Jubiläum

Ein Leben für die Feuerwehr

Jörg Mommer lebt für de Feuerwehr.
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Reinhard Mommer lebt für die Feuerwehr.

Reinhard Mommer aus Dabringhausen feierte sein 50-jähriges Dienstjubiläum bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Von Heike Magnitz

Wermelskirchen. Feuerwehrmann werden! Diesen Traum hatte Reinhard Mommer schon als kleiner Junge. Weil Feuerwehrleute für ihn eine ganz besondere Aura hatten: „Die Uniformen, die großen Feuerwehrautos, der Respekt, der ihnen entgegengebracht wurde, das fand ich einfach cool.“

Bis er selber einer wird, ist es allerdings ein langer Weg. Reinhard Mommer kommt aus Bottrop, mit 20 Jahren verliebt er sich an der Nordsee in eine junge Frau aus Dabringhausen. Sie heiraten und aus dem Bottropper wird ein Dabringhausener. Was ihn sofort von Dabringhausen überzeugt, ist die Feuerwache in unmittelbarer Nähe. „Da fühlte mich meinem Traum ein ganzes Stück näher.“

Unfälle mit Schwerstverletzten und Toten, das mussten wir damals alles mit uns selber ausmachen.

Reinhard Mommer

Doch die Feuerwehr wollte ihn nicht: „Die waren damals sehr streng und sehr eigen, eine eingeschworene Gemeinschaft. Wer kein Dellmann war, kam da nicht rein. Und ich als Bottropper schon mal gar nicht.“ Er bleibt aber trotzdem beharrlich: „Sobald die Sirenen gingen, bin ich hin und habe geguckt, was passiert, bin den Feuerwehrwagen sogar hinterhergefahren.“ So auch am 18. September 1971: In Maria in der Aue bricht ein Großbrand aus, der sich auf dem gesamten Anwesen ausbreitet, jede helfende Hand wird gebraucht. Reinhard Mommer reicht Schläuche an, macht sich nützlich: „Nach diesem Einsatz durfte ich endlich meinen Antrag auf Aufnahme in die Feuerwehr einreichen.“ Tatsächlich aufgenommen wurde er dann aber erst ein halbes Jahr später: „Ich habe weiterhin jeden Einsatz verfolgt. Bei einem Brand in Käfringhausen hatte ich dann sozusagen meine Feuerprobe: Es waren zu wenig Feuerwehrleute da, der Einsatzleiter hat mich gefragt, ob ich ihn unterstützen kann. Wir haben dann zwei Säuglinge aus einem brennenden Haus geholt. Ein Einsatz, den ich niemals vergessen werde.“

Am 20. Mai 1972 wird Reinhard Mommer dann endlich offiziell in die Freiwillige Feuerwehr Dabringhausen aufgenommen, belegt jeden möglichen Lehrgang und steigt im Laufe der Jahre zum Hauptbrandmeister auf.

Reinhard Mommer war immer mit ganzem Herzen bei der Sache, sagt seine Tochter Susanne Nowak: „ Eine meiner typischen Kindheitserinnerungen ist: Mein Vater arbeitet im Garten, die Sirenen gehen los, die Schubkarre, mir der er gerade noch Grünabfälle transportiert hat, rollt alleine am Haus vorbei – und mein Vater ist weg.“

Und dann ist da noch etwas anderes, an das sie sich gut erinnert: „Nach den Einsätzen war er häufig sehr zurückgezogen und hat kaum mit uns gesprochen. Dann wusste ich, er musste verarbeiten, was er erlebt hat.“

Sohn trat schon früh in die Feuerwehr ein

Ihr Vater ergänzt: „Das waren oft fürchterliche Unfälle mit Schwerstverletzten und Todesopfern. Das mussten wir damals alles mit uns selber ausmachen, es gab keine psychologische Unterstützung, so wie es sie heute gibt. Deshalb war es mir dann auch als Brandmeister besonders wichtig, für meine Kameraden da zu sein, für jeden ein offenes Ohr zu haben und sie zu unterstützen, wo es nur geht.“ Über die Antwort auf die Frage was, für ihn die schönsten Erlebnisse während seiner aktiven Zeit bei der Feuerwehr in Dabringhausen waren, denkt er nicht lange nach: „Die Sommerfeste, die Hochzeiten und die Kameradschaft.“

Und dann ist da noch etwas, was den Feuerwehrmann aus Leidenschaft besondersglücklich macht: „Mein Sohn ist schon früh in die Feuerwehr eingetreten und, was mich ganz besonders freut, vor kurzem auch meine Enkeltochter. Damit hätte ich niemals gerechnet.“

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