Ein Umdenken wird uns weiterhin abverlangt

Eine Geistliche macht sich Gedanken

Von Sabine Rossi, Prädikantin der Ev. Adolf-Clarenbach-Kirchengmeinde, Remscheid

„Wir öffnen wieder, wenn Corona vorbei ist“, so las ich letztens auf einem Schild in einem Schaufenster einer kleinen Bäckerei. „Also nie wieder“, dachte ich, denn Corona wird Teil unseres Lebens bleiben. Es wird kein „nach Corona“ geben, sondern die Zukunft will „mit Corona“ gestaltet werden.

So wie vorher wird es nicht mehr sein, und ein Umdenken in vielen Dingen wird uns weiterhin abverlangt werden. Und dabei kann ich die Sehnsucht der Menschen nach ihrer altbekannten Normalität sehr gut verstehen. Niemals hätte ich gedacht, dass es einmal einen solchen Einschnitt geben wird, der unser Leben in vorher und nachher einteilt. Aber nun ist es so, und es heißt, dass wir neu denken und neu gestalten müssen. Manches kann sich ja zum Besseren hin verändern.

Aber wie kann ich das alles annehmen, wie damit umgehen, ohne in nostalgischen Sehnsüchten an die Vergangenheit zu verfallen? In der Bibel, im Markusevangelium wird ein sehr gutes Bild gezeichnet, wie Zukunft in die Hand genommen werden kann. Kapitel 2, Verse 21+22: „Niemand näht einen Flicken nicht eingelaufenen Tuches auf ein altes äußeres Kleid; wenn er es tut, so reißt das neue wegen seiner vollen Stärke von dem alten ab, und der Riss wird schlimmer. Auch gießt niemand neuen Wein in alte Weinschläuche; wenn er es tut, bringt der Wein die Schläuche zum Bersten, und der Wein geht samt den Schläuchen verloren; sondern man gießt neuen Wein in neue Weinschläuche.“

Mir wird klar, Umdenken ist angesagt. Manches wird neu werden, und das passt nicht unbedingt zu dem, was wir bereits aus der Vergangenheit kennen, was vielleicht Jahrzehnte lang unser Habitus war. Manch eine alte Gewohnheit müssen wir ablegen. Neues wird zur Gewohnheit werden. Das kann weh tun und auch mühsam sein, aber es kann trotzdem gut werden. Veränderung und Neugestaltung setzen sehr viel positive Energie frei. Wichtig ist, dass es weiter geht, wenn auch anders als zuvor.

Halten wir das Alte in schöner Erinnerung und fangen mit dem Neuen an, unser Leben wieder zu beleben.

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