Glaube

Evangelische Christen beten gemeinsam

„Heute zählt, was uns verbindet“: Christen aus verschiedenen Gemeinden i treffen sich zur Allianzgebetswoche - wie Patrick vom Stein, Michael Gelen, Heide Lambeck, Robert Dahlhoff und Ulf Lissner (v.l.n.r.).
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„Heute zählt, was uns verbindet“: Christen aus verschiedenen Gemeinden i treffen sich zur Allianzgebetswoche - wie Patrick vom Stein, Michael Gelen, Heide Lambeck, Robert Dahlhoff und Ulf Lissner (v.l.n.r.).

Noch bis Sonntag findet die Allianzgebetswoche statt.

Von Theresa Demski

Als die letzte Melodie des Abends verklungen ist, bleiben noch viele auf eine Tasse Tee. Es wird richtig voll zwischen Sesseln und Stehtischen. „Es ist einfach schön, dass wir alle mal wieder zusammenkommen können“, sagt Ulf Lissner von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Neuenflügel. Während der Corona-Pandemie hat die Evangelische Allianz in Wermelskirchen auf große gemeinsame Veranstaltungen verzichtet. In diesen Tagen hat sie wieder zur Allianzgebetswoche eingeladen: Christen aus den evangelischen Kirchengemeinden und vor allem aus den freikirchlichen Gemeinden in Wermelskirchen kommen jeden Abend zusammen, um dann gemeinsam zu beten – und um ihre Freude zu teilen.

„Joy“ hat die Evangelische Allianz in Deutschland die bundesweite Gebetswoche in diesem Jahr betitelt. Und so steht auch an den Abenden der Allianzgebetswoche in Wermelskirchen die Freude im Fokus. Die ist Ulf Lissner am Dienstagabend auch ins Gesicht geschrieben. Viele evangelische Christen sind in das Gemeindehaus in Neuenflügel gekommen. „Und es fühlt sich gleich wieder ganz vertraut an“, stellt Lissner fest, „die Aufregung, ob wir an unsere alte Gemeinschaft anschließen können, ist verflogen.“ Sie sei einem Vertrautheitsgefühl gewichen, bestätigen auch die Vertreter aus anderen Gemeinden. „Es spielt gar keine so große Rolle, aus welcher Gemeinde wir kommen, sondern dass wir als Christen gemeinsam unterwegs sind“, sagt auch Patrick vom Stein vom Treffpunkt Hoffnung.

Für die Zusammenarbeit in der Allianz habe man sich auf die gemeinsame Basis besonnen, auf der alle Platz fänden. „Jesus hat die Menschen als Christen berufen“, sagt Michael Gelen von der Evangelischen Kirchengemeinde, „dabei ging es nicht um Konfessionen oder verschiedene Gemeinden.“ Und als Berufene komme man während der Allianzgebetswoche nun auch zusammen.

Mit einem Gottesdienst in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Neuschäferhöhe haben die Wermelskirchener Protestanten die Allianzgebetswoche am Sonntag eröffnet. Der Abschlussgottesdienst findet am Sonntag dann in der Evangelischen Kirche in Hünger statt. Von Dienstag bis zum heutigen Donnerstag treffen sich Interessierte zum gemeinsamen Gebet. „Dabei öffnen wir uns und wachsen dadurch auch zusammen“, sagt Heidi Lambeck von der Christlichen Versammlung in der Schillerstraße.

„Wir kehren nach außen, was uns innerlich bewegt“, ergänzt Michael Gelen. In der Gebetsgemeinschaft, in der jeder das Wort ergreifen kann, lasse man sich in die Karten schauen. „Und wir sammeln Kraft“, sagt Heidi Lambeck. Die eigene Lebenssituation, die Stadt, das Land, die Welt: Jede Sorge und alle Dankbarkeit hat beim Gebet Platz – vor allem in krisenhaften Zeiten. „Und damit erweitern wir auch unseren eigenen Horizont, was Gebetsanliegen angeht“, sagt Michael Gelen. Jedem Menschen liege eben etwas anderes auf der Seele. Beim gemeinsamen Gebet würden die Themen dann auch gemeinsam bedacht. Horizonterweiterung biete die Allianzgebetswoche auch noch in anderer Hinsicht, ergänzt Patrick vom Stein. „Im Gespräch miteinander, gelingt es uns auch, die Haltung des anderen zu verstehen und zu akzeptieren“, sagt er.

Am Sonntag findet der Abschlussgottesdienst statt

Ohnehin könne während der Allianzgebetswoche jeder von der Gemeinschaft profitieren. „Viele hier haben die Erfahrung gemacht, dass Gott auf das Gebet antwortet“, sagt Patrick vom Stein und ergänzt noch: „Und wer das gerade nicht erlebt, der trifft hier vielleicht jemanden, der ihm Hoffnung mitgeben kann.“ Und so gehört zu jedem Abend auch ein kleiner Impuls – zum Thema Freude.

Am Dienstagabend in Neuenflügel denken die Besucher über die Freude zwischen Weihnachten und Ostern nach. Sie beraten, wie sie die eigene Freude über die Beziehung mit Gott in den Alltag mitnehmen können – und auch für anderen zum Leuchten bringen können. „In diesen Momenten zählen dann gar nicht unsere Unterschiede“, sagt Patrick vom Stein später bei einer Tasse Tee, „es zählt das, was uns verbindet.“

Der Abschlussgottesdienst der Gebetswoche findet am kommenden Sonntag um 10.15 Uhr in der evangelischen Kirche in Hünger statt.

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