Innenstadt

Im Einzelhandel bewegt sich etwas

Gudrun Kirst wirbt in ihrem Optikergeschäft mit dem Motto „weniger ist mehr“ für ihr Angebot. Foto: Anja Carolina Siebel
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Gudrun Kirst wirbt in ihrem Optikergeschäft mit dem Motto „weniger ist mehr“ für ihr Angebot. Foto: Anja Carolina Siebel
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Es gibt Neueröffnungen und Umzüge – Bioladen in der Telegrafenpassage soll noch 2020 starten.

Von Anja Carolina Siebel

Aufmerksame Passanten haben es längst bemerkt und schauen auch öfter mal rein, wie die neue Betreiberin berichtet: Ins ehemalige Optikergeschäft Madel an der Kölner Straße ist wieder Leben eingezogen. Es wird wieder ein Optiker-Fachgeschäft dort geben: Die Lindlarerin Gudrun Kirst hat sich mit der Eröffnung des Geschäftes, die am 1. Oktober stattfinden soll, einen Lebenstraum erfüllt. Die 49-Jährige arbeitet seit 26 Jahren als Optikerin und hat sich nun selbstständig gemacht – mit „Sehenswert Optik“.

„Ich bin oft darauf angesprochen worden, dass es mutig ist, sich in der momentanen Situation während der Corona-Pandemie ein eigenes Geschäft aufzubauen“, sagt die Unternehmerin. Aber sie ist guter Dinge. Unterstützt bei der Eröffnung wird sie von ihrem Ehemann Oliver, der aber in einer anderen Branche tätig ist.

„Mir ist es wichtig, dass die Kunden sich bei mir wohlfühlen, sich Zeit dafür nehmen können, das Richtige auszuwählen“, unterstreicht Gudrun Kirst. Bei den Sehtests arbeitet sie mit hochmodernen 3D-Geräten. Bei der Auswahl der Brillen-Modelle setzt sie auf Akzente: „Ich mag es gern, wenn die Auswahl etwas kleiner ist. Ich bin für Klarheit und Struktur.“

Am 1. Oktober um 10 Uhr wird „Sehenswert“ erstmals seine Pforten für den Kundenbetrieb öffnen. Hereinschauen wird dann wohl auch der ehemalige Inhaber Rüdiger Madel. „Auch zu ihm haben wir Kontakt“, sagt das Ehepaar.

Aber nicht nur an der Kölner Straße ist einiges in Bewegung, was den Handel in der Innenstadt angeht. Nach WGA-Informationen soll die Änderungsschneiderei, die derzeit an der Telegrafenstraße beheimatet ist, an die Kölner Straße ziehen.

Hochbau für die Kita „Stöppken“ beginnt im November

Und: In der Telegrafenpassage tut sich etwas. „Wir planen, dass der Bio-Fachmarkt noch dieses Jahr eröffnet“, berichtet Investor Wolfgang Schmitz-Heinen auf Nachfrage. Das Geschäft gehört zur Kette Naturata aus Köln. Schmitz-Heinen: „Der Mietvertrag ist unterschrieben und wir sind guter Dinge, dass die Eröffnung noch vor Weihnachten stattfinden kann. Allerdings gibt es ja immer noch Unvorhergesehenes, das passieren kann. Versprechen können wir es also nicht ganz sicher.“

Zudem hat der Investor einen Gastronomiebetrieb mit Außengastronomie für die Passage geplant. Der soll in Kooperation mit dem Restaurant Spatzenhof laufen. „Dazu sind wir gerade in der Abstimmung“, sagt Schmitz-Heinen.

Die Kindertagesstätte „Stöppken“ ist wie berichtet im August bereits in die Telegrafenspassage eingezogen. Eine Gruppe ist dort bereits in der Betreuung, die nächste soll zum kommenden Kindergartenjahr einziehen. Dazu wird eine Etage auf das Gebäude aufgestockt. Schmitz-Heinen: „Im November wollen wir mit dem Hochbau beginnen und den Solitär aufs Dach setzen.“ Nach Fertigstellung gibt es für die Kita-Kinder auch eine Dachterrasse.

Die Fassade der Telegrafenspassage wird gerade saniert, an der Telegrafenstraße soll es dann weitergehen. Und: Der Kiosk an der Carl-Leverkus-Straße wird laut Schmitz-Heinen Ende des Jahres ausziehen. „Auch für dieses Ladenlokal gibt es jetzt schon Planungen für die Zukunft, dazu können wir aber noch nicht konkret werden.“

„Im Moment ist viel los im Einzelhandel“, bestätigt André Frowein, Geschäftsführer vom Stadtmarketingverein. Der WiW-Vorstand sei zu diesem Thema in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung. „Wenn wir hören, dass jemand ein Ladenlokal oder einen Gastronomiebetrieb sucht und es Leerstände gibt, stellen wir den Kontakt gerne her“, sagt Frowein. „Das geht meistens schnell und unverbindlich.“

Neueröffnung

Die Neueröffnung des Optiker-Geschäfts „Sehenswert Optik“ ist für Donnerstag, 1. Oktober, geplant. Ab 10 Uhr hat das Geschäft geöffnet und soll ab diesem Tag immer montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 10 biss 13 Uhr geöffnet sein. Der Augenoptikermeister Rüdiger Madel hatte sein Fachgeschäft erst im März nach 47 Jahren geschlossen, weil er zunächst keinen Nachfolger gefunden hatte. Mit „Sehenswert“ zieht jetzt doch wieder ein Optiker ein.

Mehr Infos: www.sehenswert-optik.info

Standpunkt: Gutes Signal

anja.siebel@rga-online.de

Von Anja Carolina Siebel

Die Eröffnung des Optiker-Fachgeschäftes von Gudrun Kirst steht offenbar für eine positive Tendenz, die sich in der Wermelskirchener Innenstadt abzeichnet: „Es bewegt sich was“, lautet diese. Denn wer sich aufmerksam in der Innenstadt umschaut, wird jetzt schon Veränderungen feststellen. Vor allem auch an der Telegrafenpassage. Sie ist so etwas wie ein kleiner Hoffnungsträger für den Handel, aber letztlich auch für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Ein neuer Bio-Markt wird einziehen. Und es könnte einen neuen Gastronomiebetrieb mit Außengastronomie geben. Wie gut so etwas an der Telegrafenstraße funktionieren kann, hat während der Sommermonate Giorgio Barazzuol, Inhaber des Eiscafés Cordella, vorgemacht. Fakt ist: Eine Stadt voller Leerstände ist keine attraktive Stadt. In Wermelskirchen sieht es jetzt danach aus, dass dem entgegengewirkt wird. Das ist gut so. Nicht zuletzt wird das neue geplante Einkaufszentrum am Loches-Platz unter anderem mit Supermärkten zu einer besseren Nahversorgung beitragen. So lässt es sich gut leben in Wermelskirchen.

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