Emotionen geben Schub für Veränderung

Susanne Nickel (54) ist Expertin für Veränderungsmanagement, Coach und Beraterin. Foto: Rouven Böttner
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Susanne Nickel (54) ist Expertin für Veränderungsmanagement, Coach und Beraterin.

Expertin Susanne Nickel lieferte beim Bergischen Wissensforum Tipps, wie jeder sein persönliches Ziel erreicht

Von Melissa Wienzek

Was ist Ihr blutiger Zeh? Und steht Ihre Karriereleiter eigentlich an der richtigen Wand? Mit diesen Fragen hatte die Sprecherin des Abends, Anwältin, Beraterin und Coach Susanne Nickel (54), genau das Ziel bei ihrem Vortrag des Bergischen Wissensforums von Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger erreicht, das sie sich vorab gesetzt hatte: Das Publikum zum Nachdenken zu animieren. Und es lernte live vor Ort im Bürgersaal der Evangelischen Stadtkirche in Solingen sowie online zugeschaltet, was Zielstrebigkeit genau bedeutet, wie ein Ziel sein sollte – und wie es gelingt, auf dem Weg dorthin durchzuhalten.

Der lebhafte Vortrag der ganz in Rot gekleideten Sprecherin lieferte anderthalb Stunden Impulse und Denkansätze wie den „Jammerstuhl“ und den „Lösungsstuhl“, die wohl so manch einer noch am Abend zu Hause am Partner testete. Auch Antje Stengel Halbach aus Cronenberg nahm an diesem Abend etwas mit: nicht nur das Script der Referentin, sondern auch viele Ideen. „Herzlichen Dank für die vielfältigen Impulse“, bedankte sie sich bei Susanne Nickel.

In ihrem Vortrag gab die Keynote Speakerin, die auch Führungskräftetrainings mit Top-Unternehmen in ganz Deutschland durchführt, nicht nur anschauliche Beispiele und kreative Methoden, sondern auch intime Einblicke in ihr Privatleben – Mutter mit 19, Spaghetti-mit-Tomatensauce-Zeit als Jura-Studentin mit Kleinkind in der Zwei-Zimmer-Wohnung oder kleinere Zwistigkeiten mit ihrem Mann, einem Psychiater.

Ihr ganz persönliches Ziel setzte sich Susanne Nickel bereits im Alter von neun Jahren, erzählte sie: Das Mädchen aus Ludwigshafen wollte Tänzerin werden, obwohl ihr ihre Mutter versicherte: „Susanne, das schaffst du nicht.“ Doch Susanne brannte dafür – und wurde später sogar Tänzerin bei der großen Choreographin Pina Bausch. Auch wenn sie an manchem Abend mit blutenden Füßen alles hinschmeißen wollte – sie hielt durch und erreichte schließlich ihr Ziel.

Diese Zielstrebigkeit und dieses Durchhaltevermögen sind nicht jedem Menschen angeboren – aber man kann es lernen, sagt die Expertin. „Willenskraft kann man trainieren wie einen Muskel.“ Folgende Tipps lieferte Susanne Nickel:

Ziel definieren: Erst einmal müsse man wissen: Ziele entstehen aus Bedürfnissen. Und die haben wir schließlich alle. „Sie sollten sich fragen: Warum ist Ihnen etwas wichtig?“ Aber Achtung: Oft seien die Ziele falsch gesetzt oder man verfolge ein Ziel von jemand anderem. Hier sei es wichtig, 100 Prozent dahinterzustehen, innere Haltung einzunehmen. Wie sollte ein Ziel also sein? „Smart“. Dies steht für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert. „Ich möchte abnehmen“ sei ein Wunsch, „Ich wiege in drei Monaten 60 Kilo“ ein klares Ziel.

„3D – Durchsetzen, Durchhalten, Durchstarten“: Um sich zu verändern, müsse man die Sachebene verlassen und abtauchen in die Tiefen der Emotionen. Das gebe Schub. Die Frage sei: Was ist dein Dafür? „Denn wenn Sie ein Wofür haben, dann sind das Was und Wie viel einfacher.“ Leidenschaftlich und begeisterungsfähig zu sein, sei übrigens keine Frage des Alters. Zum Thema Durchhalten sei es wichtig, sich zu fragen: Was bin ich bereit, dafür zu geben? Um es mit der Tänzerin zu sagen: Was ist mein blutiger Zeh? Nach dem Zwischenziel dürfe man sich belohnen.

Durchsetzungskraft: Wie erreiche ich Durchsetzungskraft? Anhand der „BAM-Methode“, sagt Susanne Nickel: beobachten, aufschreiben, Macht nehmen. „Um dem inneren Kritiker die Macht zu nehmen, stellen wir dem Negativen etwas Positives dagegen.“

Scheitern als Chance: Scheitern gehöre dazu – dann sei Selbstfürsorge angesagt statt Selbstoptimierung: Was brauche ich jetzt gerade? „Erfolgreiche von erfolglosen Menschen unterscheidet, dass sie mit Fehlern umgehen können und weitermachen“, sagt die Expertin für Veränderungsmanagement.

Hilfe: Zum Durchstarten dürfe man sich Gewohnheiten zunutze machen – wir bestehen zu 30 bis 50 Prozent aus Gewohnheiten – oder sich einen Unterstützer suchen. Für eine Veränderung bräuchten wir Kopf und Gefühl – ein gutes Vorbild seien Kinder. „Sie leben im Hier und Jetzt – da kann man sich was abgucken.“ Schließlich seien Spielplätze Startbahnen für Innovationen.

Nächster Termin

Verkaufstrainer, Dozent und Jurist Klaus-J. Fink spricht am Dienstag, 22. Februar, ab 19.30 Uhr, über „Jeder ist ein Verkäufer – Überzeugungskraft für Ihre Wünsche und Ziele“. Veranstaltungsort ist der Bürgersaal der Evangelischen Stadtkirche, Kirchplatz 14, Solingen. Es gilt 2G-Plus. Die Teilnahme ist auch im Livestream möglicht. Karten: Tel. (0 25 61) 9 79 28 88 oder online. Mit RGA-Karte 10 Prozent Rabatt.

t1p.de/g915

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