Es gibt mehr Zeiten zum Schwimmen im Quellenbad

Horst-Dieter Röhlke ist einer der beiden Fachangestellten für Bäderbetriebe aus dem Blütenbad Leichlingen, das bei dem Hochwasser zerstört wurde. Während dort das neue Hallenbad gebaut wird, helfen er und sein Kollege Simon Rosenau im Quellenbad aus. Foto: Kathrin Kellermann
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Horst-Dieter Röhlke ist einer der beiden Fachangestellten für Bäderbetriebe aus dem Blütenbad Leichlingen, das bei dem Hochwasser zerstört wurde. Während dort das neue Hallenbad gebaut wird, helfen er und sein Kollege Simon Rosenau im Quellenbad aus.

Zwei „ausgeliehene“ Mitarbeiter sorgen dafür, dass das Bad wieder ganztägig und an den Wochenenden öffnet

Von Kathrin Kellermann

Des einen Freud ist des anderen Leid: Denn dass das Wermelskirchener Hallenbad seit dieser Woche wieder ganztägig sowie an den Wochenenden öffnen kann, liegt nur daran, dass das Blütenbad in Leichlingen während des Hochwassers im Juli abgesoffen ist. „Als Bürgermeister Frank Steffes mir davon erzählt hat, habe ich sofort nachgefragt, ob wir deren Fachangestellte für Bäderbetriebe ausleihen können. Somit haben wir eine Win-Win-Situation geschaffen. Wir können unsere Personallücken füllen und helfen gleichzeitig dem Leichlinger Bad“, sagt Bürgermeisterin Marion Lück.

Vergangenen Freitag haben die beiden Fachangestellten für Bäderbetriebe Horst-Dieter Röhlke (38) und Simon Rosenau (31) ihre Arbeit im Quellenbad aufgenommen, wobei es für Röhlke eine Art Nach-Hause-Kommen war: „Ich habe von 2000 bis 2003 meine Ausbildung hier in Wermelskirchen absolviert. Das Bad ist mir also sehr vertraut“, erzählt der Leichlinger. Etwa anderthalb Jahre lang wird er nun von seinem Wohnort in Leichlingen zur Arbeit nach Wermelskirchen fahren, um im Quellenbad Beckenaufsicht zu führen und die Technik zu kontrollieren. Etwa solange wird es dauern, bis der Neubau des Hallenbades in Leichlingen fertiggestellt ist. Der Spatenstich war gestern.

„Seit mehr als zwei Jahren suchen wir geeignetes Fachpersonal.“

Melanie Fleck, stellvertretende Badleiterin

„Wir planen, dass wir im 1. Quartal 2023 das neue Hallenbad eröffnen können“, sagt Alice Bosch, Leiterin der Leichlinger Bäder- und Beteiligungsgesellschaft. Eigentlich sei geplant gewesen, das Blütenbad während der Bauphase geöffnet zu lassen. „Aber die Schäden durch das Hochwasser sind zu hoch“, sagt sie. Der Technikkeller sei von den Fluten verwüstet worden, eine Sanierung würde Jahre dauern. „Wir werden das Blütenbad deshalb schneller abreißen“, erklärt Bosch, die fast alle Mitarbeiter des Bads an andere Kommunen ausleihen konnte.

Seit die Freibadsaison beendet ist, arbeiten einige Schwimmmeister in Düsseldorf und Hilden sowie zwei Mitarbeiter in Wermelskirchen. „Das ist natürlich eine Erleichterung für uns, weil die Mitarbeiter weiter beschäftigt werden und sie zur Eröffnung des neuen Hallenbads aber auch zu uns zurückkommen.“

Dass die Verträge mit den ausgeliehenen Schwimmmeistern nur befristet sind, ist ihr wichtig, „weil der Fachkräftemangel enorm ist“, sagt sie. Und bestätigt damit die Probleme, die das Quellenbad hat. „Seit mehr als zwei Jahren sind wir auf der Suche nach geeignetem Fachpersonal“, erklärt Melanie Fleck, stellvertretende Badleiterin. „Der Ausbildungsberuf wird von jungen Leuten wohl nicht mehr so geschätzt, weil wir auch an Tagen arbeiten, an denen andere frei haben. Und gerne am Wochenende.“

Die Liebe zum Element Wasser habe Horst-Dieter Röhlke zu seinem Beruf gebracht, erzählt er. Wenn mit seiner Familie nicht wandert oder im eigenen Garten Obst und Gemüse anbaut, geht es ans Wasser. Töchterchen Mina (5) könne bereits schwimmen, verrät der Papa stolz, der in Leichlingen auch Schwimmunterricht gegeben hat.

Auch die Öffnungszeiten des Quellenbades sind durch die zusätzlichen Mitarbeiter wieder angepasst worden. Neben Schulklassen, die regelmäßig zum Schwimmen kommen, profitieren auch Vereine oder die Volkshochschule: „Die Kursangebote von VHS, WTV und TuS können ab sofort wieder ermöglicht werden“, sagt Melanie Fleck.

Die Blockzeiten bleiben wegen der Hygiene- und Infektionsschutzregeln bestehen, aber die Öffnungszeiten sind fast wieder wie vor der Pandemie: Montags und donnerstags ist von 6.30 bis 8 Uhr geöffnet, danach Schul- und Vereinsbetrieb. Dienstags, mittwochs und freitags ist das Bad von 6.30 bis 21 Uhr in unterteilten 1,5 Stunden Blöcken geöffnet. Samstags und sonntags sind die Blöcke von 8 bis 15 Uhr in zwei Stunden unterteilt.

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