BGV

Erster Aufschlag für das Festjahr 2023

Zwölf Erinnerungen an Feierlichkeiten in Wermelskirchen: Volker Ernst und Margret Wischow vom Geschichtsverein stellen den neuen Bildkalender für 2023 vor.
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BGV stellt Kalender vor – Stadtjubiläum wirft Schatten voraus.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Das Bier schäumt in großen Glaskelchen, in langstieligen Gläsern glitzert der Wein: Die Altherren-Runde lässt es sich um 1900 gut gehen. An der Lampe ist ein elektrischer Zigarrenanzünder angebracht, dessen Ende flach über dem Tisch baumelt. Wer seine Zigarre anzünden will, der muss nicht lange suchen. Im Hintergrund arbeitet ein Dienstmädchen unter dem Foto des Kaisers. „Wir wissen nicht, aus welchem Anlass sich die Herren damals getroffen haben“, sagt Volker Ernst und blickt auf das schwarz-weiße Foto, „aber die Wermelskirchener Honoratioren lassen es sich gut gehen.“

Also haben die sieben Männer, von denen Volker Ernst immerhin drei namentlich bestimmen kann, es auf das Januarblatt des neuen Kalenders des Bergischen Geschichtsvereins in Wermelskirchen geschafft. Fest steht: Wilhelm Idel, Leiter der damaligen Rektoratsschule, trinkt mit, genauso wie Louis und August Kirch. Und damit stehen sie in guter Wermelskirchener Tradition: „Die Wermelskirchener können feiern“, sagt Volker Ernst. Und deswegen hat er dem Bildkalender für das Jahr 2023 den passenden Titel „Historische Feiern und Gedenken in Wermelskirchen“ verliehen. „Damit ist der Kalender auch der erste Beitrag des Geschichtsvereins zum großen Stadtjubiläum im nächsten Jahr“, erklärt der Vorsitzende des Geschichtsvereins in Wermelskirchen. Und wer durch die zwölf großformatigen Kalenderseiten blättert, bekommt tatsächlich einen bunten Eindruck von Festen und Feierlichkeiten aus fast 150 Jahren Stadtgeschichte.

Auf die Herrenrunde folgt die nächste: Eine jecke Gesellschaft heimischer Karnevalisten lächelt 1959 in die Kamera. Die Herren tragen ein Schild im Arm: „Regierungsvierdel Telegrafenstroote.“ Manch ein Gesicht dürfte den Betrachtern noch vertraut vorkommen. „Übrigens bitten wir die Wermelskirchener um Mithilfe“, sagt Volker Ernst. Denn längst nicht alle Gesichter, die auf den Bilder zu erkennen sind, habe der Verein auch zuordnen können. „Sollten den Betrachtern weitere Herren von den Bildern bekannt sein, wäre der Geschichtsverein für einen Hinweis dankbar“, sagt Ernst.

Zur Weihnachtszeit gibt es die einzige Farbaufnahme

Jedes Bild verspricht eine kleine Geschichte: Das gilt für die Fotografie von der Einweihung des Wiel-Denkmals 1930 zur Erinnerung an Bürgermeister Wiel an der Remscheider Straße, für die Fotografie der acht geschmückten Herren beim Turnerfest 1895 und erst recht für die Aufnahme aus dem Eifgen-Freibad, für die 1978 viele gut gelaunte Jungs in die Kamera blicken und das Leben feiern. Die Eröffnung des Eifgen-Stadions wird ebenso bedacht wie der Besuch des Kaisers 1899 auf Schloss Burg, die Eröffnung des Sportplatzes in Dabringhausen genauso wie ein großes Menschenaufkommen am Markt Ende des 19. Jahrhunderts. „Leider wissen wir nicht so genau, zu welchem Anlass die Stadt damals herausgeputzt wurde“, sagt Ernst und blickt auf die Aufnahme aus den 1880er Jahren. Das Kalenderblatt zur Weihnachtszeit erlaubt dann einen historischen Blick auf den Weihnachtsbaum – es ist die einzige farbige Aufnahme im Kalender und verspricht viel Platz zum Staunen und Suchen.

„Der Kalender ist der erste Beitrag des Geschichtsvereins zum großen
Stadtjubiläum im nächsten Jahr.“

Volker Ernst, BGV

Kalender

Den Kalender gibt es im Buchhandel und beim BGV für 19,90 Euro. Vereinsmitglieder können den Kalender beim BGV, Tel. (0 21 96) 50 96 oder per E-Mail, für 18,40 Euro kaufen.

margret.wischow@
bgv-wermelskirchen.de

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