Stadtkirche

Emotionale Geschichten gehen mitten ins Herz

Autorin Jana van Wahden (v.) und das Bläserensemble unter Leitung von Martin Weidner (l.) gestalteten die Lesung.
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Autorin Jana van Wahden (v.) und das Bläserensemble unter Leitung von Martin Weidner (l.) gestalteten die Lesung.

Jana van Wahden las in der Stadtkirche, begleitet vom Bläserensemble.

Von Heike Kasten

Wermelskirchen. Sich sammeln, meditieren und die Stille genießen wirkt sich nachweislich positiv auf Geist und Körper aus. Doch oft schweifen die Gedanken ab. In der Stadtkirche fiel es leicht, zur Ruhe zu kommen und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Die Evangelische Kirchengemeinde hatte zu einer meditativen Lesung unter dem Titel „Vom Ankommen in der Stille, wie ein Vogel in der Hand“ mit Autorin Jana van Wahden eingeladen.

Die 34-jährige Wahl-Kölnerin trug eine selbst geschriebene Geschichte vor, die von Stille, Angst, Verlust, Schmerz und Trauer, aber auch von Hoffnung, Loslassen und Wärme handelte. Jana van Wahden hatte sich von einem Buch der Ordensschwester Christamaria Schröter zu den eigenen Zeilen inspirieren lassen. Mit ihrer angenehmen, ruhigen Stimme füllte sie nicht nur den Kirchenraum, sondern berührte auch die Herzen der Zuhörer. Der Lichtkegel, den die Sonne auf das Lesepult und die Autorin warf, sorgte dabei zusätzlich für Strahlkraft.

Bei der Lesung stand Jana van Wahden im fortwährenden Dialog mit dem Bläserensemble unter der Leitung von Martin Weidner. Dass auch Blechbläser ihren Instrumenten sanfte Töne entlocken können, zeigten die Musiker eindrucksvoll mit den Stücken „Arioso“ von Johann Sebastian Bach, dem nordischen Sommarpsalm von Waldemar Åhlén oder die Gymnopédie No 1 von Erik Satie. Selbst nach einer aufreibenden Textpassage fügte sich das drängende „Die Opferung Isaaks“ von Jens Uhlenhoff wunderbar in die Geschichte ein.

Die ursprüngliche Idee von Jana van Wahden war bei der Planung der Veranstaltung noch eine ganz andere. „,Text und Klang im Kirchhof‘ sollte die Veranstaltung heißen, die wir nun aus Wettergründen in die Kirche verlegt haben“, sagte Pfarrer Manfred Jetter zur Begrüßung der Besucher. Die Freude am Schreiben eigener Texte hatte Jana van Wahden schon sehr früh gefunden. „Ich schreibe eigentlich schon, seit ich das Schreiben gelernt habe“, berichtete sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Unmengen an Rohmaterial habe sich mittlerweile angesammelt. Ob daraus ein Buch entstehen wird, weiß die in Köln lebende Autorin noch nicht. Bisher hat sie ihre Werke hauptsächlich an lokalen Orten und in privaten Räumen vorgetragen. Mit der Lesung in der Stadtkirche betritt sie nun neues Terrain. „Ich finde es spannend und frage mich, ob die Menschen Lust haben, mit mir in den Dialog zu gehen“, sagt Jana van Wahden, die die Besucher der Lesung zum Austausch ins Gemeindehaus einlud. Mit dem Verlauf der Lesung zeigte sich die Autorin mehr als zufrieden, auch wenn lediglich knapp 30 Zuhörer die Lesung verfolgten. Zudem sei die Kombination mit dem Blechbläserensemble von Anfang an stimmig gewesen. „Es gab nur eine Probe, und es hat sofort gepasst“, freute sie sich.

Ihre Kreativität drückt Jana van Wahden in ganz unterschiedlichen Formen aus: „Das Schreiben ist für mich eine Form des Suchens, da ich sehr fragend durchs Leben gehe.“ Auch beruflich hat die Kölnerin viel mit Menschen zu tun. Die Arbeit als Betreuerin im ambulanten betreuten Wohnen und als ehrenamtliche Sterbe- und Trauerbegleiterin liegt ihr sehr am Herzen. „Es gibt verschiedene Formen der Sterbe- und Trauerbegleitung, die nicht nur traurig, sondern auch bunt sein kann. Auch das Lachen gehört dazu“, sagt die 34-Jährige. Entsprechend vielseitig gestalten sich ihre Texte, die bei den Zuhörern Emotionen wecken.

Am Ende der Lesung konnten die Besucher Kerzen anzünden und im Altarbereich aufstellen. Dabei wurden sie von Manfred Jetter am Flügelhorn mit der Improvisation von „What a wonderful world“ begleitet. „Ich habe mich besonders auf die Stille gefreut“, sagte Monique Schüpphaus. Sie war ohne Erwartungen gekommen, erklärte sie, und war sichtlich gerührt. „Frau van Wahden hat eine schöne, klare Stimme, und hat in einer berührenden Art und Weise vorgetragen. Auch die Musik passte zum Text“, kommentierte sie.

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