Gaspreise

Energie: Die Abschläge ändern sich

gas
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Die Energiepreise machen derzeit vielen Menschen Sorgen.

Jede Entlastung für Gaspreise ist gut, sagt Bauvereins-Chef Martin Lambotte - aber reicht das?

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Alles, was die Menschen entlastet, ist gut. So kommentiert der Geschäftsführer des Wermelskirchener Bauvereins, Martin Lambotte, die Vorschläge der Expertenkommission zur Gaspreisbremse der Bundesregierung. Der 60-Jährige hegt jedoch genauso Zweifel, ob die Vorschläge ausreichend sind. Er befürchtet soziale Härtefälle, denn die vorgeschlagene Preisdeckelung sei immer noch hoch. Das könnte sich letztlich auch auf den als Genossenschaft strukturierten gemeinnützigen Bauverein niederschlagen: „Wenn unsere Mieter, die ja in der Mehrheit nicht auf finanziellen Rosen gebettet sind, ihre Abschläge nicht in vollem Umfang bezahlen, laufen wir als Bauverein in ein Liquiditätsdelta hinein.“ Der Grund. Der Bauverein schießt die monatlichen Abschläge seiner Mieter an den Energieversorger vor.

Für 2022 müssen sich die Mieter weniger Sorgen machen

„Eine Deckelung muss her“, betont Martin Lambotte, der die Bauvereinmieter in einer ähnlichen Situation sieht wie Normal-Verbraucher: „Bei vielen ist die Grenze der finanziellen Belastbarkeit auch durch die anderen Preissteigerungen erreicht. Die leiden da massiv drunter.“

Für den Bauverein skizziert Martin Lambotte die Situation so: Für 2022 müssten sich die Mieter weniger Sorgen machen. Denn: „Seit 2015 ist unser Gaspreis nahezu unverändert und bis Ende dieses Jahres festgeschrieben.“ Aber: „Ab Januar 2023 zahlen wir statt etwa 50 000 rund 150 000 Euro für Gas – entsprechend verdreifachen sich die Abschläge.“ So sei der aktuelle Stand nach den Verhandlungen mit der Bergischen Energie und Wasser GmbH (BEW), mit der der Bauverein einen Laufzeitvertrag über zwei Jahre von Anfang 2023 bis Ende 2025 abgeschlossen habe. „Bislang war das so, dass sich die Frage nach einer Nachzahlung oder einem Guthaben nach der Jahresabrechnung rein abhängig vom privaten Verhalten und generell von den Außentemperaturen ergeben hat“, erläutert Martin Lambotte.

Die jetzt von der Expertenkommission vorgesehene Gas- und Wärmepreisbremse soll zwischen März 2023 und mindestens April 2024 greifen. Diese sieht unter anderem für eine Grundmenge an Gas einen staatlich garantierten Bruttopreis inklusive aller staatlich veranlassten Preisbestandteile von zwölf Cent pro Kilowattstunde vor.

Oberhalb dieser Menge sollen Marktpreise gelten. Das Grundkontingent soll bei 80 Prozent des Verbrauchs liegen. Diese veranschlagten zwölf Cent als Deckelung seien immer noch hoch, schätzt Martin Lambotte ein: „Da läuft es mir eiskalt den Rücken herunter.“ Die inzwischen gestrichene „Harbeck-Gasumlage“ hat einen Gaspreis von 15 Cent pro Kilowattstunde nach sich gezogen, rechnet Martin Lambotte für den Bauverein vor: „Statt bisher 4,7 Cent.“ Da bilde ein Preis von etwa zwölf Cent brutto immer noch eine zweieinhalbfache Verteuerung. Die Mieter müssten mit einer Verdoppelung der Abschläge für Gas rechnen.

Wie eine Umsetzung in der Praxis erfolgt, vermag der Bauverein-Geschäftsführer noch nicht zu sagen: „Wir haben jetzt einen Zwei-Jahres-Vertrag. Für einen Teil dieser Zeit gilt der Expertenvorschlag, wenn die Bundesregierung ihn umsetzt.“

Unterjährig dürfe keine Anpassung der Abschläge erfolgen, das gehe nur im Zusammenhang mit der Jahresabrechnung, sagt Martin Lambotte, der die Prognose wagt: „Ab 1. Januar können bei vielen unserer Wohnungen die Nebenkosten höher als die Kaltmiete sein.“

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