Politik

Erster Kandidat zieht schon eine Bilanz

Henning Rehse tritt für UWG WNK an. Archivfoto: Hans-Dieter Schmitz
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Henning Rehse tritt für UWG WNK an.

Henning Rehse (WNK UWG) soricht von einem fairen und entspannnten Wahlkampf.

Von Markus Schumacher

Als erster zieht Henning Rehse eine Bilanz der Kommunalwahl 2020. Der Spitzenkandidat von WNK UWG sagt im Gespräch mit dem WGA: „Wir konnten nicht mehr tun, als wir getan haben.“

Und ja, er weiß durchaus, dass die Wahl erst in zwei Tagen stattfindet. Rehse erläutert: „Aber wenn ich jetzt schon an die ganzen Plattitüden am Wahlabend denke, dann kann ich auch schon vorher eine Bilanz ziehen.“

Henning Rehse ist seit 1979 in der Politik aktiv

Der heute 57-Jährige ist bereits seit 1979 in der Wermelskirchener Kommunalpolitik aktiv. „Und dieses Jahr ist alles anders als sonst - wegen der Corona-Pandemie“, glaubt er. Aber er könne trotz des durch Corona eingeschränkten Wahlkampfs und auch immer während der sechsjährigen Wahlperiode sagen: „Wir waren stets an den Themen dran, haben bei allen wichtigen Projekten konstruktiv mitgearbeitet, eigene und von den Bürgern angetragene Ideen und Impulse eingebracht.“

Und wenn es am Sonntag kein gutes Ergebnis für ihn und die WNK UWG gibt? „Dann ist das eben so“, betont Rehse. „Mehr war dann eben nicht möglich.“

Er weiß, dass er da klingt, wie ein Fußballer nach einem verlorenen Spiel. „Wenn ‚Politik machen’ nur noch bedeutet, jeder noch so abgedrehten Position, jedem veröffentlichten vermeintlichen Mainstream, jeder lautstark verkündeten Minderheitenposition hinterher zu hecheln, ist das nicht die Sache der WNK UWG. Und macht auch keinen Spaß . . .“ Letzterer sei ihm aber immer noch wichtig. „Die WNK UWG ist somit sicher nicht jedermanns Darling, aber folglich auch nicht jedermanns Depp.“ Damit sei man bestimmten Gruppen und politischen Sichtweisen sicherlich in gegenseitiger herzlicher Abneigung verbunden – und mache daraus auch kein Hehl.

„Ich fand diesen Wahlkampf absolut fair und entspannend“, bilanziert Rehese weiter. Man sei da eben klar im Vorteil gewesen, da man in der Frage des Bürgermeisters neutral sei.

Und zu den vielen, teils öffentlich geführten Streits darum, wer, was, wann gesagt habe, hat Rehse auch eine Meinung: „Kinderkacke.“ Als Beispiel nennt er auch die laute und lange Diskussion um Höhrath. „Im Hauptausschuss habe ich an die anderen Ausschussmitglieder appelliert, doch die letzte Woche dieses Wahlkampfes auch noch mit Anstand durchzuhalten“, berichtet Henning Rehse.

Er gehe jedenfalls ganz entspannt in den Wahlsonntag. Und was wäre für die UWG WNK ein gutes Ergebnis? „Bei der letzten Wahl hatten wir 10,4 Prozent“, erinnert Rehse, „wenn wir uns wieder in diesem Bereich bewegen, ist es doch gut. Mehr wäre schön. Weniger aber kein Beinbruch.“ 

Standpunkt: Eistonnen und Weißbier

Von Markus Schumacher

Besonders hoch angesehen sind die „Stimmen zum Spiel“ unmittelbar nach dem Schlusspfiff auch beim Fußball nicht. Da bleiben höchstens mal die Eistonne von Per Mertesacker oder das Weißbier von Rudi Völler in bleibender Erinnerung.

markus.schumacher@rga-online.de

In der Politik kommt da noch erschwerend hinzu, dass es auch nach einer Wahl oft noch einen gewissen Interpretationsspielraum gibt, wer denn nun gewonnen oder verloren hat. Und selbst krachende Schlappen an der Urne werden manchmal durch Wortakrobatik doch noch irgendwie zu einem kleinen Erfolg umgedeutet. 

Von daher ist es ganz erfrischend, dass sich Henning Rehse als Spitzenkandidat von WNK UWG schon ein paar Tage vor der Kommunalwahl zu eben dieser äußert. Und es klingt auch nicht nach vorauseilender Entschuldigung, wenn er sagt, dass egal ob am Sonntag viele oder wenige Stimmen für ihn und seine Mitstreiter rausspringen: „Wir konnten vorher nicht mehr tun, als wir getan haben.“ Aber auch das erinnert an verschwitzte Kicker nach einer Niederlage: „Wir haben alles gegeben, mehr war einfach nicht drin.“

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