Schloss Burg

Frank Langer gibt allen Heilpflanzen eine Bühne

Im Kräutergarten von Schloss Burg ist Frank Langer ganz in seinem Element.
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Im Kräutergarten von Schloss Burg ist Frank Langer ganz in seinem Element.

Frank Langer pflegt den Kräutergarten am Schloss Burg und bietet regelmäßig Rundgänge für Besucher an.

Von Kristin Dowe

Zwar ist der Kräutergarten auf dem Gelände von Schloss Burg zurzeit noch von einer Baustelle umgeben, doch das tut seiner Schönheit keinen Abbruch. Hier blühen und gedeihen Giersch, Waldmeister, Bärlauch, Beifuß und Mutterkraut, um nur einige der Pflanzen zu nennen, die sich hier in der liebevollen Obhut von Frank Langer befinden.

Gemeinsam mit Kollegin Dagmar Schmidt, der „Kräuterhexe von Solingen“, bietet er regelmäßig eine Kräuterwanderung durch den Garten und rund um das Gelände von Schloss Burg an, um den Besuchern einen Eindruck von der Vielfalt der Vegetation zu verschaffen. Schmidt und Langer pflegen den Garten zusammen mit zwei Helfern.

Frank Langers Versprechen: „Bei mir bekommen auch die kleinen Kräuter rechts und links des Weges eine Bühne.“ Als Frank Langer sich mit 54 Jahren beruflich umorientieren musste, machte er, wie er es selbst ausdrückt, seine „Berufung zum Beruf“. Pflanzen und Kräuter, ihr Duft und ihre heilsame Wirkung auf unterschiedliche Art hätten ihn schon immer fasziniert. Nun sehe er es als seine Aufgabe, bei seinen Wanderungen ein Stückchen Natur zu vermitteln. Manch ein Teilnehmer habe danach bestimmte Pflanzen mit anderen Augen gesehen, erinnert er sich. „Die Leute erzählen mir oft, dass so manches früher bei ihnen einfach auf dem Kompost landete.“ Giersch, der laut Langer auch den Ruf eines „Gärtnerschrecks“ genießt, sei dafür ein Paradebeispiel. „Viele Besucher fragen mich, was sie mit dem Giersch in ihrem Garten machen sollen. Ich sage dann immer: Essen!“ Denn das Wildgemüse habe laut Langer viele Talente. Neben seiner entwässernden und entgiftenden Wirkung dank vieler Mineralien biete es eine hervorragende Basis für ein selbst gemachtes Pesto.

Allerdings empfiehlt Frank Langer dringend, sich nicht ohne solide Vorkenntnisse auf Kräutersuche zu begeben, sondern im Zweifel einen Experten zurate zu ziehen. Gerade Giersch sei optisch leicht mit Hundspetersilie oder dem Gefleckten Schierling zu verwechseln – beide Pflanzen sind hochgiftig.

„Ich empfehle den Menschen immer, im Garten einmal ein bisschen zu schludern.“

Frank Langer, Kräuter-Experte

Ob der Kräutergarten nach dem Abschluss der Sanierung von Schloss Burg an alter Stelle bleibt, stehe noch nicht fest, grundsätzlich solle er künftig aber noch etwas vergrößert werden. Schon jetzt ist allerdings deutlich zu erkennen, wie viel Liebe Frank Langer in seine Anlage investiert hat. Aller Pflanzen sind säuberlich beschriftet, der hintere Bereich ist der Nonne und Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen gewidmet, die für ihr besonderes Wissen um die Heilkraft der Kräuter bekannt war. Auch einen „Naschgartenbereich“ gibt es, der seinem Namen gerecht wird – denn dort dürfen die Besucher nach Herzenslust von den süßen Himbeeren, Walderdbeeren oder Johannisbeeren probieren.

Eigentlich könne man bei der Kräutersuche bei jedem Waldspaziergang kleine Köstlichkeiten entdecken, „aber die Vielfalt hier in Burg ist schon besonders“, ist Frank Langer überzeugt.

Mit seinen Kräuterwanderungen (im Herbst bietet er übrigens auch Pilzwanderungen an) verfolge er auch das Ziel, dass die Menschen sich wieder verstärkt der Natur zuwenden. Und für Gartenbesitzer hat er einen heißen Tipp: „Ich empfehle immer, im Garten einfach mal ein bisschen zu schludern und der Natur ihren Lauf zu lassen.“

Weitere Termine

Weitere Kräuterwanderungen bietet Frank Langer am Sonntag, 17. Juli, von 11 bis 13 Uhr sowie am Sonntag, 24. Juli, 10.30 bis 13 Uhr, dann zusammen mit Dagmar Schmidt, an. Die Teilnahmegebühr beträgt 14 Euro. Die Teilnehmer treffen sich vor dem Besucherzentrum von Schloss Burg. Weitere Info unter Tel. (01 76) 23 98 93 62. Tickets:

termine.rga.de

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