Krisensituation

Energiekrise: Hallenbad könnte dauerhaft schließen

Das Hallenbad verbraucht viel Energie.
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Das Hallenbad verbraucht viel Energie.

Stadt hat den Stab für außerordentliche Ereignisse aktiviert, um Maßnahmen vorzubereiten.

Von Udo Teifel

Wermelskirchen. Auf die vor allem wegen des Ukraine-Krieges steigenden Energiepreise reagiert jetzt auch die Stadtverwaltung: Wenn’s ganz hart auf hart kommt, wird das Hallenbad nach den Sommerferien nicht mehr geöffnet. Und auch ob es dann noch Warmwasser in den Turnhallen gibt, bleibt abzuwarten.

Bürgermeisterin Marion Lück hat inzwischen den für Krisensituationen etablierten Stab für außergewöhnliche Ereignisse „Energie“ aktiviert. Er kam erstmals zu Beginn der Corona-Pandemie zum Einsatz; sie ist wohl das erste Stadtoberhaupt im Rheinisch-Bergischen Kreis, das diesen Schritt gegangen ist. „Als ich am Wochenende die für mich bedrohlich klingenden Aussagen von Wirtschaftsminister Robert Habeck gehört habe, war ich echt beunruhigt. Und das hat sich noch nicht gelegt.“ So telefonierte sie schon am Wochenende mit Amtskollegen im Kreis.

Mit der Aktivierung des örtlichen Krisenstabes will die Bürgermeisterin vorbereitet sein für den Fall, dass nach dem 22. Juli kein Gas mehr durch die russische Gasleitung Nord Stream 1 fließt. „Wir können nicht warten, bis Land und Bund reagieren“, so die Bürgermeisterin.

Verwaltung sammelt Ideen bei den Mitarbeitern

Anfang der Woche hatte die Stadt Hilden auf die steigenden Energiepreise reagiert und angekündigt, die Heizungen in Gebäuden abzuschalten – nach den Sommerferien bleiben Wasser und Heizungen in städtischen Schulen und Turnhallen kalt. Ziel ist, Energie zu sparen. Vorreiter indes ist der Lahn-Dill-Kreis, der vor einigen Wochen angekündigt hatte, bis 18. September in den Schulen und kreiseigenen Turnhallen die Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsanlagen abzuschalten. Der Kreis erhoffte sich, in den Sommermonaten rund 100 000 Euro an Energiekosten einzusparen.

So weit indes ist die Stadt Wermelskirchen noch nicht. Der Krisenstab wolle überlegen, welche Maßnahmen in der Verwaltung wie auch in der ganzen Stadt umgesetzt werden können. Stadtsprecherin Kathrin Kellermann: „Aktuell werden die Mitarbeiter im Rathaus aufgefordert, ihre Ideen zum Energiesparen einzureichen.“ Das werde gesichtet und nach Möglichkeit umgesetzt. Da geht es zum Beispiel um die automatische Abschaltung von Rechnern oder um Bewegungsmeldern, um kein Dauerlicht zu haben.

Hintergrund ist, so die Bürgermeisterin, dass auch das Rathaus neben dem Hallenbad „nicht energieeffizient“ ist. Fenster seien undicht, die Heizung alt.

Anders als in Hilden will Bürgermeisterin Marion Lück die Vereine nicht vor den Kopf stoßen und Maßnahmen verkünden. „Wir werden in den nächsten Tagen Gespräche mit den Vereinen führen, wie wir Energie in Turnhallen einsparen können.“ Denn letztlich geht es darum, Warmwasser in den Hallen und den städtischen Einrichtungen abzudrehen.

Als eine Reaktion zur Einsparung sieht die Stadtverwaltung die Entscheidung, das Bad in den Sommerferien geschlossen zu halten. „Sollten die Gaslieferungen nach dem 22. Juli nicht mehr gesichert sein, ist eine Option, dass das Hallenbad auch nach den Sommerferien geschlossen bleibt“, so Kathrin Kellermann. „Oder dass die Wassertemperatur weiter gesenkt wird.“

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