Fest

Endlich wieder richtige Kirmes

Dieses Jahr hat die Wermelskirchener Kirmes wieder ihr Riesenrad.
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Dieses Jahr hat die Wermelskirchener Kirmes wieder ihr Riesenrad.

Am Freitag geht es mit dem Fassanstich los – diesmal unterm Weihnachtsbaum.

Von Anja Carolina Siebel

Er sei „ein wenig im Stress“, sagt Paul Engelbracht, als der WGA ihn am Telefon erwischt. Und wer den „Mister Kirmes“ vom Ordnungsamt kennt, der weiß, dass „ein wenig Stress“ in diesen Tagen stark untertrieben ist. Paul Engelbracht, der stellvertretende Ordnungsamtsleiter, betreut seit Jahren das Thema Kirmes bei der Stadtverwaltung federführend. Er kümmert sich um Lagepläne, die Akquise der Schausteller, Fahrgeschäfte, Buden, Wasserversorgung – kurz: ein Großprojekt, und das Jahr für Jahr.

„Und trotzdem freu ich mich immer drauf“, gibt Paul Engelbracht unumwunden zu. Diesmal besonders, denn nach zwei Jahren Pandemie bedingter Pause wird es endlich wieder eine „richtige“ Kirmes geben. Mit Riesenrad, mit Fahrgeschäften und Autoscooter, dem Krammarkt und natürlich der von vielen Wermelskirchenern so geliebten Matinee.

„Manche sagen, die paar Geschäfte weniger, das ist nicht schlimm. Aber ich bin eben Perfektionist.“

Paul Engelbracht

Aber diese Kirmes wird ein etwas anderes Gesicht haben , als es die Dellmänner gewöhnt sind. Weil der Platz am Loches-Platz komplett wegfällt, wird es Ausweichflächen geben – an der Jahnstraße und am Weihnachtsbaum (Obere Remscheider-/ Carl-Leverkus- Straße).

„Das Riesenrad wird zum Beispiel auf der Jahnstraße stehen“, sagt Paul Engelbracht. Umrahmt wird es von einem Bogenschieß-Stand, einem Getränkewagen und einem Imbiss. Auf dem Platz unterm Weihnachtsbaum (bis Höhe Café Wild) wird am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr das Fass zum Kirmesauftakt angestochen, und es gibt Kirmes-Freibier.

Mit dorthin gezogen ist die Familie Traber mit ihrem Getränkestand, die sonst immer am oberen Loches-Platz stand. Einige andere tun es Trabers gleich: ein Imbiss, ein Pfeilwurf-Stand, ein Kinderkarussell. „Wir hoffen, dass wir darauf setzen können, dass die Herbstkirmes eben eine Laufkirmes ist, die in der ganzen Stadt stattfindet“, räumt Paul Engelbracht ein. „Denn wir möchten natürlich, dass auch in diesem Bereich Betrieb herrscht.“ Ein bisschen einbüßen hätten sie müssen, sagt „Mr. Kirmes“. So sind es ein paar weniger Fahrgeschäfte als in den Kirmesjahren zuvor. 95 an der Zahl. „Uns fehlen natürlich die Großfahrgeschäfte vom unteren Loches-Platz“, räumt Engelbracht ein. „Das Kettenkarussell, vor allem aber der Musik-Express. Wir hoffen, dass zumindest der auf dem neuen Loches-Platz wieder Platz findet.“

Auch von den Beschickern des Krammarkts kommen dieses Jahr nicht alle wieder. „Manche haben auch während der Pandemie aufgegeben oder erkannt, dass sie jetzt im Rentenalter sind“, erzählt er. Und: „Es ist insgesamt nicht einfach. Wir haben immer noch die Pandemie, einen Krieg, damit einhergehende Lieferengpässe und wirtschaftliche Irritationen. Klar, dass da manche nicht in Stimmung sind.“ Und dennoch: 135 Standbetreiber hat Engelbracht für den großen Krammarkt durch Jörgensgasse, Schillerstraße und Kattwinkelstraße zusammenbekommen – vormals waren es 145. „Klar“, sagt Engelbracht, „manche sagen, das ist doch nicht schlimm, die paar Geschäfte weniger. Aber ich bin eben Perfektionist.“ Attraktiv wird die Kirmes trotzdem. Fahrgeschäfte wie das große Riesenrad, Mr. Gravity, bei dem sich eine Scheibe in der Höhe in rasender Geschwindigkeit dreht, oder Extreme, ein 120 Stundenkilometer schneller Propeller, tragen dazu bei.

Und: Das Höhenfeuerwerk soll wieder stattfinden, „Es kommt auf die Trockenheit und die damit verbundene Brandgefahr an“, räumt Engelbracht ein. „Das wird mit Feuerwehr und Polizei vor Ort besprochen. Ich habe aber im Gefühl, dass das Feuerwerk stattfindet.“

Programm

Der Fassanstich findet am Freitag um 16 Uhr am Weihnachtsbaum statt. Am Sonntag findet dann ab 13 Uhr der verkaufsoffene Sonntag in der Innenstadt statt. Montag ab 11 Uhr treffen sich Feierlustige zur Matinee. Und am Dienstag (21.30 Uhr) steigt das Feuerwerk.

Standpunkt: Mr. Kirmes richtet es

anja.siebel@rga.de

Die Wermelskirchener Kirmes ist seit jeher ein Phänomen. Während andernorts vielfach die Plätze schon vor Jahren leer blieben, weil scheinbar niemand mehr eine Kirmes wollte, gab es diese Probleme in Wermelskirchen noch nie. „Mr. Kirmes“ Paul Engelbracht und sein Team schafften es noch immer, die Plätze vollzumachen, die besten Fahrgeschäfte und die tollsten Händler für den Krammarkt in die Stadt zu locken.

Nun steht das Team des Ordnungsamtes vor besonderen Herausforderungen. Nach der langen Zeit der Pandemie steht nun auch der Loches-Platz erst einmal nicht mehr zur Verfügung. Ein Platz, auf dem es zur Herbstkirmes immer richtig rund ging. Aber Mr. Kirmes wäre ja nicht Mr. Kirmes, wenn es nicht auch Lösungen für den Verlust geben würde. Den Ausweich-Platz an der Jahnstraße oder am Weihnachtsbaum beispielsweise. Und die meisten werden es ahnen: Die Kirmes wird ganz sicher so schön wie schon lange nicht.

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