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Fair Play beim Putzfrauen-Hockey

Putzfraurenhockey ist auch für Einrad-Anfänger geeignet.
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Putzfraurenhockey ist auch für Einrad-Anfänger geeignet.

Auf dem Einrad spielten 30 Kinder und Jugendliche um das Putztuch.

Von Tanja Alandt

Etwa 30 Kinder und Jugendliche spielten am Donnerstag auf Einrädern um das Putztuch. Mit Ehrgeiz und Gymnastikstöcken ausgerüstet, schossen die selbst ernannten „TuSsis“ des Tus Wermelskirchen das Putztuch jeweils in das gegnerische Tor und jubelten lautstark.

Dies war das dritte Turnier bestehend aus der Disziplin „Original-Putzfrauen-Hockey“ sowie normales Einrad-Hockey mit Ball und Inline-Hockeyschlägern. Aufgrund der Pandemie musste leider ein Turnier ausfallen. Umso größer war die Freude nun.

Auf die Idee gekommen sind sie aus der Not heraus vor 18 Jahren, als sie keine richtigen Hockeyschläger hatten, berichtet die Organisatorin dieses Turniers Ines Stiefken.

Sie kam mit 18 Jahren zum Einradfahren in den Wermelskirchener Sportverein und ist seit acht Jahren die Übungsleiterin der Einrad-Gruppe. „Mittlerweile haben wir aber welche. Auch einen Ball.“, sagt sie lachend. Seit ungefähr zwei Jahren spielen sie nun auch mit den Inline-Hockey-Schlägern. Stiefken erzählte, dass sie international die einzigen Einrad-Fahrerinnen – mit derzeit zwei Einradfahrern - waren, die das „Putzfrauen-Hockey“ spielen.

„Es gibt so viele Tricks, die man machen kann.“

Nele, Einradfahrerin

Diese Disziplin haben andere Vereine nun aufgegriffen und ebenfalls viel Freude mit dem Putzlappen sowie den Gymnastikstöcken auf dem Einrad. „Es macht total viel Spaß“, so Einradfahrerin Nele während des Turniers. „Es ist so vielseitig und man kann so viel lernen und sich verbessern“, schwärmt die Elfjährige weiter. „Es gibt so viele Tricks, die man machen kann. Und zusammen mit den Teams macht das viel Spaß“, fügt die zwölfjährige Lara hinzu. Seit und vier bis fünf Jahren fahren sie Einrad und lernten verschiedene Einrad-Formen kennen. „Die entscheiden sich ja nicht nur von der Farbe oder den Größen und Formen. Es gibt runde und eckige Gabeln“, erklären sie. Je nachdem sind die Reifen dicker oder dünner wie beim Rennrad. „Das ist schon schwierig, aber wenn man das mehrmals trainiert, geht das.“

Denn vor allem kommt es auf das Gleichgewicht an. Während der Corona-Zeit fand die elfjährige Philippa zu der Gruppe und dem Einrad. Ihr machen vor allem die Gemeinschaftsspiele mit dem Einrad Spaß. Die 14-jährige Ida berichtet, dass sie damals vor acht Jahren mit Schutzhelm und Knieschützer in die Halle kam, sie diese Schutzausrüstung jedoch gar nicht benötige. Früher seien die Einräder damals viel günstiger gewesen und bei gebrauchten Einrädern gebe oft Enttäuschungen, da sie teilweise kaputt verkauft würden. Diese müssen dann auseinandergenommen werden und wieder neu zusammen gesetzt werden. Nele, Lara, Philippa und Ida zählen zu den Fortgeschrittenen, die sich „wie ein Fisch im Wasser“ auf dem Einrad bewegen und durch die Halle flitzen.

Putzfrauen-Hockey hat sich bei Anfängern bewährt

Die Original-Disziplin des „Putzfrauen-Hockeys“ hat sich vor allem bei den Anfängern bewährt, da das Spiel automatisch etwas langsamer läuft. „Das Putzfrauen-Hockey eignet sich vor allem gut, um alle zu integrieren. Gerade für Kin-der, die noch nicht selbstständig fahren können, ist das super“, so Stiefken. Die wichtigste Regel laute: „Fair Play!“ Wer sich noch nicht so sicher auf dem Rad gefühlt hat, konnte ebenfalls während des Turniers eine Helferin oder einen Helfer miteinbeziehen, an dessen Hand sie eine Stütze und das Gleichgewicht fanden.

Unter den Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen fünf bis 25 kamen sogar welche aus Düsseldorf und Köln. Mehrere Spiele, die rund fünf bis neun Minuten dauerten und zwischen drei bis fünf Spieler pro Team bildeten, ermittelten schließlich die Sieger. Gewonnen hatte ein fünfköpfiges Mix-Team mit Gästen aus Köln, Düsseldorf sowie Vereinsmitglieder des Tus Wermelskirchen.

Für ihr Engagement wurde Stiefken ebenfalls mit einer Medaille geehrt. Vereinsmitglieder sowie 1. Vorsitzender Norbert Galonska und Übungsleiterin Waltraud Klein lobten sie in den höchsten Tönen und bedankten sich für ihre hervorragende Arbeit. Galonska bemerkte, wie stolz er auf sie ist und was für eine tolle Übungsleiterin sie sei ohne sie nicht so viele Einrädlerinnen in Wermelskirchen geben würde. Zudem hatte sie noch Geburtstag und da wurde gleich doppelt gefeiert.

Kinder und Jugendliche, die gerne hineinschnuppern möchten sowie ihre Eltern, finden online weitere Informationen. Ein Einrad zum Testen und Ausprobieren leiht die Übungsleiterin Ines Stiefken ihnen erst einmal aus. So kann in Ruhe ausprobiert werden, ob diese Sportart die richtige ist.

www.tus-07.de

Standpunkt: Für Anfänger geeignet

susanne.koch@rga.de

Zwischendurch sieht man sie schonmal: Einradfahrer, die durch ihren Gleichgewichtssinn auffallen. Denn ohne einen sehr gut ausgeprägten, kann man kein Einrad fahren. Dabei fangen alle Einrad-Fahrer mal bei Null an, denn niemand kommt mit einem Einrad unter dem Popo auf die Welt. Das Putzfrauen-Hockey wurde vor Jahren aus der Not geboren, hat sich aber jetzt zu einer Sportart ausgebildet, die immer mehr Mannschaften motiviert.

Und das Gute: Das Putzfrauen-Hockey ist auch für Einradfahrer-Anfänger geeignet. Wer sich noch nicht den nötigen Gleichgewichtssinn antrainiert hat, der bekommt Hilfe von einer nebenher laufenden Mitspielerin, die ihn stützt. Wie alle sportlichen Mannschaftsspiele zählt auch beim Putzfrauen-Hockey: Fair Play. Wer Lust hat, sich im Einradfahren auszuprobieren, der kann das beim Tus Wermelskirchen machen. Auch Ältere können damit beginnen.

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