Projekt

Feierabendmarkt für Wermelskirchen

In Radevormwald kam das Konzept des Feierabendmarktes von Anfang an gut an. Archivfoto: Roland Keusch
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In Radevormwald kam das Konzept des Feierabendmarktes von Anfang an gut an.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Auch die Kommunen Burscheid, Hückeswagen und Wipperfürth ziehen mit – Leader fördert das Projekt.

Wermelskirchen. Nach dem Feierabend noch ein wenig flanieren, in der Stadt etwas essen und trinken, sich treffen. Das soll es – sofern die Pandemiebedingungen es bis dahin zulassen werden – ab Juni unter anderem in Wermelskirchen geben. Wie André Frowein vom Stadtmarketingverein WiW auf Nachfrage bestätigt, haben sich die Kommunen Wermelskirchen, Burscheid, Hückeswagen und Wipperfürth auf einen gemeinsamen Feierabendmarkt verständigt. Das heißt: Einmal im Monat findet der Markt jeweils in einer der vier Städte statt.

Seit 2019 gibt es ein ähnliches Konzept in Radevormwald. Dort hatte der Feierabendmarkt immer in den Sommermonaten stattgefunden; seit März 2020 ist er aber in den Corona-Lockdown gegangen. „Wir wollen es etwas anders machen als in Radevormwald, haben uns aber von dort natürlich einige Tipps geholt“, sagt André Frowein. Er hatte die Idee für den Markt in Wermelskirchen. „Wie auch schon mit der Kampagne ‘Kauf lokal’ wollen wir den Menschen etwas Positivität und Hoffnung vermitteln. Gute Ideen entwickeln, für die Zeit, wenn wieder mehr möglich sein wird“, unterstreicht André Frowein. „Wir haben uns dann nach und nach mit den Vertretern der anderen Städte zusammengesetzt und so Mitstreiter gefunden. Wir haben mit vier beteiligten Kommunen also die Möglichkeit, den Markt jeweils einmal im Monat immer in einer anderen Stadt stattfinden zu lassen. Dass alle Städte entlang der Balkantrasse beheimatet sind, hat nochmal besonderen Charme. Da kann man dann auch mal mit dem Fahrrad zum Feierabendmarkt radeln.“

Nach WGA-Informationen haben die Initiatoren die Agentur Leader Bergische Wasserland derart von dem Projekt überzeugt, dass es von Leader sogar finanziell gefördert werden soll.

Wermelskirchens Bürgermeisterin Marion Lück hatte während ihrer Wahlkampfzeit vor, einen Naschmarkt in Wermelskirchen zu etablieren. „Ich bin deshalb natürlich sehr froh, dass wir das jetzt auf den Weg bringen“, sagt sie auf Nachfrage. „Besonders attraktiv finde ich, dass wir uns mit mehreren Städten zusammentun konnten und somit die Gäste die Chance haben, mal hier und mal dort zu schauen oder aber auch alle vier Wochen in der eigenen Stadt über den Feierabendmarkt zu gehen.“

Markt soll entlang der Telegrafenstraße stattfinden

Auch Burscheids Bürgermeister Stefan Caplan begrüßt das Konzept. „Bei uns hatte es vor Jahren schon mal die Idee gegeben, dass die Wermelskirchener von WiW jetzt nochmal den anstoß gegeben haben, kann nur gut sein.“ Wo in Burscheid der Markt stattfinden werde, sei derzeit noch in der Planung. „Auf jeden Fall irgendwo im Bereich der Hauptstraße“, sagt Caplan.

In Wermelskirchen steht der Standort des Feierabendmarktes bereits fest. Wie auch der Wochenmarkt soll sich auch der Naschmarkt entlang der Telegrafenstraße postieren, also im Herzen der Innenstadt. Zunächst soll er ausschließlich während der Sommermonate stattfinden. „Wir denken, dass er aus zwei Dritteln Marktbeschickern bestehen wird, aber auch lokale Anbieter können sich präsentieren“, erklärt André Frowein. Außerdem soll es Getränkestände und Fressbuden dort geben. Frowein: „Das genaue inhaltliche Konzept besprechen wir aber gerade noch.“

Verwundert zeigte sich am Dienstag die Ratsfraktion des Bündnisses für Burscheid (BfB) über eine Meldung zum geplanten Feierabendmarkt in einem lokalen Medium. BfB-Fraktionschef Michael Baggeler kritisiert, dass die Idee für einen Feierabendmarkt bereits vom BfB gekommen sei. Es habe zudem im Juni 2018 einen entsprechenden Antrag gegeben. „Der Antrag wurde damals zwar nicht abgewiesen, aber bis zur Fertigstellung der unteren Hauptstraße und des Marktplatzes zurückgestellt. Auch war die Stadtverwaltung vor drei Jahren der Ansicht, dass ein Platz zur Unterbringung von Mobiliar fehle“, heißt es unter anderem in dem Schreiben.

Hintergrund

Feierabendmärkte gab es bereits in Remscheid und Radevormwald. Während sich der Markt in Remscheid nicht etablieren konnte, hatte er in Rade direkt Erfolg. Allerdings wurde er zunächst für die Wintermonate 2019/20 eingestellt und konnte dann im Frühjahr 2020 wegen der Corona-Pandemie nicht mehr öffnen. Bisher gibt es für Rade auch noch kein Öffnungskonzept.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Das sind wirklich gute Nachrichten in einer ansonsten eher trüben Zeit. Ein Feierabendmarkt hat auf jeden Fall Charme. Und er wird besonders nach dieser langen Zeit der Schließung sicher eine willkommene Abwechslung für die Bewohner aller vier Städte. Und ist es nicht eigentlich völlig egal, wer die Idee als erstes hatte? Wichtig ist doch, dass sie endlich umgesetzt und sogar noch von der Agentur Leader Bergisches Wasserland gefördert wird. Auch nett: Alle vier Kommunen grenzen an die Balkantrasse, so dass sich eine kleine Radtour in die jeweils andere Stadt immer anbietet. Rundum also ein gutes Grundkonzept. Nun kommt es nur darauf an, den Markt in den jeweiligen Städten gut zu etablieren. Hatte er sich doch in Remscheid seinerzeit nicht wirklich durchgesetzt und wurde nach einigen Malen wieder angesetzt. Die Gründe sind unklar. Aber daran mag man eigentlich gar nicht denken, wenn die schönen Aussichten auf einen lauen Sommerabend auf dem Markt vor einem liegen. Die Initiatoren von WiW und den übrigen Stadtmarketingvereinen werden schon dafür sorgen, dass der Markt Erfolgsgeschichte schreibt.

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