Bei Burscheid

A1: Wieder gibt es einen Toten

Verkehrsunfall
+
Auf der Autobahn A1 von Burscheid in Richtung Leverkusen fuhr ein PKW unter einen Lkw.

Am frühen Freitagmorgen ist ein 61 Jahre alter Mann auf A 1 bei Burscheid tödlich verunglückt.

Von Jürgen Heimann und Anja Carolina Siebel 

Erst am Donnerstag sprachen die Feuerwehrchefs Holger Stubenrauch (Wermelskirchen) und Achim Lütz (Burscheid) noch über die Belastungsgrenze, an die sie die Unfallserie auf der A1 derzeit bringt. Am Freitagmorgen setzte sich diese furchtbare Serie der verheerenden Unfälle zwischen Burscheid und dem Kreuz Leverkusen erschreckenderweise fort.

Kleintransporter fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf

Nach dem tödlichen Lkw-Unfall am Montag starb am Freitag erneut ein Autofahrer, der auf einen Laster am Stauende aufgefahren war. Der 61-jährige Mann aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis war laut Darstellung der Polizei gegen 5.15 Uhr mit seinem Kleintransporter mit hoher Geschwindigkeit auf einen Sattelschlepper eines 42-jährigen aus Düren aufgefahren – etwa drei Kilometer vor dem Kreuz.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Mann, wie auch schon der verstorbene Lkw-Fahrer am Montag, hinter seinem Steuer eingeklemmt und erlitt laut Feuerwehr-Vizechef Klaus Kopisch (Burscheid) schwerste Verletzungen, unter anderem im Kopf- und Brustbereich. „Er war nicht mehr ansprechbar, der Gesundheitszustand war sehr kritisch“, berichtet der Feuerwehrmann der Freiwilligen Wehr Burscheid.

Weil der Notarzt noch nicht eingetroffen war, habe die Feuerwehr die Vorbereitungen für eine Crashrettung getroffen, bei der die Fahrzeuge mit Hilfe von Zügen der Feuerwehr soweit auseinandergezogen werden, dass der Schwerverletzte noch im Wagen, zumindest anhand von Infusionen oder anderen Hilfsmitteln, stabilisiert werden kann. Kopisch: „Eine Gefahr dabei ist, dass die inneren Verletzungen geöffnet werden und starke Blutungen auslösen.“

Deshalb habe man mit dem maximalen Eingriff so lange gewartet, bis der Notarzt kurz vor der Einsatzstelle gewesen sei. So habe man den lebensgefährlich verletzten Mann sofort an die Rettungskräfte übergeben können, um entsprechende Infusionen legen zu können.

Der 61-jährige Autofahrer erlag trotz aller Rettungsversuche später im Krankenhaus seinen Verletzungen. In ersten Rückmeldungen der Ermittler sei auch die Rede davon gewesen, dass der Mann später stabil gewesen sei. Wie ein Sprecher der Polizei erklärte, habe der 61-Jährige dann aber vom Klinikum Leverkusen in ein Spezialkrankenhaus verlegt werden müssen und sei dort verstorben.

Wie schon bei dem tödlichen Unfall am Montag, stellte die Polizei vor der Unfallstelle Sichtschutzwände auf, damit Gaffer auf der anderen Spur der Autobahn den Verkehr nicht behindern konnten. Am vergangenen Montag hatte die Polizei sogar extra einen Beamten abgestellt, der Autofahrer fotografierte, die das Unfallgeschehen mit ihrem Smartphone filmten. Ihnen drohen eine Anzeige, Bußgeld sowie Punkte in Flensburg.

Auch am Freitag war kurz nach dem Unfall die Autobahn überlastet. Der längste Stau nach dem Unfall am Vormittag betrug elf Kilometer. Die Auffahrten in Burscheid und Wermelskirchen wurden geschlossen. Die Feuerwehr konnte nach anderthalb Stunden einrücken.

Bereits am Donnerstag Nachmittag hatte es auf dem Teilstück ebenfalls wieder einen Unfall mit zwei Schwerverletzten gegeben. Laut Christoph Schulte von der zuständigen Autobahnpolizei sei nun angedacht, auf der Strecke vor dem Leverkusener Kreuz, wo sich in seit Anfang des Jahres jetzt schon drei tödliche und mehrere schwerste Unfälle ereignet haben, die Fahrbahnen zu verengen, um die Geschwindigkeit der passierenden Verkehrsteilnehmer noch weiter zu drosseln. „Das muss aber vor allem die Bezirksregierung entscheiden“, sagte Schulte bereits am Donnerstag. Und: „Gegen unachtsame Fahrer, die während sie am Steuer sitzen ihr Smartphone bedienen, hilft auch das nichts.

HINTERGRUND

BRENNPUNKT Die A1 bei Burscheid, kurz vor dem Kreuz Leverkusen, gilt als Unfallschwerpunkt. Vor allem durch Staus droht Gefahr für viele Verkehrsteilnehmer. Erst am Montag starb ein Lkw-Fahrer bei einem schweren Unfall an dieser Stelle. Insgesamt verzeichnet die Polizei seit 2016 vor dem Kreuz zwölf tödliche Unfälle und mehrere mit Schwerstverletzten. Trotz verstärkter Sicherheitsmaßnahmen bessert sich die Lage nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gottesdienst erinnert an verstorbene Kinder
Gottesdienst erinnert an verstorbene Kinder
Gottesdienst erinnert an verstorbene Kinder
80 Euro kostet das Parken auf Radwegen
80 Euro kostet das Parken auf Radwegen
80 Euro kostet das Parken auf Radwegen
Stadt hat Neubaugebiete im Blick
Stadt hat Neubaugebiete im Blick
Stadt hat Neubaugebiete im Blick
Adventskalender: Brigitte Hallenberg mag „Markt und . . .“
Adventskalender: Brigitte Hallenberg mag „Markt und . . .“
Adventskalender: Brigitte Hallenberg mag „Markt und . . .“

Kommentare