Preisentwicklung

Eis wird zum kleinen Luxusgut

Lydia Zandomeneghi von der Eisdiele Venezia ist froh, dass ihre Kunden verständnisvoll auf Preiserhöhungen reagieren.
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Lydia Zandomeneghi von der Eisdiele Venezia ist froh, dass ihre Kunden verständnisvoll auf Preiserhöhungen reagieren.

Heimische Cafés müssen auf die Preisentwicklung in der Lebensmittelbranche reagieren.

Von Lena Steffens

Wermelskirchen. Lydia Zandomeneghi steht hinter ihrem Tresen und lächelt, als ein neuer Kunde ihr Eiscafé in der Wermelskirchener Innenstadt betritt. In ihrer Auslage befinden sich unter anderem die Sorten Himmelblau, Dunkle Schokolade und mehrere Sorten Sorbet. 1,20 Euro zahlt der Kunde, wenn er eine Kugel Eis im Becher oder Hörnchen kaufen möchte. Vor sechs Wochen lag der Preis noch bei 1,10 Euro –  wegen der hohen Inflation musste Zandomeneghi den Preis allerdings anheben.

„Wir kriegen ständig Preiserhöhungen“, sagt die Inhaberin, die gemeinsam mit ihrem Mann Markus Zandomeneghi die Eisdiele Venezia an der Kölner Straße betreibt. „Über Energie müssen wir gar nicht erst sprechen. Die Gaspreise haben sich verdoppelt“, nennt sie den anderen, derzeitigen Kostenfaktor. Trotz der gestiegenen Preise wäre Zandomeneghi aber nie auf die Idee gekommen, die Eiskugeln kleiner zu machen. „Das wollten wir nicht, stattdessen haben wir die Kugeln größer gemacht und dafür die Preise angehoben“, erklärt sie.

Und was sagen die Kunden dazu? „Seitdem wir den Preis für eine Kugel auf 1,20 Euro angehoben haben, hatten wir noch keinen Ärger.“ Zandomeneghi erzählt, dass sie den Kunden erklärt haben, warum die Preise nun angehoben werden müssten – diese hätten verständnisvoll reagiert.

Denn sie wissen die Qualität des Eises im Café Venezia, das eigens hergestellt wird, zu schätzen. Neben dem Milcheis stellen Zandomeneghi und ihr Mann auch veganes und laktosefreies Eis her. „Das muss man heute bedienen“, meint die Inhaberin. So seien die Sorbets etwa vegan und laktosefrei, die dunkle Schokolade wird ebenfalls ohne Milch und Sahne zubereitet. Für die kommenden Sommermonate plant Zandomeneghi schon neue Sorten. „Ich möchte gerne wieder Gurke-Minze-Limette machen, diese Kreation kam voriges Jahr schon gut an. Mein Mann mischt Erdnuss mit Karamell“, erzählt sie.

So hoffen die Inhaber des Cafés auf eine gute Sommersaison. Trotz schwieriger finanzieller Zeiten versucht das Ehepaar, positiv zu denken. „Bis jetzt war es ja schon ein guter Saisonstart, das Wetter war auch gut. Ich denke, wenn die Herbstkirmes Ende August kommt, geht es in Wermelskirchen noch mal richtig ab.“

Ähnlich positiv wie Zandomeneghi war bis zum vergangenen Freitag auch noch Giorgio Barazzuol, Inhaber des Eiscafés Cordella an der Telegrafenstraße, eingestellt. An diesem Tag erhielt er die Information, dass die Milchpreise von 85 Cent auf 1,10 Euro erhöht wurden. „Freitag haben Sie mich angerufen“, erzählt Barazzuol. Bislang hat er seine Kugel Eis für 1,10 Euro verkauft, demnächst wird der Preis auf 1,30 Euro steigen. „Bei einer Steigerung des Milchpreises um 40 Prozent können wir unsere Qualität weiter anbieten“, sagt der Inhaber des Eiscafés. Die Preiserhöhung soll aber nicht unerwartet kommen, sondern den Kunden vorher mit einem Hinweisschild angekündigt werden. Zudem müssten erst neue Eiskarten gedruckt werden. Wenn die Druckerei diese geschickt habe, werden die Preise erhöht. Das würde maximal bis zu zehn Tagen dauern, berichtet Barazzuol.

Neben der Milch ist auch die Sahne bereits teurer geworden. Der Preis für Sahne wurde von 2,85 Euro auf vier Euro je Kilogramm angehoben, berichtet Barazzuol. Für den Kunden bedeutet das: Möchte er eine Kugel Eis mit Sahne kaufen, kostet ihn das nun 2,20 Euro, noch dazu erhält er eine kleinere Portion Sahne. Das sei aber noch keinem aufgefallen, meint der Inhaber.

Auch bei ihm gibt es in dieser Saison neue Sorten in der Theke: Neu sei Joghurt-Limette-Eis und Kurkuma als Zutat. „Wir haben kleine Änderungen an den Rezepten vorgenommen“, verrät Barazzuol. Daneben liegen die Sorten Honigmelone und Panacotta-Karamell in der Truhe.

Auch das Café Cordella hat vegane Eissorten im Sortiment. Das Fruchteis sei sowieso vegan, daneben gibt es ein veganes Waldmeister-Sorbet. Auch die dunkle Schokolade werde ohne tierische Produkte hergestellt, sagt der Inhaber. Seine Kunden würden immer wieder nach veganem Eis fragen, vor zwei Jahren sei auch mal nach glutenfreiem Eis gefragt worden. „Das ist aber jetzt wieder vorbei“, meint Barazzuol.

Wie blickt er auf die Zeit bis zum Jahresende? „Im Winter haben wir zu, da muss also nicht geheizt werden“, sagt Barazzuol. Demnach sei er vom Anstieg des Gaspreises nicht so stark betroffen. „Ich glaube, wir bekommen das erst später zu spüren.“

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