Historische Karten

Ein interessantes Buch zum Stöbern und Entdecken

Bürgermeisterin Marion Lück (l.) hat als Schirmherrin für den Atlas von Herausgeber Nicolaus J. Breidenbach sowie dessen Ehefrau und Verlegerin Gisela das Vorwort beigesteuert.
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Bürgermeisterin Marion Lück (l.) hat als Schirmherrin für den Atlas von Herausgeber Nicolaus J. Breidenbach sowie dessen Ehefrau und Verlegerin Gisela das Vorwort beigesteuert.

Nicolaus J. Breidenbach bringt ein Werk mit Zeitdokumenten aus Wermelskirchens Geschichte heraus.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Handelsrouten des Mittelalters zwischen Rheinland und Westfalen führten einst mitten durch Wermelskirchen. Pilger hinterlassen bis heute in der Stadt ihre deutlichen Spuren. Und auch Karl der Große, der erste abendländische Kaiser, hat Berührungspunkte mit der Stadt, denn aus seiner Zeit stammen Aufmarschkarten, die den Weg des mittelalterlichen Militärs über Wermelskirchen gen Aachen aufzeigten.

Der Wermelskirchener Herausgeber und Heimatforscher Nicolaus J. Breidenbach, kurz Klaus Breidenbach, hat mit seiner Gattin und Verlegerin Gisela Breidenbach nun einen Atlas mit historischen Karten von Wermelskirchen veröffentlicht, der unter anderem besagte kaiserliche Routen dokumentiert.

An dem 178 Seiten starken Werk im DIN-A4-Format habe er in den vergangenen 30 Jahren kontinuierlich gearbeitet und gesammelt, sagt Klaus Breidenbach im Gespräch mit unserer Redaktion: „Das Gros der Karten habe ich im nordrhein-westfälischen Landesarchiv gefunden.“ Einen Teil steuerten andere Wermelskirchener bei: So Wolfgang Schindler, pensionierter Amtsleiter der Stadtverwaltung, Marita Jendrischewski als Spezialistin für das Dhünntal sowie Meinhard Felbick als Kenner der Geschichte von Elbringhausen im Wermelskirchener Osten.

Der 81-jährige Breidenbach ordnete die Karten für seinen Atlas nicht nur chronologisch, sondern speziell nach Sachgebieten: Orte und Hofschaften, Schulbezirke, Mühlen und Hämmer, Friedhöfe oder Bergbau-Mutungen sind einige der Eckpfeiler, die den Atlas gliedern.

Wermelskirchen war einen Drei-Tages-Ritt von Köln entfernt

„Eine Karte des Bergischen Landes aus dem Jahr 1571 vermerkt, dass Wermelskirchen einen Drei-Tages-Ritt von Köln entfernt sei“, berichtet Klaus Breidenbach von einem der vielen Details, die er bei seiner Arbeit entdeckt hat und die sich im historischen Atlas wiederfinden.

„Eine Karte vom Galgenplatz hat mich zu der Zusammenstellung des Atlanten inspiriert“, erläutert der Herausgeber, zu dessen Portfolio auch ein Buch über das historische Gericht von Wermelskirchen gehört. Der Galgenplatz inklusive Schafott für öffentliche Enthauptungen sowie sieben Schöffen-Eichen befand sich einst am Schwanen/Kurze Straße, wo sich heute die Gaststätte Höller von Wirt Horst Eisenmenger befindet. Der letzte Delinquent, der an diesem Galgen baumelte, war Heinrich Jakobs, genannt „Henke Joks“, der Dieb und Gewalttäter war. Er wurde 1731 aufgeknüpft – hatte sich allerdings zuvor selbst erschossen, als er seinen Verfolgern nicht mehr entkommen konnte. „Dennoch hängte man ihn auf, denn die Leichen am Galgen sollten abschrecken“, weiß Klaus Breidenbach.

Natürlich sei der Atlas keine klassische Lese-Literatur, aber ein „wunderschönes und interessantes Buch zum Stöbern, Entdecken und Recherchieren“, stellen Gisela und Klaus Breidenbach fest: „Wer weiß denn schon, dass die heutige Telegrafenstraße vormals als Kenkhauser Gasse bezeichnet wurde.“

Als Schirmherrin für das Atlas-Projekt steuerte Bürgermeisterin Marion Lück ein Vorwort bei und bekam vom Ehepaar Breidenbach ein Exemplar des Werks: „Der Atlas ist etwas Besonderes, das hervorragend zum Stadtjubiläum im kommenden Jahr passt.“

Der Historische Atlas für Wermelskirchen ist gegen eine Schutzgebühr von 24,50 Euro zu bekommen. Erhältlich ist das Buch in den drei Wermelskirchener Buchhandlungen Van Wahden, Marabu und Alpha sowie bei Lotto Toto Duran am Busbahnhof, im Kaufzentrum Hübing in Wermelskirchen-Dabringhausen sowie bei Thalia in Remscheid.

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