Ein Wort der Anerkennung tut gut

Eine Geistliche macht sich Gedanken

Von Dr. Anke Mühling, Pfarrerin Ev. Kirchengemeinde Bergisch Born

„Mama, ich würde dich nie umtauschen“ – diese etwas ungewöhnliche Liebeserklärung und Loyalitätsbekundung bekam ich vor ein paar Wochen ganz unvermittelt von unserer vierjährigen Tochter. Zunächst musste ich schmunzeln, und dann war ich zutiefst gerührt. Wie gut das tat, das zu hören! Vor allem in einer Phase, in der ich eher nicht so gut drauf war, wo mich das ganze Corona-Thema einfach nur noch nervte, und mein Geduldsfaden zwischen Kinderbetreuung und Bildschirmarbeit zu Hause gefühlt immer dünner wurde. Die wohltuende Botschaft, die ausgerechnet in dieser Situation durch den Kindermund gesprochen bei mir ankam, war: Du bist nicht perfekt, musst es auch gar nicht sein, aber für mich bist du einzigartig und nicht austauschbar.

Gerade in unserer schnelllebigen Zeit, wo Gegenstände und manchmal auch Menschen schnell ersetzt werden, wenn sie nicht (mehr) hundertprozentig gefallen oder funktionieren, erscheint mir das wirklich wie Balsam für die Seele. Deshalb hoffe ich, dass jeder von uns mindestens einen Menschen hat, zu dem er das aufrichtig sagen kann: „Für mich bist du genau richtig. Ich bin froh, dass ich dich habe.“ Und dass umgekehrt jeder das gelegentlich auch mal selbst zu hören bekommt: „Dich würde ich für kein Geld der Welt hergeben.“ Denn gerade in schwierigen Zeiten, in denen generell auch viel gemeckert und geklagt wird, tut ein liebes Wort der Anerkennung uns doch allen gut.

Für Gott jedenfalls ist jede/r Einzelne von uns wertvoll und einzigartig. Aus seinem Mund klingt der Balsam für die Seele dann zum Beispiel so: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht“ (Jos 1,5). Auch wenn wir nicht perfekt sind, und Gott viele Gründe hätte, über uns zu klagen, möchte er uns trotzdem nicht „umtauschen“. Weil er uns liebt und zu uns steht – sogar bis ans Kreuz und darüber hinaus.

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