Ernährungsberaterin warnt vor der „Zuckerfalle“ beim Essen

Nancy Fuchs setzt bei der Ernährung auf frische, nicht industriell verarbeitete Produkte. Foto: André Couturier
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Nancy Fuchs setzt bei der Ernährung auf frische, nicht industriell verarbeitete Produkte. Foto: André Couturier

Bewusster Genuss ist der Schlüssel zum gesunden Leben

Von Anja Carolina Siebel

Die alten Redewendungen kennt wohl jeder: „Mit Zucker lacht das Leben“ oder „Ach, wie wär’ das Leben schwer, gäb’ es keinen Zucker mehr“.

Kurz: Der Zucker gehört als Nahrungsmittel für viele Menschen zum Alltag. Im Kuchen, in der geliebten Schokolade, in Marmelade „Die meisten von uns sind so erzogen, dass es nach der Hauptmahlzeit öfter noch einen Nachtisch gibt“, weiß Nancy Fuchs. Die 47-jährige Wermelskirchenerin, die als Ernährungs- und Bewegungstrainerin arbeitet, weiß aber auch, dass es der Zucker in sich hat – oder eben auch nicht: „Es handelt sich um ein hochkalorisches und stark verarbeitetes Lebensmittel“, sagt Nancy Fuchs. Das heißt zum Beispiel, dass ein aufwendiger Kristallisierungsprozess dem Zucker alle Nährstoffe entzieht.

Das Tückische: Zucker findet sich nicht nur in jenen Lebensmitteln, in denen der Verbraucher ihn erwartet. Mit einem „Zuckerquiz“ verblüfft die Ernährungsberaterin ihre Zuhörer immer wieder. Wussten Sie zum Beispiel, dass in einer Tiefkühlpizza etwa 18 Gramm Zucker, in Tomatenketchup pro 100 Milliliter rund 23 Gramm Zucker und in einem herkömmlichen „Knuspermüsli“ pro Portion etwa 21 Gramm enthalten sind?

Ernährungswissenschaftler empfehlen indes einen täglichen Verbrauch von höchstens 25 Gramm. „Der Zuckerverbrauch hat sich mit den Jahren in der westlichen Welt drastisch erhöht“, sagt Nancy Fuchs. So liege er laut Studien bei 36 Kilogramm pro Kopf und Jahr, das entspricht 96 Gramm pro Tag und – tatsächlich – 24 Stückchen reinem Zucker.

Zucker wirkt im Körper entzündungsfördernd

„Das Fatale ist, dass ein erhöhter Zuckerkonsum zum einen Erkrankungen wie Adipositas oder Diabetes begünstigt“, unterstreicht die Expertin. Zum anderen wirke der reine Zucker entzündungsfördernd, was bei entzündlichen Erkrankungen wie zum Beispiel Rheuma oder anderen Autoimmunerkrankungen verstärkt Beschwerden auslösen könne.

Aber was jetzt tun, um der „Zuckerfalle“ entkommen? Nancy Fuchs setzt auf bewussten Genuss. Das eigene Süßempfinden zu korrigieren, gelinge beispielsweise, indem man die in Rezepten angegebene Menge sukzessive reduziere. Zudem könne industrieller Zucker durch Alternativen ersetzt werden: Agavendicksaft beispielsweise, Datteln oder Ahornsirup, die viele Ballastoffe, Mineralstoffe und Aminosäuren enthaltenden würden, sagt Fuchs. Die Naschlust könne durch vermehrtes Essen von Obst oder kleinen Gemüseportionen gedämpft werden. Und: Man sollte möglichst auf industriell verarbeitete Lebensmittel wie Fertigprodukte aus dem Supermarkt verzichten.

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