Ärger

Sterngolf-Inhaber vermisst Respekt vor der Platzordnung

Antonio Grosso steht an dem kleinen Bach in der Mitte seiner Anlage. Über ihn seien Kinder gesprungen und über die Anlage gerannt, sagt er. Im Internet erntet der Inhaber der Minigolfanlage auch eine Menge Kritik.
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Antonio Grosso steht an dem kleinen Bach in der Mitte seiner Anlage. Über ihn seien Kinder gesprungen und über die Anlage gerannt, sagt er. Im Internet erntet der Inhaber der Minigolfanlage auch eine Menge Kritik.

Sterngolf-Inhaber Antonio Grosso berichtet von Schäden an der Anlage.

Von Lena Steffens

Antonio Grosso steht am Fuß der Bahn 11. „Gut Schlag, Klaus“ ruft er dem Spieler auf der Bahn zu. Dabei lächelt er, sieht gelassen aus. Doch es gibt eine Sache, die den Inhaber des Minigolfplatzes Sterngolf stört: „Das Problem, das wir hier seit Jahren haben, ist, dass einige Gäste, konkret die Kinder, die hierhin kommen, einen Minigolfplatz mit einem Bolzplatz verwechseln“. sagt er. Konkret meint er damit: „Die Kinder benehmen sich wie auf einem öffentlichen Spielplatz und rennen umher, wie sie wollen, und sind nicht bereit, sich an die Platzordnung zu halten.“

Dabei gibt es nicht viele Regeln, an die sich die Besucher halten müssen. Auf der Rückseite jeder Spielkarte steht zum Beispiel, dass „die Bahnen nur zum Spiel zu betreten sind. Es ist verboten, über die Bahnen zu laufen oder zu springen.“ Auch müssen „passive Spieler zum aktiven Spieler mindestens zwei Meter Abstand halten“, damit diese sich nicht verletzen. Ebenso „müssen Kleinkinder beaufsichtigt werden“, das ist die vierte Regel.

Schäden sind an einigen Stellen sichtbar: Mit dem Schläger haben manche Besucher die Ecken der Minigolfbahnen abgeschlagen.

Diese Regeln gibt Antonio Grosso jedem Spieler vor Antritt des Spiels mit an die Hand. Regelmäßig besuchen auch Kindergärten, Schulen oder Jugendfreizeiten der Kirche die Anlage. Wenn er sieht, dass sich Besucher nicht daran halten, wird sein Ton schon mal rauer. „Das Fehlverhalten einiger Besucher hat ja auch weitere Konsequenzen. Hier sind Clubspieler, die Geld zahlen und ihre Runden in Ruhe spielen wollen“, sagt er. Auch für die eigene Sicherheit der Spieler ist es wichtig, dass diese sich an die Regeln halten. „Wir hatten schon einmal den Krankenwagen hier, weil eine Lehrerin einen Ball gegen den Kopf bekommen hat“, erinnert sich Grosso. „Fast jeden Tag kommt es vor, dass sich Kinder nicht an die Regeln hier auf dem Platz halten.“

Einige Bahnen beweisen das: An den Ecken zweier Bahnen sind abgebrochene Ecken zu sehen, „weil einige Spieler mit dem Schläger dagegen geschlagen haben“, meint Grosso, während er über die Anlage läuft. Auch auf die Bahnen hätten einige schon mit ihren Schlägern geschlagen. „Das ist verboten, das gibt Macken.“

Daher haben Antonio Grosso und seine Frau Ingeborg erst vor etwa fünf Jahren die Anlage sanieren lassen. „Das geht wirklich in die Tausende“, sagt er zu den Kosten der Sanierung des Platzes, der seit fast 40 Jahren besteht. Der jüngste Fall hätte sich erst vor ein paar Wochen ereignet, als eine ältere Dame mit ihren beiden Enkelkindern auf der Anlage Minigolf spielen wollte. „Die Kinder haben sich zuerst um den Schläger gestritten, dann lief ein Kind über den Platz, sprang über den Bach in der Mitte und riss mit beiden Händen Blumen aus einem Topf, der auf der Anlage stand“, schilderte Grosso, der der Dame daraufhin die Verhaltensregeln des Platzes erklärte. „Es war aber offensichtlich, dass die Frau überfordert mit den Kindern war“, sagte er.

Seit Sonntagabend, 21. August, tauschen sich die Wermelskirchener nun über ihre Erfahrungen mit der Minigolfanlage auf Facebook aus, nachdem Aileen Heinhaus, Mutter zweier Kinder, einen Beitrag hochgeladen hatte. Darin schilderte sie die Situation von ihrem Besuch der Minigolfanlage am vergangenen Sonntag mit ihren zwei und vier Jahre alten Kindern. „Wir haben uns in die Schlange gestellt, es war viel los“, erklärt Heinhaus. „Hinter uns kamen direkt neue Gäste, die Herr Grosso direkt bedient hat, erst danach hat er uns gefragt, was er für uns tun könnte.“

Als Heinhaus meinte, dass sie gerne mit ihren Kindern auch eine Runde spielen wolle, hätte Antonio Grosso die Kinder komisch angeschaut, meint die Mutter der Kinder. „Ich hatte das Gefühl, dass Kinder nicht erwünscht sind“, sagt sie. „Er hat gefragt, ob ich mir das denn auch wirklich antun möchte, weil die Anlage kein Bolzplatz oder Spielplatz sei.“

Viel Kritik in den sozialen Netzwerken

Grosso meinte, wenn sie ihre Kinder unter Kontrolle hätte, könne sie spielen. Heinhaus antwortete daraufhin, sie könnten ja auch abbrechen, wenn es nicht funktioniert, woraufhin Antonio Grosso verdeutlichte, „wenn, dann breche ich das ab und nicht Sie!“ Daraufhin sei Heinhaus mit ihren Kindern gegangen.

Unter dem Kommentar schreiben Wermelskirchener von ähnlichen Erfahrungen, viele nehmen Antonio Grosso und seine Frau aber auch in Schutz. „Wir waren schon oft mit unseren Kindern da und es war immer super! Mega nette Leute“, schreibt eine Facebook-Userin.

Grosso selbst sagt: „Wir sind nicht kinderfeindlich. Wenn ich kinderfeindlich wäre, hätte ich die ältere Dame gar nicht erst auf die Anlage gelassen. Was mir als ausgebildeter Sozialarbeiter nur sehr wehtut, ist, dass andere Leute einfach die Meinung von anderen übernehmen, ohne diese zu hinterfragen. Die Kinder sind für uns heilig! Deshalb möchte ich mich bei allen Besuchern bedanken, die regelmäßig auf unsere Anlage kommen!“

Die Anlage

Öffnungszeiten: Die Sterngolfanlage ist montags bis freitags immer von 14 bis 21 Uhr geöffnet, samstags von 13 bis 21 Uhr und sonntags von 11 bis 21 Uhr.

Preise: Erwachsene zahlen vier Euro, Kinder bis 18 Jahren drei Euro. Kleinkinder würde er nicht dazuzählen, sagt Grosso.

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