Aktion

Firma Dönges spendet ans Foodsharing-Team

Die Foodsaver Matthias Pahl und Vera Hinterholzer (v.l.) freuen sich über die Spende von der Firma Dönges, übergeben durch Alexander Hintze (2.v.r.). Der Wermelskirchener Jörg Johann hatte den Kontakt hergestellt.
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Die Foodsaver Matthias Pahl und Vera Hinterholzer (v.l.) freuen sich über die Spende von der Firma Dönges, übergeben durch Alexander Hintze (2.v.r.). Der Wermelskirchener Jörg Johann hatte den Kontakt hergestellt.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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60 Kisten für den Transport nutzen die Lebensmittel-Retter jetzt für ihre Transporte

Wermelskirchen. 60 flammneue und vor allem stabile Lebensmittel-Kisten durften die Ehrenamtler der Foodsharing-Gemeinschaft aus Wermelskirchen und Burscheid am Freitag bei der Firma Dönges entgegennehmen. Diese Art der Kommunikation funktioniert wohl nur in einer kleinen Stadt wie Wermelskirchen. Denn der Kontakt entstand „wie immer durch Beziehungen“, wie Matthias Pahl von Foodsharing berichtet.

Pahl hatte seinem Bekannten Jörg Johann, mit dem er regelmäßig Boule spielt, von der Not erzählt, die die Lebensmittel-Retter zum Teil hatten: „Immer wieder hatten wir bei unseren Transporten das Problem, dass die Kisten, die teilweise in schlechter Qualität sind, nicht dicht genug waren, um die Waren sicher zu transportieren“, berichtet Vera Hinterholzer, Foodsharing-Botschafterin aus Wermelskirchen.

Jörg Johann setzte sich deshalb mit Alexander Hintze von Dönges in Verbindung. „Wir haben geschäftliche Kontakte“, sagt der Wermelskirchener Industrie-Vertreter. Er habe deshalb gewusst, dass Dönges als Werkzeugfachhandels-Unternehmen solche Boxen einkauft und nutzt. „Ich habe daraufhin mit unserer Geschäftsführung gesprochen und das Okay für die Spende bekommen“, erzählt Alexander Hintze. Die Dönges-Geschäftsleitung unterstützt regelmäßig regionale und vor allem soziale Projekte, zum

„Wir sind keine Konkurrenz für die Tafeln.“

Matthias Pahl, Foodsaver

Glück für die so genannten Foodsaver. „Die neuen, qualitativ hervorragenden Boxen helfen uns bei unseren Einsätzen absolut weiter“, betont Vera Hinterholzer

Die Lebensmittel-Retter, die in vielen Städten aktiv sind, sind dafür angetreten, Waren, die Einzelhändler, Discounter, Bäckereien oder Gastro-Betriebe ansonsten wegwerfen würden, weil entweder das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder Verpackung oder Schale etwas beschädigt sind, zu „retten“, also weiter zu verwenden. „Wir sind deshalb keine Konkurrenz für die Tafeln“, erklärt Matthias Pahl.

„Erstens geht es bei uns meist nicht um Konserven oder Milchprodukte, sondern in erster Linie um Brot oder Obst und Gemüse. Und zweitens verteilen wir die Waren in der Regel unter uns.“ Es komme allerdings auch vor, dass mal Brote oder Kuchen an gemeinnützige Initiativen verteilt würden. „Wir sind aber glücklich, wenn wir so wenig wie möglich bei den Händlern abholen“, unterstreicht Vera Hinterholzer

Die „Foodsaver“ fahren ausgewählte Betriebe an und nehmen dort Lebensmittel auf, die die Unternehmen sonst wegwerfen müssten. In einer Whats-App-Gruppe oder über die sozialen Netzwerke informieren sie sich dann gegenseitig und verteilen die Produkte unter sich. Seit dem Start des Foodsharing Projektes für Wermelskirchen und Burscheid im März 2018 konnten die Ehrenamtler bei insgesamt 4012 „Rettungseinsätzen“ bereits ganze 32 530 Kilogramm Lebensmittel vor dem Abfalleimer bewahren. Die Foodsharing-Initiative hat in Wermelskirchen und Burscheid 209 Mitglieder, darunter 40 aktive. Und die haben den guten Zweck, für den sie antreten, immer im Auge: Das Retten der Lebensmittel.

„Wir freuen uns, dass die Händler offenbar dazugelernt haben“, resümiert Vera Hinterholzer. „Es wird immer weniger, was wir abholen. Und das finden wir gut. Denn wir wollen ja ein Zeichen setzen für weniger Abfall an Lebensmitteln.“ | Standpunkt

Hintergrund

foodsharing.de ist eine Internetplattform zum Verteilen von überschüssigen Lebensmitteln in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Getragen wird sie vom Verein food-sharing e. V. und startete am 12. Dezember 2012.

Kontakt zu den Wermelskirchener Foodsavern gibt es unter wermelskirchen @foodsharing.network oder die Homepage www.foodsharing.de

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchener „Klüngel“ ist nicht Jedermanns Sache. Aber hin und wieder kann der „Kall“ über den Gartenzaun und das „Jeder kennt irgendwie Jeden“ auch ganz nützlich sein. Wie im aktuellen Fall. Über Bekannte von Bekannten entstand der Kontakt der Foodsharing-Initiative zur Firma Dönges. Und da die Geschäftsleitung es sich seit dem Umzug nach Wermelskirchen auf die Fahnen geschrieben hat, soziale Projekte in der Stadt aktiv zu unterstützen, war das Band schnell geknüpft – und die Lebensmittel-Kisten gespendet. Das ist Nachbarschaftshilfe der wertvollen Art. Denn die Lebensmittel-Retter leisten wichtige Arbeit. Über 30 Prozent der Waren, die in unseren Kühlschränken und Lebensmittelschränken lagern, landen regelmäßig im Hausmüll. Meist, weil das Haltbarkeitsdatum überschritten ist und man doch wieder zu großzügig im Supermarkt eingekauft hatte. Und auch die Lebensmittelhändler kaufen oft zu üppig ein. Folge: Auch dort landen eigentlich noch verwendbare Waren im Müll. Das zu verhindern ist auch Nachhaltigkeit. Und somit unterstützenswert.

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