Erste Mobilstation ist in Betrieb

Landrat Stephan Santelmann (v. l.), Bürgermeisterin Marion Lück, BEW-Geschäftsführer Jens Langner, Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober, RVK-Geschäftsführer Dr. Marcel Frank und Wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski setzten den Startpunkt. Foto: Doro Siewert
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Landrat Stephan Santelmann (v. l.), Bürgermeisterin Marion Lück, BEW-Geschäftsführer Jens Langner, Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober, RVK-Geschäftsführer Dr. Marcel Frank und Wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski setzten den Startpunkt.

Hoher Besuch am Busbahnhof: Minister Andreas Pinkwart kam zur Eröffnung nach Wermelskirchen

Von Anja Carolina Siebel

Hoher Besuch am Mittwoch in Wermelskirchen: NRW-Wirtschaftsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart war nachmittags am Busbahnhof zu Gast. Und das aus gutem Grund. Die erste vom Land NRW und der Europäischen Union geförderte Mobilstation wurde in Betrieb genommen.

Das heißt: Neben der seit dem Sommer 2020 bereits bestehenden E-Bike-Verleihstelle und den Fahrradboxen zum Abstellen von Rädern besteht jetzt auch die Möglichkeit, am Wermelskirchener Busbahnhof am Car-Sharing teilzunehmen oder sein Elektro-Fahrzeug aufzuladen. Je nach Standort können sich also Angebote wie Car- oder Bike-Sharing, Bus oder Bahn, der eigene Pkw oder eben das E-Bike oder Fahrrad bequem kombinieren lassen. Oberstes Ziel: Der Umstieg vom Auto auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel soll vereinfacht werden.

„Mit der XL-Mobilstation in voller Ausstattung haben wir einen Meilenstein gelegt“, sagte Thomas Kemme, stellvertretender Geschäftsführer der Regionale-2025-Agentur. Es gebe zwar schon kleinere Stationen im Kreis, aber eben noch keine voll ausgestattete. Das soll sich aber bald ändern. Kemme: „Geplant sind insgesamt 19 Standorte im Kreisgebiet.“

Sie entstehen durch das Projekt „Mobilstationen im Rheinisch-Bergischen Kreis – Das Bauleitsystem“. Als Kooperationsprojekt wird es sie zusammen mit den kreisansässigen Kommunen und vielen Partnern aus den Bereichen Verkehr und Mobilität noch dieses Jahr in insgesamt acht Städten des Kreises geben.

„Ohne die Kooperation der Kommunen und Partner wäre das nicht möglich gewesen“, unterstrich Andreas Pinkwart. „Noch vor mehr als zehn Jahren hätten wir das aber auch deshalb nicht realisieren können, weil die Digitalisierung noch gar nicht so weit fortgeschritten war.“ Denn es gehe ja auch darum, die kleine Reise zu organisieren und digital zu finanzieren. So kann man sich beispielsweise für das E-Car-Sharing, für das zwei Elektrofahrzeuge der Wupsi GmbH bereitstehen, mit der entsprechenden App registrieren – das geht aber auch auf der Website oder in einem Wupsi-Kundencenter. Die einmalige Registrierung kostet zehn Euro; für Abokunden des VRS entfällt diese Gebühr. Außerdem muss der Führerschein vorgelegt werden. Die Buchung des Fahrzeugs erfolgt ebenso per App oder Website – oder über eine Hotline.

Marion Lück hofft, dass viele das Angebot nutzen

Abgerechnet wird nach Stunde und Kilometer. Die Fahrzeuge können beispielsweise stundenweise für 5 Euro pro Stunde und 21 Cent pro gefahrenem Kilometer oder pro Tag für 40 Euro und 21 Cent je Kilometer gebucht werden.

Insgesamt soll die Car-Sharing-Flotte im Kreis künftig aus 13 Peugeots e-208 bestehen. Eine der zwei neu eröffneten E-Ladesäulen wird zum Laden des E-Fahrzeugs der Wupsi genutzt, eine weitere ist frei. Deren Nutzung ist ohne Registrierung über einen QR-Code vor Ort über alle gängigen Ladekarten möglich, „Wir verwenden ausschließlich grünen Strom, sonst würde das Ganze ja keinen Sinn ergeben“, stellte BEW-Geschäftsführer Jens Langner klar.

Beim E-Tanken wird pro Kilowattstunde abgerechnet, die je nach Menge 30 Cent kostet. Langner: „Mit der neu eröffneten Ladesäule verfügt das BEW-Ladenetz über 48 Ladepunkte im Kreis.“ Weitere sollen hinzukommen, wenn der Bau des geplanten Schnellladeparks am Autobahnohr fertiggestellt ist. Dafür werden gerade Fördermittel akquiriert. „Mit dann 22 Ladesäulen allein in Wermelskirchen wären wir sehr gut ausgestattet“, sagt Jens Langner.

Bürgermeisterin Marion Lück betonte, wie wichtig die Mobilitätswende gerade im ländlichen Bereich sei. „Wir sind froh, diesen wichtigen Schritt in Kooperation hinbekommen zu haben und hoffen jetzt natürlich, dass viele von dem Angebot, das viele Elemente der Mobilität verzahnt, Gebrauch machen“, sagte sie. Sie gehe aber davon aus, dass das Projekt nicht nur von jüngeren, digital affinen Menschen, sondern generationsübergreifend genutzt werde. „Es kommt auf jeden Fall zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Marion Lück. | Standpunkt

Standpunkt

Von Anja Carolina Siebel

Die Mobilstationen, künftig 19 an der Zahl, werden ein Alleinstellungsmerkmal des Rheinisch-Bergischen Kreises und somit ein Leuchtturmprojekt sein, auf das man zu Recht stolz sein darf. Denn sie vereinen viele Komponenten, die für einen wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Verkehrswende notwendig sind. Dabei, das betonte auch NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart bei seinem Besuch in Wermelskirchen, ist das Prozedere auch noch bequem für die Nutzer. Sie können nämlich umsteigen. Vom Öffentlichen Nahverkehr ins Auto oder aufs Fahrrad – oder umgekehrt. Das funktioniert vor allem dank moderner Technologie, über die wir, anders als noch vor einigen Jahren, zum Glück inzwischen verfügen. Die E-Bike-Verleihstationen haben nach knapp zwei Jahren bereits eine Erfolgsgeschichte im Kreis gefeiert. Die E-Fahrräder werden rege ausgeliehen und genutzt. Bleibt zu hoffen, dass das auch mit der kompletten neuen Mobilstation so sein wird. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit dem System einmal zu beschäftigen und es auszuprobieren.

| Erste Mobil- station ist in Betrieb

anja.siebel @rga.de

Hintergrund

Als Teil des Förderprogramms Kommunaler Klimaschutz NRW werden die Mobilstationen im Rheinisch-Bergischen Kreis als Alleinstellungsmerkmal aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. „Wir möchten Kommunen dabei unterstützen, integrierte Klimaschutzprojekte zu entwickeln“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Von der Regionale erhielt das Projekt den A-Stempel, wodurch seine regionale Bedeutsamkeit noch einmal hervorgehoben wird.

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