Finanzielle Folgen der Krise sind noch nicht abzusehen

In Hanau übersteigen die Einnahmen aus der Hundesteuer bereits die Gewerbesteuer. Symbolbild: Uli Preuss
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In Hanau übersteigen die Einnahmen aus der Hundesteuer bereits die Gewerbesteuer. Symbolbild: Uli Preuss

Höhere Einnahmen aus der Hunde- als aus der Gewerbesteuer: So schlimm ist es in Wermelskirchen nicht

Von Anja Carolina Siebel

Die Nachricht aus dem hessischen Hanau Anfang dieser Woche klingt etwas kurios. Als erste Stadt bundesweit meldet Hanau nämlich, dort seien die Einnahmen aus der Hundesteuer inzwischen höher als die aus der Gewerbesteuer. Das sei eine Folge der Steuererlasse für Gewerbetreibende wegen der Corona-Pandemie.

„Bei uns sind die Einnahmen aus der Hundesteuer aktuell höher als die Einnahmen aus der Gewerbesteuer“ – das meldete laut Presseberichten der Oberbürgermeister von Hanau, Claus Kaminsky. „Wir mussten im zweiten Quartal feststellen, was ich vorher für unvorstellbar gehalten habe, die Hundesteuer war tatsächlich höher als die Gewerbesteuer“, so Kaminsky. In normalen Jahren nehme Hanau rund 80 Millionen Euro an Gewerbesteuern ein, in diesem Jahr rechnet die Stadt mit gut 30 Millionen Euro. Besonders dramatisch sei der Einbruch im zweiten Quartal.

„Auch wenn wir die Ergebnisse der Gewerbesteuer-Aussetzung noch nicht kennen, wird die Hundesteuer bei uns diese Einnahmen sicher nicht übertreffen“, prognostiziert Wermelskirchens Stadtkämmerer Dirk Irlenbusch. Das liege unter anderem daran, dass die Hundesteuer in Wermelskirchen sehr niedrig sei. Ein Hund kostet 83 Euro im Jahr, bei zwei Hunden fallen pro Tier 101 Euro im Jahr an, ab drei Hunden sind es 119 Euro im Jahr. Gefährliche Hunde kosten 657 Euro.

Die Steuersätze sind gestaffelt bei Haltung von zwei beziehungsweise drei und mehr Hunden je Haushalt. Die Satzung der Stadt Wermelskirchen sieht des Weiteren verschiedene Ermäßigungs- und Befreiungstatbestände vor.

Befreit wurden – zeitweilig – jetzt aber auch die Gewerbetreibenden in der Stadt. Der Kämmerer hatte im Frühjahr entschieden, die Gewerbesteuervorauszahlungen zu Beginn der Krise für zwei Quartale auszusetzen. Das verschaffte den Unternehmen Luft und damit eine zusätzliche Liquidität von rund zehn Millionen Euro. Ausgesetzt wurden die Vorausleistungsquartale 15. Mai und 15. August. Daraus wurde in Wermelskirchen sogar ein politischer Antrag mit Dringlichkeitsentscheidung.

Ob es große Einbußen gibt, ist noch nicht klar

Im Sommer zeichnete sich ab, dass mit erheblichen Gewerbesteuereinbußen zu rechnen sein könnte. „Das ist aber noch nicht klar“, betont Dirk Irlenbusch. Einige Unternehmen hätten freiwillig gezahlt und somit das Angebot der Aussetzung nicht angenommen. Irlenbusch: „Das ist ja auch von Branche zu Branche unterschiedlich. Einige, vor allem die Gastronomen, haben unter der Krise massiv gelitten, andere konnten weiter wirtschaften, wieder andere haben sogar gewonnen.“

Für die Unternehmen werden die ausstehenden Beträge entweder am 15. November komplett fällig oder sie setzen sich jetzt mit dem Finanzamt in Verbindung. Entsprechende Schreiben habe die Stadt schon verschickt.

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