ÖPNV

Ein richtiger Schnellbus namens SBX startet im Dezember

Fördermittel beim NRV ermöglichen neues Angebot von Wermelskirchen bis Leverkusen.

Von Udo Teifel

Wermelskirchen. Das ist mal eine positive Nachricht für alle Buskunden und solche, die es werden könnten: Nach der „lahmen Ente“ SB 24 wird nun zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 ein richtiger Schnellbus eingesetzt. Er wird bezeichnet als „SBX“ und soll stündlich pendeln zwischen Wermelskirchen und Leverkusen. Zusätzlich wird der SB 24 dreimal in der Stunde fahren.

Seit wenigstens vier, fünf Jahren im Gespräch ist diese Schnellbusverbindung. Denn die RVK-Linie 260, die von Remscheid und Wermelskirchen bis Köln Hauptbahnhof fährt, benötigt im Schnitt 80 bis 90 Minuten. Als Schnellbus „düst“ höchstens der Nachtexpress an den Wochenenden, der zwischenzeitlich auf der Autobahn fährt.

Im Rahmen der Mobilitätswende war den Rhein-Berger dann angekündigt, dass spätestens 2021 ein Schnellbus fährt. Gefördert aus den Finanztöpfen des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland. Doch als die Kreisverwaltung aktiv wurde, war der Fördertopf längst leer. Nach öffentlichem Druck drängte der Landrat, der schließlich für die Mobilitätswende steht, die Schwarz-Grün beschloss, auf eine Lösung, die Ende 2021 griff.

Es war die SB 24. Die fuhr, unter anderer Linienbezeichnung, bereits ab Hilgen bis Leverkusen. Und die wurde um eine Station, nämlich Wermelskirchen, verlängert. Das war nur ein Schnellbus zwischen Wermelskirchen und Hilgen – danach wurde jede Haltestelle auf dem Weg nach Leverkusen angefahren. Insgesamt sind es 28 Haltestellen für den SB 24.

Am 1. April 2022 nun hat die Zweckverbandsversammlung Nahverkehr Rheinland den Förderantrag für eine Schnellbuslinie zwischen Wipperfürth und Leverkusen bewilligt. Die Summe: 3,86 Millionen Euro. Über fünf Jahre wird die Linie SBX mit jährlich 772.369,80 Euro unterstützt. Verbandsvorsteher ist übrigens der Rhein-Berg-Landrat Santelmann.

Ob der Förderantrag in dieser Höhe so bleibt, muss abgewartet werden. Denn der Oberbergische Kreis beteiligt sich vorerst nicht mehr. Es sind nur noch der Rheinisch-Bergische Kreis und Leverkusen. Damit fährt der Schnellbus SBX nur zwischen Wermelskirchen und Leverkusen. Und entgegen der SB 24-Linie ist es ein richtiger Schnellbus: Lediglich sieben Haltestellen werden bis Opladen angefahren. Dort haben die Buskunden Anschluss an den Nahverkehrszug RB 48 in Richtung Köln und Düsseldorf.

Details werden jetzt geplant, heißt es in der Kreisverwaltung auf Anfrage. Sprecherin Birgit Bär: „Der SBX wird stündlich fahren, unterstützt vom SB 24.“ Diese Linie wird nicht eingestellt.

Oberberg setzt auf eine Regionalexpress-Verbindung

Aus dem oberbergischen Kreishaus heißt es, dass sich in der Zwischenzeit neue Entwicklungen für den ÖPNV im Norden des Kreises ergeben hätten. So gebe es eine Neuplanung der Linie 336 (Gummersbach-Lennep). Kreissprecher Philipp Ising: „Dazu wird der gesamte ÖPNV im nördlichen Kreisgebiet für eine Linienbündelung Nord von einem Gutachter untersucht.“ Oberberg setzt dabei auf eine Regionalexpress-Verbindung von Lennep nach Düsseldorf ab Dezember 2022, die besser an die nördliche Rheinschiene anbinden soll. „Der Oberbergische Kreis priorisiert den ÖPNV-Korridor Gummersbach-Lennep mit einer Verbindung in Richtung Wermelskirchen.“ Deshalb habe der Kreis eine Entscheidung über die Beteiligung an der neuen Schnellbuslinie SBX verschoben beziehungsweise ausgesetzt.

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