Brand

Familie erlebt nach Feuer große Hilfe

Die Feuerwehr hatte den Brand am Mittwoch vergangener Woche relativ schnell unter Kontrolle. Doch die Folgen der Rauchentwicklung sind verheerend. Die Wohnung ist erst einmal unbewohnbar.

Nach einem Zimmerbrand in Dhünn haben Wermelskirchener spontan unterstützt.

Von Karsten Mittelstädt

Unbewohnbar: der Ort des Feuerausbruchs.

In den Zeitungen war es nur eine kurze Meldung unter vielen. Am Mittwoch vergangener Woche war es in einem Einfamilienhaus in Dhünn am Rosenweg zu einem Zimmerbrand gekommen. Es gab starke Rauchentwicklung, die Feuerwehr hatte die Flammen rasch unter Kontrolle - nichts Spektakuläres. Doch für die Familie Grünweller war es eines der bedeutsamsten Erlebnisse ihres Lebens. Nach dem Feuer war alles anders.

„Ich habe am Donnerstag nur geheult. Ich konnte nicht anders“, erzählt Cornelia Grünweller (38). Sie fiel regelrecht in ein Loch. Heute, eine Woche später, ist die Familie wieder zuversichtlich. Und das liegt an einer schier unglaublichen Hilfsbereitschaft.

Unglücklich ist der zehnjährige Sohn der Familie. Ein Trafo, mit dem ein ferngesteuerter Hubschrauber geladen werden sollte, erhitzte sich und löste das Feuer wohl aus. „Nur weil ich wegen eines gebrochenen Fingers krankgeschrieben bin, war ich um 13.30 Uhr zu Hause und hörte es knistern“, erzählt Cornelia Grünweller. Sie schickte ihre achtjährige Tochter zur Nachschau und die rief sofort aus dem Nebenzimmer: „Es brennt.“

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Die Mutter verließ mit ihrem Sohn und zwei Töchtern sofort das Haus und rief die Feuerwehr. Der Brand war zwar schnell gelöscht. „Der Qualm zog aber durch das Haus“, berichtet Cornelia Grünweller. Feuerwehr und ein Sachverständiger der Versicherung bestätigten: Die Wohnung ist unbewohnbar.

Die Familie mit Vater Peter Grünweller (37) ist dann bei dessen Eltern untergekommen. „Wir haben zwar eine Haftpflichtversicherung, aber dummerweise hatten wir kurz vorher die Hausratversicherung gekündigt“, sagt die 38-Jährige. Die meisten Möbel und Kleidungsstücke der Familie sind wohl nicht mehr zu gebrauchen.

„Wir hatten vor kurzem die Hausratversicherung gekündigt.“

Cornelia Grünweller

Familie erlebt nach Feuer große Hilfe

In dem Augenblick, als Cornelia Grünweller regelrecht am Boden zerstört war, kam die Hilfe von allen Seiten. „Unsere Kinder gehen zur Waldschule. Als dort bekannt wurde, was uns passiert ist, wurden wir mit allen möglichen Dingen versorgt. Eltern von Mitschülern schenkten Schuhe, die Unternehmerin eines bekannten Unternehmens in Dhünn besorgte Schreibtisch, Bett und Kuscheltiere für die Kinder.

Seit gestern hat sich auch die größte Sorge der fünfköpfigen Familie aufgelöst. „Wir haben eine Wohnung“, freut sich Cornelia Grünweller. Heute können sie die Schlüssel für die Wohnung mit Garten in Dabringhausen in Empfang nehmen.

FEUERWEHR

EINSATZ Um 13.30 Uhr wurde die Feuerwehr am 28. November alarmiert. Sie rückte mit zehn Fahrzeugen und 30 Einsatzkräften an den Rosenweg in Dhünn aus. Weniger wegen der Hitzeentwicklung, sondern wegen der Rauchentwicklung ist das Haus unbewohnbar.

Vermittelt haben die Wohnung die Eltern von Cornelia Grünweller. Ihre Mutter Irmgard Grave arbeitet in der Burscheider Flüchtlingsinitiative und hat sofort alle Bekannten informiert, ob sie denn nicht eine freie Wohnung wüssten. „Ein Sangesbruder meines Mannes Werner fragte seine Frau und die wusste von der Wohnung in Dabringhausen“, erzählt sie. Beide Eheleute singen in Chören – sie im Kirchenchor Neuenhaus, er beim MGV Niederwermelskirchen – und haben einen entsprechend großen Bekanntenkreis.

Auch Bürgermeister Rainer Bleek wurde eingeschaltet. „Er hat sofort seine Hilfe zugesagt“, erzählt Cornelia Grünweller.

Das Wechselbad der Gefühle innerhalb nur einer Woche scheint jetzt für die Familie vorüber. „Wir dürfen sofort in die neue Wohnung“, freut sich die Mutter. „Jetzt müssen wir vorher nur noch etwas renovieren“, sagt sie, was ihr mit dem gebrochenen Finger schwerfallen dürfte. Zumal der Familienvater arbeiten muss. „Wenn wir da auch noch Hilfe finden, wäre das toll.“ 

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