Bremsen und Lamellen für Bohrinseln, Krane oder Großpressen herstellt, vorgestellt. „Hier stehen Maschinen, die teurer als ein Einfamilienhaus sind“, berichtete der Geschäftsführer. Sehr effektiv wurde ein Rohling neben einem fertigen Werkstück gezeigt und auf die dazu nötigen 25 bis 30 Arbeitsschritte eingegangen. Franzkoch schloss die Führung mit einer Erkenntnis: „In fünf Jahren können sich die Facharbeiter die Arbeitsstellen aussuchen, und nicht umgekehrt.“

Bastian Franzkoch von der Firma Ortlinghaus begrüßte die Besuchergruppe.

Beim Werkzeughersteller Dönges, an der Autobahnauffahrt zur A 1, steht ein bergischer Löwe an der Eingangstür, passenderweise mit einem Werkzeug im Maul. Auch Dönges ist seit vier Generationen in Familienbesitz. Große Kunden des Unternehmens sind unter anderen die Bundeswehr und die Feuerwehr. Stark beeindruckt waren die Jugendlichen vom betriebseigenen Fitnessraum nebst dem Ruheraum. Einkaufsleiter Jörg Dietsch betonte, dass sich alle Mitarbeiter „im Hause wohlfühlen sollen. Und das ist kein leeres Geschwätz.“ Dass man es bei Dönges weit bringen könne, zeige der Geschäftsführer Thomas Pletsch, der im Betrieb seine Ausbildung gemacht hat.

  Tente-Rollen war das dritte Unternehmen, das sich beim Tag der Ausbildung vorstellte. Auf einen Rundgang durch das Unternehmen verzichtete man im Hinblick auf die rund 40 000 Quadratmeter Produktionsfläche. Eine Präsentation erklärte, wie eine Rolle unter einem Einkaufswagen produziert wird. Anschließend berichteten Auszubildende, welche Möglichkeiten es während eine Lehre bei Tente-Rollen gibt. Dazu gehört ein Auslandsaufenthalt, ein fester Einsatzplan und die Mitarbeit bei Messen. „Es gibt Alternativen zu Abitur und Studium“, sagte Ausbildungsleiter Lutz Theis. „Und die bieten wir hier bei uns an.“ Zur Zeit arbeitet Tente mit 30 Azubis.

Aubildungsleiter beklagt Niveau

Lutz Theis, Ausbildungsleiter bei Tente-Rollen, kam auf die Schwierigkeiten zu sprechen, die sich im Laufe der vergangenen Jahre durch die Lehrstellenbewerbungen ergeben haben und die nicht nur Tente betreffen. „Früher bekam ich pro Jahr 500 Bewerbungen, davon waren 400 so, dass ich sie sofort eingestellt hätte. Heute bekomme ich 250, von denen ich 180 sofort absagen muss. Das Bildungsniveau ist deutlich gesunken. Es gibt auch Jugendliche, die wir einladen und die nicht zum Gespräch erscheinen.“ Schulnoten seien nicht das alleinige Kriterium bei Tente.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Punkt für die Ausbildung

anja.siebel@rga.de

Viele Jugendliche mit entsprechender Schulbildung streben inzwischen ein Studium an. Vielfach, ohne genau zu wissen, was sie damit eigentlich beruflich anfangen möchten. Dabei kann eine Ausbildung in einem renommierten Unternehmen da viel klarere Vorstellungen vermitteln. Die drei Wermelskirchener Ausbildungsbetriebe Dönges, Ortlinghaus und Tente sind bekannt für ihre zahlreichen Möglichkeiten, die sie gerade Berufseinsteigern bieten.

Und damit ist nicht der tolle Fitnessraum gemeint, den die Firma Dönges ihren Mitarbeitern noch zusätzlich zur Verfügung stellt. Es gibt die duale Ausbildung, Auslandsaufenthalte. Haben sie die Ausbildung absolviert, sind sie entsprechend vorbereitet aufs spätere Berufsleben.

Hinzu kommt, dass gute Facharbeiter dringend gesucht werden auf dem Arbeitsmarkt. Ein klares Ja also zur Ausbildung in einem guten Unternehmen. Von denen es in Wermelskirchen gleich mehrere gibt.

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