Politik

FDP fordert Erklärung für Personalprobleme in der Verwaltung

Marco Frommenkord ist FDP-Fraktionsvorsitzender.
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Marco Frommenkord ist FDP-Fraktionsvorsitzender.

Im Jahr 2022 gab es viele Ausfälle und Schließungen der Verwaltung durch wenig Mitarbeiter. Das soll sich ändern.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Die Liberalen stellen sich in Sachen Personalpolitik auf „Kriegsfuß“ mit der Stadtverwaltung. In einer schriftlichen Anfrage an Bürgermeisterin Marion Lück betont die FDP-Stadtratsfraktion: „Das Jahr 2022 hat gezeigt, dass es innerhalb der Stadtverwaltung zu erheblichen Problemen in den verschiedensten Bereichen gekommen ist.“ Dabei führen die Unterzeichner, Fraktionschef Marco Frommenkord und der sachkundige Bürger Kevin Felten, unter anderem auf das Hallenbad an: „Das Quellenbad hat es geschafft, deutlich mehr als zehn Mal die Öffnungszeiten aufgrund verschiedenster Themen zu verändern oder sogar halbe und ganze Tage zu schließen. Das geschah überwiegend mit einer Ankündigungsfrist von teilweise nur wenigen Stunden und häufig wegen personeller Engpässe aufgrund von Krankheit. Eine Planungssicherheit für sämtliche Bevölkerungsschichten sowie für Schulen und Vereine ist somit nicht mehr gegeben.“

Frommenkord und Felten verweisen jedoch auch auf andere Problemfälle: „Städtische Kitas haben sowohl während der Sommerzeit als auch im Frühjahr und im Herbst immer wieder komplette Gruppen über mehrere Wochen geschlossen – dies aber nicht zwingend aufgrund von Personalmangel, sondern aufgrund von krankheitsbedingten Fehlzeiten.“ Mit der Corona-Pandemie wollen sich die Liberalen dabei nicht vertrösten lassen, denn der Hinweis auf Ausfälle aufgrund von Corona  ließe sich heranziehen, aber  nehme stetig ab, wie an der Entwicklung der Fallzahlen zu sehen sei.

Die FDP fordert zur Stellungnahme auf und listet dafür einen Katalog von Eckpunkten auf. Dazu zählt die Darstellung der krankheitsbedingten Fehlzeiten (prozentual und in Tagen) für sämtliche Abteilungen der Stadtverwaltung unter Wahrung des Datenschutzes, also ohne Namensnennung. Außerdem fragt die FDP an: „Welche Maßnahmen wurden von der Stadtverwaltung zur Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten ergriffen?“

Darüber hinaus will die FDP wissen, in wie viele arbeitsgerichtliche Verfahren die Stadtverwaltung einbezogen ist: „Wie viele dieser Verfahren werden aufgrund einer Kündigung durch die Stadtverwaltung geführt? Wie viele arbeitnehmerseitige Kündigungen gab es in 2022?“

Obendrein fordert die FDP-Fraktion eine Darstellung der Altersquote aller Abteilungen der Verwaltung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ein und fragt: „Welche Maßnahmen werden zur Sicherung der Fachkräfte bei der Verwaltung unternommen? Welche über das standardmäßiges Recruiting hinausgehenden Maßnahmen werden getroffen, um neue Fachkräfte für die Stadtverwaltung zu gewinnen?“

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Zeit für Positionierung?

anja.siebel@rga.de

Das Hallenbad ist im Grunde Dauerthema in der Stadt. Es ging schon um hohe Kosten. Aufgrund eines offenbar immer wieder hohen Krankenstandes und fehlendem Personal, aufgrund von notwendigen Reparaturen oder – aktuell – auch aufgrund hoher Energiekosten.

Bürgermeisterin Marion Lück und Sportamtsleiter Andreas Voß haben das plausibel erklärt. Das Personal sei schwer zu finden, man bemühe sich aber. Und: Marion Lück hatte in der vergangenen Woche auch versichert, dass das Hallenbad aufgrund hoher Energiekosten in nächster Zeit nicht schließen werde.

Vielleicht ist es aber doch Zeit für eine Positionierung seitens der Verwaltung bezüglich der Planung fürs Hallenbad. Zum Beispiel, ob sie plant, das Bad so lange zu öffnen, bis eines Tages das neue fertig ist. Möglicherweise würde eine detailliertere Stellungnahme Gerüchte und Missstimmungen bezüglich des Quellenbades verstummen lassen. Aber hellsehen kann eben auch niemand.

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