Entwicklungsplan: Die Zeichen stehen auf Gesamtschule

Voriges Jahr hatte die Stadt den Abriss der ehemaligen Realschule abgeschlossen. Archivfoto: Doro Siewert
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Voriges Jahr hatte die Stadt den Abriss der ehemaligen Realschule abgeschlossen. Archivfoto: Doro Siewert

Was aus der Sekundarschule und den dazugehörigen Gebäuden wird, ist unklar

Von Anja Carolina Siebel

Der Neubau einer Sekundarschule scheint in Wermelskirchen vom Tisch zu sein. Das jedenfalls geht aus dem aktuellen Schulentwicklungsplan hervor, der bereits Ende Dezember den Ortspolitikern im Schulausschuss vorlag. Ein über 150-seitiges Exemplar, in dem – kurz gefasst – die Experten den Aufbau einer Gesamtschule in der Stadt empfehlen.

Wörtlich heißt es darin: „Die Stadt Wermelskirchen muss aus Sicht des Gutachters versuchen, eine Veränderung herbeizuführen. Die klare Empfehlung ist mit einer Gesamtschule eine zukunftssichere Aufstellung der Schullandschaft herbeizuführen.“

Realschule würde nicht mehr so, wie sie viele kennen

Und weiter: „Unter Rücksichtnahme der Nachbarstädte könnte die Schule auf eine 4-Zügigkeit mit einer maximal 3-zügigen Oberstufe beschränkt werden. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass bei 4-Zügen die Oberstufe nur 2-zügig wird, weshalb auch eine 5-Zügigkeit im weiteren Prozess thematisiert werden sollte.“ Das Gymnasium solle in jedem Fall unangetastet weiter arbeiten.

Nicht eindeutig ist indes das Ergebnis der Elternbefragung, was der Stadt ebenfalls bereits vorliegt. „Die Hälfte hat sich etwa für eine Gesamtschule als Schulform ausgesprochen, ein anderer großer Teil aber für eine Realschule“, gibt Dezernent Stefan Görnert den Inhalt der Befragung wieder.

Was die Eltern möglicherweise bei Beantwortung der Fragen nicht wussten: Eine Realschule, wie es sie bis vor drei Jahren noch in Wermelskirchen gab, wäre inzwischen nicht mehr möglich. Denn nach aktuellem Stand werden auch in der Sekundarstufe Realschule – also in den Klassen 5 und 6 – nach WGA-Informationen Haupt- und Realschüler gemeinsam beschult. Eine Ausnahme bildet noch die Stadt Hückeswagen. Dort läuft die Realschule noch wie seit Jahren, unter anderem aber auch deshalb, weil es mit der Montanusschule in Hückeswagen noch eine zumindest zweizügige Hauptschule gibt. Fakt scheint laut Schulentwicklungsplan indes zu sein, dass die Sekundarschule „bei den Eltern keine große Rolle mehr“ spiele. Lediglich 8 Prozent der befragten Eltern hatten diese Schulform als Wunsch für die Beschulung ihrer Kinder angegeben. Was im Schulentwicklungsplan aber ebenfalls festgehalten wurde: Die letztliche Entscheidung über eine eventuell neue Schulform liegt bei der Politik. Und die Politiker werden in der nächsten Sitzung des Schulausschusses am kommenden Montag zunächst über die Raumsituation an der jetzigen Sekundarschule debattieren. Nachdem ein Neubau an der Rot-Kreuz-Straße nun praktisch ausgeschlossen ist, geht es um die Unterbringung der jetzigen Klassen. Im Gespräch unter den Politikern ist unter anderem, die Schulcontainer am Weyersbusch anders als geplant weiter zu nutzen.

„Details werden wir im Ausschuss diskutieren“, sagt der Technische Beigeordnete der Stadt, Thomas Marner auf Nachfrage. „Die Politiker müssen ja auch die Chance haben, sich den Plan in Ruhe durchzulesen.“

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