Radverkehr verbessern

ADFC: „Es muss viel für Radfahrer getan werden“

Einmündung des Radwegs Grüne Straße nach Wermelskirchen. Archivfoto: Doro Siewert
+
Einmündung des Radwegs Grüne Straße nach Wermelskirchen.

ADFC würde sich freuen, wenn der Ausbau des Wegenetzes beschleunigt würde.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Immer mehr Menschen fahren mit dem Rad und das nicht nur in ihrer Freizeit. Wermelskirchen ist mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis längst im Radweg-Knotenpunkt-System angeschlossen. Und dennoch hat Sabine Krämer-Kox, Vorsitzende der ADFC-Ortsgruppe Wermelskirchen/Burscheid, noch eine Menge Wünsche, was den Ausbau eines Radwegenetzes angeht: „Es muss viel für Radfahrer getan werden.“ Sie selbst ist meistens mit dem Rad unterwegs. Im vergangenen Jahr ist sie 9700 Kilometer mit dem Rad gefahren. Und gestern ist sie die sechs Kilometer hin zur Arbeit und sechs Kilometer zurück nach Hause getrampelt.

Sie selbst sieht generell drei Straßenabschnitte, die man für den Radverkehr sehr verbessern könnte. „Und zwar die L 157 zwischen Hinterhufe und Schwanen, dadurch könnten auch Wohngebiete angebunden werden sowie auch das neue Wohngebiet, das noch gebaut wird“, sagt Sabine Krämer-Kox. „Dann als zweiter Ausbau müsste Im Winkel Richtung Hünger, nach Höhrath an die Sengbachtalsperre und ins Tal der Wupper ausgebaut werden.“ Und als drittes Gebiet nennt sie die Verbindung zwischen Habenichts und dem Hüpp-Gelände. „Zum Teil gibt es dort schon Fahrradinfrastruktur“, sagt Sabine Krämer-Kox. „Sie ist aber sehr schlecht, sehr schmal und zum Teil von Wurzeln durchzogen. Im Dunkeln ist es dort sehr gefährlich.“

Die Landstraßen sind gerade hier im Bergischen kurvenreich und bergig.

Sabine Krämer-Kox, ADFC-Ortsbeauftragte

Nach der Straßenverkehrsordnung ist es den Radfahrern erlaubt, auf den Landstraßen zu fahren. „Die sind aber gerade hier im Bergischen kurvenreich und bergig. Fahrradfahrer fahren an diesen Stellen nicht immer eine gerade Linie“, sagt Sabine Krämer-Kox, „und Autofahrer würden sich auch nicht immer an die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 50 halten, wenn diese vorgesehen ist, das führt zu gefährlichen Situationen.“ Diskussionen um ausgebaute Radwege würden schon seit zehn Jahren geführt. „Besonders Frank Schopphoff hat sich sehr dafür eingesetzt und tut das noch heute.“

Sie bedauere sehr, dass die Carl-Leverkus-Straße nicht von Radfahrern gegenläufig befahren werden kann. „Da nutzen sogar Fußgänger die Fahrbahn – so wenig Autoverkehr gibt es dort“, sagt sie. „Ganz zu schweigen von der Telegrafenstraße. Auch hier wurde gegenläufiger Radverkehr gefordert. Doch das wurde vergangenes Jahr gerichtlich untersagt.“ Und so sei Wermelskirchen eine Stadt, die den Radverkehr über die Brückenstraße am Stadtzentrum vorbeileite. „Das ist nicht im Sinne der Stadt.“

Sabine Krämer-Kox ist davon überzeugt, dass auch schon minimale Änderungen Positives für den Radverkehr bedeuten könnten. „Wir haben eine Anfrage an die Stadt gestellt, in wieweit nicht Plakate auf der Balkantrasse zur besseren Nutzung aller beitragen könnten“, sagt sie. „In Solingen ist das auf der Korkenziehertrasse längst passiert. Da weisen witzige Schilder auf ein für alle sicheres Verhalten hin.“

ADFC hofft auf neue Radwege rund um das Hüpp-Gelände

Die Ortsvereinsvorsitzende des ADFC hofft, dass im Zuge von Neuplanungen die Radfahrer künftig berücksichtigt werden. „Jetzt steht ja die Umgestaltung des Hüpp-Geländes an. Ich hoffe sehr, dass da Radwege berücksichtigt werden.“ Insgesamt wünscht sie sich von den Fraktionen des Stadtrats und auch von der Verwaltung größeres Augenmerk auf radfahrende Menschen. „Die CDU hat ja jetzt in einem Antrag bereits einen neuen Anfang gemacht“, sagt Sabine Krämer-Kox. „Sie fordern vier neue Radwege, weil im Sinne der Mobilitätswende das Radfahren eine immer größere Bedeutung bekommt.“

Hintergrund

Die neue Internetseite des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Ortsgruppe Rhein-Berg/Oberberg, ist bereits freigeschaltet. Dort finden Interessierte alles Wissenswerte über den Fahrradclub. Sie finden aktuelle Termine, Radtouren, Neuigkeiten, Antworten auf häufig gestellte Fragen und vieles mehr. Vorgestellt wird dort auch der Vorstand der Ortsgruppe.

rheinberg-oberberg.adfc.de

Standpunkt: Radfahren gewinnt dazu

Von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Das hätten sich viele früher überhaupt nicht vorstellen können, dass das Radfahren auch im Bergischen Land eine immer größere Bedeutung gewinnt. Doch gerade jetzt, wo E-Bikes auch noch Senioren das Radfahren erleichtern, muss dringend am Radwegenetz gearbeitet werden. Alle, die sich das schon lange wünschen, wie beispielsweise aktive Mitglieder des ADFC, wissen selbst, dass das ein langsamer und mühevoller Weg ist, weil man Radwege ja nicht aus den Rippen stampfen kann und überhaupt erstmal geklärt werden muss, wie Radwege verlaufen können. Das ist auf jeden Fall mit Kosten verbunden. Dann, wenn zum Beispiel Grundstücke gekauft werden müssen. Und auch die zahlt die arme Stadt Wermelskirchen nicht locker. Aber der Gedanke, das Radwegenetz so auszubauen, dass die Lücke geschlossen werden, nützt auf Dauer auch der Stadt. Es gibt immer mehr Menschen, die ihren Urlaub auf dem Rad verbringen, uns sich so Gegenden erschließen. Und da wäre es doch jammerschade, wenn Wermelskirchen dort immer negativ hervorstechen würde. Und wichtig, auch die Innenstadt muss erschlossen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Absolventen des Berufskollegs feiern Abschluss
Absolventen des Berufskollegs feiern Abschluss
Absolventen des Berufskollegs feiern Abschluss
Stadt Wermelskirchen wirbt für den Heimatpreis - Bewerbung jetzt möglich
Stadt Wermelskirchen wirbt für den Heimatpreis - Bewerbung jetzt möglich
Juca: Außenwirkung soll sich neu entfalten
Juca: Außenwirkung soll sich neu entfalten
Juca: Außenwirkung soll sich neu entfalten
Private Müllsammler sorgen für Ordnung
Private Müllsammler sorgen für Ordnung
Private Müllsammler sorgen für Ordnung

Kommentare