Ein Geist der Liebe und der Besonnenheit

Pfarrer Dieter Gartmann macht sich Gedanken

Von Pfarrer Dieter Gartmann, Berufskolleg Bergisch Land

Wenn man in diesen Tagen in unsere Welt schaut, dann muss es einen nicht verwundern, dass der einen oder dem anderen der Kopf raucht. Da werden in diversen Talkshows Szenarien entworfen und Ängste geschürt, wie es zwischen Russland und der Ukraine weitergehen wird. Angeheizt wird das ganze noch durch Moderatorinnen und Moderatoren, denen jede noch so steile These – und sei es nur für das Entertainment – recht ist. Corona hat uns nach zwei Jahren immer noch im Griff. Für die knackigste Schlagzeile wird auch gerade im Internet oft schon über die neusten Varianten des Virus und deren Gefährlichkeit spekuliert, ohne dass es irgendwelche fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse dafür gibt.

Während die einen abgestumpft sind vom täglichen Nachrichtenwahn, werden die anderen von oft diffusen Ängsten gepackt und durchgeschüttelt. Auch bei uns im Berufskolleg werden wir damit täglich konfrontiert. Eine Schulklasse ist da häufig ein Brennspiegel der Gesellschaft. Was besonders auffällt, ist, dass man sich oft gar nicht mehr zuhört und versucht, den jeweils anderen Standpunkt und die andere Befindlichkeit zu verstehen. Nur ganz selten bekommt man eine besonnene Stimme zu hören. Eine Stimme, die das Gesagte aufnimmt, sich der eigenen Erfahrungen besinnt, alles miteinander zum Klingen bringt und die Diskussion aus den Stellungsgräben der jeweils eigenen Meinung in die Weite hinausführt und neue Perspektiven für alle Beteiligten eröffnet.

Wenn eine solche Stimme spricht, dann hören auf einmal fast alle zu und spüren die Kraft und die Möglichkeiten, die in den Worten dieser Stimme liegen. Man bekommt wieder Platz zum Denken und Durchatmen, und der Kopf wird frei, Dinge noch einmal neu und anders zu durchdenken.

Besonnene Stimmen gibt es heute auch. Da sie aber ihrer Natur nach eher ruhig sind, werden sie im lauten Geschrei dieser Tage oft überhört. Vielleicht sollten wir uns an die Wertschätzung des 2. Timotheusbriefes für diese Stimmen erinnern, dann finden in diesen hektischen und unruhigen Zeiten etwas, an dem wir uns neu aus- und aufrichten können, in der Schule oder wo immer wir uns bewegen: „Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

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