Einzelhandel freut sich auf die Kunden

Stefan Rojewski freut sich, sein Modegeschäft Male heute wieder öffnen zu dürfen. Archivfoto: Jennifer Preuß
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Stefan Rojewski freut sich, sein Modegeschäft Male heute wieder öffnen zu dürfen. Archivfoto: Jennifer Preuß

Ab heute dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Auch Stefan Rojewski setzt auf Sicherheit.

Von Jennifer Preuß

Stefan Rojewski war wieder voller Tatendrang. Emsig machte er sich am Freitag daran, die Waren im Modegeschäft Male umzuräumen. Er rüstete auf für den langer-sehnten Montag. Spuckschutz an der Kasse, Desinfektionsmittel am Eingang, Hinweisschilder für den Mindestabstand, Schutzmasken für die Mitarbeiter und 400 Masken für die Kundschaft - Stefan Rojewski hatte an alles gedacht.

„Ich freue mich erstmal, dass wir wieder öffnen können.“ Er sagte dies unter Vorbehalt. Sollte es eine zweite Infektionswelle geben, könne es leicht sein, dass der Einzelhandel erneut schließen muss. Die Ungewissheit begleitet Stefan Rojewski.

Die Umsätze brachen von einem auf den anderen Tag weg

Der Wermelskirchener und seine Ehefrau Silvia Rojewski sind Einzelhändler durch und durch. Seit 23 Jahren leiten sie die Geschäfte Male und Female an der Telegrafenstraße. Die vergangenen Wochen waren hart für sie, schließlich brachen die Umsätze von einem Tag auf den anderen ein.

Der Versuch, über Facebook Kleidung zu verkaufen, war nur bedingt erfolgreich, sagt Stefan Rojewski. „Wir hatten eine gewisse Resonanz. Auch haben wir von Kunden Anfragen bekommen, die etwas im Schaufenster gesehen haben. Sehr gut liefen aber nur die Gutscheine.“

Glück im Unglück hatte Wolfgang Müllenmeister. Der Spielwarenhändler hatte zu Ostern trotz der Umstände viel zu tun. Viele Eltern, deren Kinder sich in der heimischen Isolation langweilten, kauften im Holzwürmchen neues Spielzeug zur Ablenkung. „Ich bin zutiefst dankbar, so viele treue Stammkunden zu haben.“

Bestellungen nahm Wolfgang Müllenmeister per E-Mail und Telefon entgegen, die Waren wurden dann durch die Hintertür gereicht. Zur Not lieferte er die Spielsachen bis zur Haustür der Kunden - ein zusätzlicher Service, der Wolfgang Müllenmeister zunächst überforderte.

Er ist froh, dass er seine Kunden nun wieder Angesicht zu Angesicht bedienen kann. Natürlich hat auch er Sicher-heitsvorkehrungen getroffen. Die Kasse wurde umgebaut, so dass kein Spuckschutz not-wendig ist. Desinfektionsmittel steht auch hier an der Tür bereit. Wer reinkommen möchte, muss ein Körbchen mitnehmen. Diese Körbchen, fünf sind es genau, zeigen den Kunden an, ob sie noch eintreten dürfen. Steht keines mehr vor der Tür, muss man warten, bis wieder ein Kunde herauskommt.

„Ich nehme das Thema Corona wirklich ernst. Angst ist ein schlechter Ratgeber, aber mit Respekt muss man schon an die Sache rangehen“, sagt Wolfgang Müllenmeister. „Ich entscheide mit dem gesunden Menschenverstand.“ Statt mit einem großen Kundenansturm rechnet der Spielwarenhänd-ler mit einem ruhigen Anlauf.

Dieser Meinung ist auch Stefan Rojewski: „Die Leute haben mit Sicherheit einen gewissen Nachholbedarf. Im Textilbereich wird man aber eher nicht Schlange stehen müssen.“ Dennoch versucht er, mit Sonderangeboten Kauflust zu wecken, in den nächsten Tagen kommt zudem frische Sommerware.

Auch Iris Lawrenz bestellte vergangene Woche noch schnell neue Kollektionen, was bis vor Kurzem wegen Liefer-stopps der Hersteller nicht möglich war. Auch im Ge-schäft Kindermoden Rumpel-stilzchen geht es heute wieder los. „Die Erlaubnis zu öffnen, kam sehr spontan. Ich habe mit Anfang Mai gerechnet“, sagte die Inhaberin. Entsprechend viel hatte auch sie noch im Ladenlokal vorzubereiten, damit die Kunden den nötigen Abstand voneinander einhalten können.

„Das Ostergeschäft ist für den ganzen Einzelhandel flöten gegangen.“

Iris Lawrenz, Modehändlerin

Die Corona-Krise war für Iris Lawrenz ohnehin eine Zeit, in der es zu improvisieren galt. Innerhalb von drei Tagen hatte die Modehändlerin am heimischen PC einen Online-Shop aus der Taufe gehoben.

„Ich bin über die Resonanz positiv überrascht. Die Arbeit hat sich gelohnt“, berichtete Iris Lawrenz. Kindermoden Rumpelstilzchen soll den Online-Shop vorerst behalten, lautete für sie die Schlussfolgerung. „Ich werde in den nächsten 14 Tagen noch Waren ausliefern.“

Das improvisierte Internetgeschäft konnte die Umsatzeinbußen aber auch nicht in Gänze auffangen. „Man wird sie auch nicht wieder einholen können“, ist Lawrenz überzeugt. „Das Ostergeschäft ist für den ganzen Einzelhandel flöten gegangen.“ Von den vergangenen Wochen werde ein blaues Auge zurückbleiben. » Standpunkt

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